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WÖLFE IM WANDEL - Die Geschichte von Ulver

Tore Engelsen Espedal

„Wolves Evolve“ ist der Originaltitel dieses Buchs über das norwegische Musikerkollektiv ULVER, das nun vier Jahre später als „Wölfe im Wandel“ auf Deutsch veröffentlicht wird. Das gibt zwar das ursprüngliche Wortspiel nicht ganz wieder, aber insgesamt ist die Übersetzung sehr ansprechend und lebendig geworden. ULVER sind im Kern Kristoffer Rygg als Sänger, Multi-Instrumentalist Jørn H. Sværen und Keyboarder Tore Ylwizaker, der 2024 an seinem 54. Geburtstag Suizid beging und dem dieses Buch explizit gewidmet ist. Dieser Kern wird über die Jahre von unzähligen Musikern der unterschiedlichsten Richtungen ergänzt, die zu ULVER diffundieren und später im Nirvana der Musikszene verschwinden. Dies erklärt auch den verworrenen Pfad, auf dem die Wölfe wandeln und sich eher als Chamäleons denn als Carnivore präsentieren. Vom Beginn 1993 als Black-Metal-Band, die schon als zweites Album eine Folk-LP veröffentlicht, über ambiente Elektronikspielereien und Filmmusik Anfang des Jahrtausends bis zu Coverversionen von unbekannten 1960s-Songs, die aktuell von kompetentem 1980er-Synthpop abgelöst werden, ist es ein langer Weg, der in diversen Interviews mit dem Kerntrio nachgezeicnet wird, ergänzt um Anmerkungen der Wegbegleiter. Anders als in vielen anderen Bandbiografien geht es hier ausschließlich um Musik, die Entstehung der Alben und die emotionalen Hintergründe, die zu den verschiedenen Ergebnissen führen. Privatleben oder gar Skandale finden nur in Nebensätzen oder gar nicht statt. Illustriert wird das vorzügliche Buch durch viele vierfarbig gedruckte Seiten mit Bandfotos aus dem Privatbesitz der Musiker. Großartig.

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