
Die Schweden halten seit 1989 unbeirrt an ihrer Linie fest: kompromissloser Death Metal, direkt, traditionsbewusst und dennoch mit einer modernen, zugänglichen Note, die ihre Musik seit jeher unverwechselbar macht. Diese Mischung prägt auch „In Death Throes“, das zweite Album nach dem Comeback von VOMITORY und zugleich ihr insgesamt zehnter Longplayer. Im Mittelpunkt steht erneut ein Songwriting, das trotz aller Härte bewusst strukturiert bleibt und selbst im extremen Kontext auf Wiedererkennungswert und Dynamik setzt. In Verbindung mit der charakteristischen melodischen Aufladung entstehen Stücke, die sofort zünden und dank ihres ausgeprägten Heavy-Metal-Flairs lange nachhallen. Die zehn Tracks, die nun auf „All Heads Are Gonna Roll“ von 2023 folgen, wirken geschlossen, zielgerichtet und ohne überflüssigen Ballast. VOMITORY konnten die Intensität ihres Spiels spürbar erhöhen, ohne ihre Identität zu verwässern oder sich in übertriebener Modernisierung zu verlieren. Besonders deutlich wird dies durch den Einfluss von Gitarrist Christian Fredriksson, der nach seinem Mitwirken am Vorgänger nun als festes Mitglied agiert. Seine verspielten, detailreichen Leads erweitern das Klangspektrum und verleihen dem Material zusätzliche Konturen, ohne den klassischen VOMITORY-Sound zu überlagern. Vielmehr entsteht ein organisches Zusammenspiel aus Altbewährtem und frischen Akzenten. Die Produktion von „In Death Throes“ ist druckvoll, klar und zeitgemäß, bleibt aber tief im Oldschool-Geist verwurzelt. Crust-getränkte Elemente, schnörkellose Riffs und eine ungeschönte, rohe Brutalität bilden das Fundament, das die Band seit Jahrzehnten trägt. Diese Mischung aus moderner Schärfe und traditioneller Direktheit sorgt dafür, dass das Album sowohl vertraut als auch vital wirkt. Es ist keine radikale Neuerfindung, sondern eine konsequente Weiterentwicklung, die die Stärken der Band schärft und ihre Handschrift noch deutlicher hervorhebt. So präsentiert sich „In Death Throes“ als ein Werk, das Position von VOMITORY im Death Metal nicht nur bestätigt, sondern festigt. Es zeigt eine Band, die ihre Wurzeln kennt, ihre Energie bewahrt und gleichzeitig genug Mut besitzt, ihre Musik in kleinen, aber entscheidenden Nuancen fortzuschreiben.
© by Fuze - Ausgabe #100 Juni/Juli 2023 und Manuel Stein
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #84 Juni/Juli 2009 und Uwe Kubassa
© by Fuze - Ausgabe #117 April/Mai 2026 und Arne Kupetz
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #96 Juni/Juli 2011 und Ollie Fröhlich
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #71 April/Mai 2007 und Uwe Kubassa