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Interviews & Artikel

FALL OF TROY

Tom Waits hat geholfen

Während ihrer Deutschlandtour im Schlepptau von FEAR BEFORE THE MARCH OF FLAMES und THE BLED hatte ich die Möglichkeit, die momentan angesagteste Equal Vision-Band neben COHEED AND CAMBRIA zu interviewen. Die Tatsache, dass THE FALL OF TROY aus nur drei Leuten bestehen und diese gerade mal um die zwanzig Jahre alt sind, machte die Sache noch interessanter. Schließlich erlebt man nicht jeden Tag eine Band, die es mit nur drei Instrumenten schafft, das Gefühl zu verbreiten, als stünde ein ganzes Orchester auf der Bühne. Noch auf der Hinfahrt zerbrach ich mir den Kopf darüber, was das wohl für Typen sind, die ein Album „Doppelgänger“ nennen. Wie sich herausstellte, ist vor allem Sänger, Gitarrist und Naturtalent Thomas Erak ein sympathischer und vor allem auf dem Boden gebliebener Gesprächspartner ... Das ist schon überraschend, da die Musik von THE FALL OF TROY doch eher vermuten lässt, dass ich es mit einem aufgedrehten Energiebündel zu tun bekommen würde, das nicht eine Sekunde stillsitzen kann.

Demjenigen, der THE FALL OF TROY noch nicht kennt, sei folgendes Bildnis gegeben, um die Mischung von Chaos Jazz Metal und vor allem Progrock-Elementen, die die Band benutzt, darzustellen: Man stelle sich eine sonntägliche Alpenidylle bei schönstem Sonnenschein vor. Man hat sich gerade auf eine bequeme Aussichtsbank gesetzt und schaut den fleißigen Bienchen bei der Arbeit zu. Auf einmal wachsen den Alpenbergen riesige Tentakel, welche versuchen, nach dem Betrachter zu greifen, der sich mittlerweile unter einem riesigen Fliegenpilz versteckt hat. Ein Bär springt dazwischen und wird von einer Elfe in einen Roboter verwandelt. Im Hintergrund brennt die ganze Zeit ein Feuer. Plötzlich gibt es einen Knall und alles ist wieder wie vorher ... Verstanden?

Wie kam es zu der Deutschlandtour mit THE BLED und FEAR BEFORE THE MARCH OF FLAMES?


THE BLED sind gute Freunde von uns. Ohne sie wären wir vorerst nicht nach Deutschland gekommen. Die ganze Organisation lief trotzdem ganz leicht ab: THE BLED haben uns gefragt, ob wir nicht mit ihnen auf Tour gehen wollten und wir haben natürlich zugesagt. Für mich ist es das erste Mal, dass ich in einem Nightliner-Bus reise, und es ist wirklich aufregend: Ich kann mich schlafen legen, wann immer ich will, und wache dann an einem völlig anderen Ort in Europa auf, an dem ich noch nie gewesen bin.

Genießt ihr die Zeit in Deutschland? Schließlich dürft ihr hier viele Dinge tun, die euch in Amerika wegen eures Alters von der Obrigkeit verboten sind.

Auf jeden Fall. Es ist eine komische und vor allem ungewohnte Sache, legal Alkohol zu trinken.

Wie ist das Leben auf Tour für dich?

Es ist verrückt, schließlich bin ich erst 20 Jahre alt ... Jeden Abend kommen so viele Leute auf mich zu und sagen mir, was sie von unserer Musik halten. Leider bleibt da meist nicht mehr Zeit, als für ein Lächeln und einen Handschlag. Dazu kommt, dass jeden Tag so viele neue Eindrücke auf mich einwirken, die wir auch erstmal verarbeiten müssen. Wir kommen gerade in etwas rein, das man wohl Erwachsenwerden nennen muss – vielleicht ein bisschen zu früh.

Sehr viele Leute sprechen über euer Alter ...

