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Interviews & Artikel

STREET DOGS

What would Joe Strummer do?

Kürzlich erschien mit "Fading American Dream" nach "Savin Hill" aus dem Jahr 2003 und "Back To The World" aus dem Jahr darauf, das mittlerweile dritte Studioalbum der Bostoner STREET DOGS. Die Band zählt zu ihren offensichtlichsten Einflüssen THE CLASH, die STIFF LITTLE FINGERS, COCK SPARRER, THE POGUES und die RAMONES, fühlt sich aber auch von Folk-Helden wie Billy Bragg, Bob Dylan und Woody Guthrie und sogar von David Bowie inspiriert. Und laut eigener Aussage vergeht bei den Jungs kein Tag, an dem sie sich nicht fragen: Was würde Joe Strummer jetzt tun? Sicher keine schlechte Art der Endscheidungsfindung und ein Grund mehr, den Herren ein paar weitergehende Fragen zu stellen. Sänger Mike McColgan (ex-DROPKICK MURPHYS) und Bassist Johnny Rioux (ex-BRUISERS) standen uns via E-Mail Rede und Antwort.

Mike, nach dem Erscheinen von "Do Or Die" 1998 hast du die DROPKICK MURPHYS, deren erster Sänger und Gründungsmitglied du warst, verlassen, um bei der Bostoner Feuerwehr zu arbeiten. Bereust du das im Nachhinein?

Mike:
Ich habe die Entscheidung zur Bostoner Feuerwehr zu gehen bewusst getroffen und habe dort vier Jahre lang meinen Dienst getan, und das sehr gerne. Ich habe keinerlei Zweifel, dass meine Entscheidung, die DROPKICK MURPHYS zu verlassen, richtig war und bereue es in keinster Weise. Genauso wenig bereue ich es allerdings, dass ich die Feuerwehr wieder verlassen habe. Ich lebe jetzt viel freier und habe meine Liebe zur Musik wiederentdeckt. Ich lasse die Dinge jetzt auf mich zukommen und schaue einfach, wohin die Musik mich führt.

Wie ist dein beziehungsweise euer Verhältnis zu den DROPKICK MURPHYS heute?

Johnny:
Wir haben alle ein großartiges Verhältnis zu den DROPKICK MURPHYS. Wir sind stolz auf das, was sie über die ganzen Jahre erreicht haben. Es war toll, früher während seiner Zeit bei den BRUISERS kleine Bühnen mit Al Barr zu teilen und genauso ist es jetzt toll zu sehen, wie er sich auf riesigen Bühnen einen ordentlichen Lebensunterhalt verdient.

Euer aktuelles Album trägt den Titel "Fading American Dream". Was für ein Verständnis des Amerikanischen Traums steckt dahinter und in welcher Hinsicht seht ihr ihn verblassen?

Johnny:
Um uns herum scheinen die Werte, die das amerikanische Leben einst zusammenhielten wie Heftklammern, langsam zerstört zu werden. Es scheint so, als seien die Motive nicht mehr so edel, wie sie es einst waren. Hinter allem, was unsere Regierung in letzter Zeit getan hat, stand die Aussicht auf eine hohe Gewinnspanne für die Politiker und ihre reichen Freunde. Das daraus resultierende Leiden jedoch ist nicht einmal messbar. Jeden Tag sterben Menschen und die Arbeiterklasse stellt die Fußsoldaten. Sie werden in die Army gelockt, indem man ihnen eine sichere Zukunft und Geld verspricht. Außerdem werden wir in den USA von den Medien manipuliert. Es gibt keine wahrheitsgetreuen Nachrichten. Alles wird von der Politik gesteuert.

Mike, du selbst warst ja auch in der US Army. Du hast während des Golfkriegs gedient und warst an den Operationen Desert Storm und Desert Shield beteiligt. Inwiefern haben die Erfahrungen dieser Zeit dich und deine Musik beeinflusst?

