
Zach Cregger, der auch als Schauspieler aktiv ist, hatte mit „Barbarian“ 2022 aufgrund einer nichtlinearen Erzählweise und überraschenden Perspektivwechseln einen der originelleren Genrebeiträge der letzten Jahre gedreht, der eigenartigerweise bis heute nicht auf DVD oder Blu-ray erschienen ist. Eine bizarre Serienkillergeschichte wird dabei mit Motiven aus „Haus der Vergessenen“ von Wes Craven vermischt, was „Barbarian“ zwar nicht zu einem „Pulp Fiction“ des Horrorkinos machte, aber für durchaus smarte und selbstironische 100 Minuten Unterhaltung sorgte. Drei Jahre später folgte mit „Weapons“ ein neuer Film von Cregger, der im weitesten Sinne dem Horrorgenre zuzurechnen ist und sich ähnlich wie „Barbarian“ um eine nichtlineare und die Perspektive wechselnde Erzählweise bemüht. Bereits das Filmplakat sendet eigenartige Vibes aus, denn darauf sieht man schemenhafte Personen, offensichtlich Kinder, die mit ausgestreckten Armen Flugzeuge nachahmend zu nächtlicher Stunde durch eine Straße rennen. Das umreißt auch grob das Mysterium des geschickt strukturierten Films, wo man sehr darauf achten muss, nicht in die Spoiler-Falle zu tappen. Auf jeden Fall geht es darin um das geheimnisvolle nächtliche Verschwinden von siebzehn Schulkindern, dem eine Lehrerin (Julia Garner), die selbst in den Fokus der erfolglos verlaufenden Ermittlungen der Polizei gerät, auf den Grund gehen will, unterstützt vom Vater eines der vermissten Kinder, gespielt von Josh Brolin. Cregger gelingt es dabei, spannend und unvorhersehbar ein mehrdeutiges Mysterium aufzubauen, das subtil die Grenze zwischen dem Übernatürlichen und Verschwörungstheorien verschwimmen lässt. Der finale Plot-Twist, der ähnlich wie „Longlegs“ die märchenhaften Schrecken der Brüder Grimm absurd übersteigert, wird hingegen nicht jedem gefallen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Thomas Kerpen