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RED MASS

Volume 1. Sweet Blasphemy

Die LP-Version des 2022er-Tapes der irren Kanadier, die eine Schublade nach der anderen schneller öffnen und wieder schließen, als man merkt, ob man noch bei den Unterhosen oder doch schon bei den Socken ist. Das ist alles und irgendwie noch mehr, aber eben nicht einfach. Irrer Trip durch Folk, Garage, No Wave, PERE UBU, CAPTAIN BEEFHEART, Proto-Punk, Wave-Punk und vieles mehr. Jeder Song ist anders als der davor. Heimelt dich der eine mit seinem Blues-Schema und den Handclaps fröhlich an, gibt es beim nächsten einen lockeren Drogentrip hinterhergeschoben, der mit Congas arbeitet. Vollgestopft mit Zitaten und Referenzen, die sich unaufdringlich durch die Songs ziehen. Irres Kunstprojekt von ein paar Halbverrückten, die sich hier ganz schön austoben und das glücklicherweise auch handwerklich ganz gut hinbekommen. Mit dem entsprechenden Grundverständnis dahinter ein großer Spaß, manche werden in dem blauen Bild aber eben auch nur ein blaues Bild sehen. Großartiger Ansatz, sich mit geschätzten Genres und einem anderen Blickwinkel auseinanderzusetzen. Ich bin mir sicher, die RESIDENTS würden hier zustimmend nicken.