Mike:
Seit meiner Zeit beim Militär bin ich viel liberaler, offener und demokratischer geworden. Ich hinterfrage heute alles und nutze auch die Musik dazu, das zu tun. Der Song "Final transmisson" behandelt diese Zeit. Als ich als Soldat in Desert Storm diente, hatte ich ein Foto meiner Familie und einen Abschiedsbrief in meinem Kevlar-Helm, für den Fall, dass das Unvorstellbare geschehen sollte. Ich habe diesen Teil von mir in das Jahr 2006 übertragen und mir die Kids heute angeschaut, womit sie im Krieg konfrontiert werden und was möglicherweise in ihren Köpfen vorgeht bis zum Zeitpunkt des Unvorstellbaren, des Todes.

Ich nehme an, ihr seid euch der Tatsache bewusst, dass es in der europäischen Punk-Szene eine andere Einstellung zum Militärdienst gibt, was zu Missverständnissen führen kann.

Johnny:
In Europa, so scheint es mir, gibt es bessere soziale Strukturen. In den USA gibt es häufig keine Möglichkeit, je aus der armen Wohngegend, in die man hineingeboren wurde, herauszukommen, und somit keine Chance auf eine bessere Zukunft. Das Militär nutzt diesen Umstand für seine Zwecke aus und gibt den Kids, die kein Geld und keine Zukunft haben, Hoffnung. Diese Kids, die Soldaten, machen nicht die Gesetze, machen keine Politik. Sie verdienen unsere Unterstützung. Bring them home!

Wie beurteilt ihr persönlich den Irak-Krieg beziehungsweise die US-Außenpolitik generell und speziell den derzeitigen Präsidenten?

Mike:
Der Krieg im Irak ist eine neo-konservative Kampagne, die die Rohstoffe des Iraks ausbeutet. Unter dem Vorwand eines Krieges gegen den Terrorismus und der Suche nach Massenvernichtungswaffen sind wir einmarschiert und haben einen Präventivkrieg gestartet. Dieser Krieg ist falsch. Wir müssen den Irak verlassen und die irakische Bevölkerung ihre politischen und religiösen Angelegenheiten alleine lösen lassen. Was den Präsidenten betrifft: Ich habe ihn nie gewählt, würde ihn in einer Million Jahre nie wählen und habe absolut null Vertrauen in ihn!

Kommen wir zu einem ganz anderen Thema: Jetzt wo der Film "American Hardcore" draußen ist, habt ihr den Eindruck, dass er eine korrekte Darstellung der - Bostoner - Hardcore-Szene der 80er Jahre liefert? Und wie seht ihr aktuell die Szene in eurer Heimatstadt?

Johnny:
Ich habe den Film bisher noch nicht gesehen. Al Barr rief mich an, als das Buch erschien und erzählte mir, darin würden die BRUISERS als Rassisten bezeichnet. Also hab ich mir nie die Mühe gemacht, es mir anzuschauen. Wobei ich selbst diese Bemerkung nie gelesen habe. Was die Szene in Boston betrifft, die ist stärker als je zuvor. Und sie wird noch stärker werden, denn BLOOD FOR BLOOD kommen zurück!

Nach "Savin Hill" hieß es mal, ihr würdet zu Side One Dummy wechseln, aber das passierte dann doch nicht. Woran lag es?

Johnny:
Die Leute von Side One gehören zu unseren besten Freunden in diesem verlogenen Business, aber wir kamen zu der Zeit auf keinen gemeinsamen Nenner. Sie wollten eine EP vor einem Full-Length-Album. Wir sind aber eine Band, die lieber jedes Jahr oder alle eineinhalb Jahre ein reguläres Album veröffentlicht, also entschieden wir uns, unser eigenes Label zu gründen, mit unseren eigenen Regeln. Und das ist nun Brass Tacks. Joe, Bill und die anderen von Side One behandeln uns allerdings, als gehörten wir zu ihnen, und wir lieben die Jungs!

Joachim Hiller & Claudia Luck

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #69 (Dezember 2006/Januar 2007)

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