Ja, die meisten Leute wollen immer über unser Alter sprechen, wie wir uns kennen gelernt haben und wie wir unseren Sound beschreiben würden. Das sind für mich mittlerweile die schlimmsten und langweiligsten Fragen, die man mir stellen kann. Jeder, der ein Interview macht, sollte sich meiner Meinung nach vorher zumindest ein bisschen mit der Band beschäftigt haben, die er interviewt. Ich persönlich finde übrigens, dass wir gar keinen bestimmten Sound haben. Wir wechseln zum Bespiel innerhalb von 25 Sekunden zwischen Hardcore und Jazz rüber zu Noise. Wenn die Leute uns fragen, nach wem wir uns unserer Meinung nach anhören, sage ich nur, dass sie sich unsere Musik anhören sollen und uns live spielen sehen sollen. Dann können sie sich selber ein Bild machen und uns in irgendeine Schublade stecken. Schließlich ist es auch für mich schwierig, etwas zu beschreiben, was auf der Bühne aus freien Stücken ungeplant passiert. Auf dieser Tour haben wir zum Beispiel jeden Abend ein bisschen improvisiert und dabei haben sich auch Teile wiederholt, die wir abends zuvor gespielt haben. Ich denke, dass ein improvisierter Teil, an den du dich am nächsten Tag noch erinnern kannst, gut sein kann. Vielleicht verwenden wir ein paar von den improvisierten Sachen in unseren nächsten Songs.

Ich bin wirklich begeistert von dem Wall of Sound, den ihr als Trio live geboten habt. Ich fühlte mich dabei an MARS VOLTA erinnert.

Das sagen erstaunlich viele Leute und ich finde das auch nicht schlecht. Cedric und Omar waren, als wir 14, 15 Jahre alt waren, unsere Helden. Die beiden sind auf jeden Fall zwei Typen in der Musikindustrie, die einfach was Besonderes sind. Alles, was sie getan haben, war interessant – wie ein frischer Wind. Wir möchten so etwas auch schaffen ...

Also haben AT THE DRIVE-IN einen großen Einfluss auf euch gehabt?

Auf jeden Fall. Natürlich waren AT THE DRIVE-IN aber nicht die einzigen, die uns begeisterten: Neben den BLOOD BROTHERS, die ja aus der gleichen Stadt kommen wie wir, waren da noch SUNNY DAY REAL ESTATE und vor allem BOTCH. Wie wahrscheinlich alle musikinteressierten Teenager haben wir versucht, deren Techniken zu lernen. Dadurch haben wir uns musikalisch entwickelt. Ist es nicht immer das Gleiche? Jeder leiht sich vom Anderen irgendwas und setzt es anders zusammen. Im Grunde gibt es doch eigentlich nichts Neues mehr.

Wie denkst du über Kritik?

Ich versuche keine Kritik, die sich auf uns bezieht, zu lesen, weil ich denke, dass mich das verrückt machen würde. Es gibt meiner Meinung nach auch zwei Gruppen von Kritikern: Die einen beurteilen dich, schreiben gut über dich und du bist ihnen dankbar. Die anderen schreiben Bullshit über dich, weil sie erstens dich vielleicht nicht verstanden haben oder zweitens dich einfach nicht mögen, was okay ist. Aber wenn man etwas doch nicht mag, dann schreibt oder spricht man auch nicht darüber, oder? Auf der anderen Seite möchte ich natürlich auch gern wissen, was die Leute über uns schreiben. Jedoch würde alles, was ich lese, in meinem Kopf hängen bleiben und mich beeinflussen, egal, ob es eine gute oder schlechte Kritik war.

Könnt ihr eigentlich von eurer Musik leben?

Im Moment reicht es auf jeden Fall dazu, dass wir unsere Rechnungen bezahlen und uns was zu essen kaufen können. Es könnte besser laufen, haha, mal sehen, was die Zeit so mit sich bringt.

Wen würdet ihr covern, wenn ihr könntet?

Ich denke, dass es entweder „Happiness is a warm gun“ von den BEATLES oder „Irresponsible hate anthem“ von Marilyn Manson wäre. Stell dir vor, wie es wäre, wenn wir diese Songs in unser Gewand packen würden ... Gerade das ist es aber auch, was eine Coverversion ausmacht: Du nimmst etwas Fremdes und gibst einen Teil von dir dazu. Die beste Coverversion ist für mich zur Zeit „Under pressure“ von QUEEN in der BLOOD BROTHERS-Version. So stelle ich mir Coversongs vor.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Nach der Europatour fliegen wir wieder nach Hause und fangen an, neue Songs zu schreiben. Wir haben vor, unser drittes Album ein Konzeptalbum werden zu lassen, und deswegen brauchen wir neue Songs für unser zweites Album. Die Songs für das dritte Album sind nämlich schon geschrieben. Nach dem Songwriting geht es wohl wieder auf Tour.

Sebastian Wahle

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #64 (Februar/März 2006)

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