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Interviews & Artikel

DEFEATER

We’re all crazee now!

DEFEATER aus Boston sind ein Phänomen. Sie sind eine der ungewöhnlichsten Hardcore-Bands der Gegenwart. Ihre Musik ist live wie auf Platte eigenwillig, aggressiv und eingängig zugleich, ihr Auftreten grundsympathisch, weil frei von stereotypen Posen, und ihre Platten Teil eines Gesamtkonzepts, in dem Sänger Derek mittels seiner Texte die Geschichte einer amerikanischen Familie aus der Sicht verschiedener Personen erzählt. Im März erschien ihr neues Album „Empty Days And Sleepless Nights“ auf Bridge 9, wo auch schon „Travels“ (2009) und „Lost Ground“ (2010) veröffentlicht wurden. Ich sprach mit Jay Maas, Gitarrist und Co-Sänger, der zudem der Hauptsongwriter der Band ist und auch für die Aufnahmen zuständig ist, betreibt er doch seit 2003 im Bostoner Vorort Wakefield mit Getaway Recording ein renommiertes Studio, in dem schon Bands wie VANNA, THE CARRIER, BANE oder DEAD SWANS aufgenommen haben. Drummer Andy Reitz gab ein paar kurze Kommentare ab, später gesellte sich noch Sänger und Texter Derek Archambault (der auch mal Gitarre spielt) zu uns, während Bassist Mike Poulin und Gitarrist Jake Woodruff sich lieber auf den Auftritt vorbereiteten.

Jay, wer beantwortet bei euch die meisten Interviews?

Jay: Bislang meist ich, weil ich fast immer erreichbar bin.

Andy: Nein, weil er von uns allen am meisten redet!

Jay: Danke, Andy, du kannst jetzt gehen, haha.

Meist ist in einer Band derjenige, der die Interviews beantwortet, auch so was wie der kreative Kopf – bei DEFEATER auch?

Jay: Auf die Gefahr dahin, dass ich jetzt großkotzig klinge: Ja, mein Input bei DEFEATER ist sehr groß. Die Songstrukturen, ihr Rückgrat, stammen von Andy und mir, und das eigentliche Songwriting stammt von mir. Beim Proben kommt dann der Input der anderen dazu.

Andy: Ich hasse es, das zugeben zu müssen, aber das stimmt, haha. Wir fangen zusammen an zu schreiben, irgendwann hassen wir uns dann so sehr, dass ich raus bin, und Jay macht alleine weiter. Soll er doch die Credits für den Song bekommen, Hauptsache, ich darf noch trommeln und habe meine Ruhe, haha. Und Jay kann sich dann mit Derek streiten.

Jay: Stimmt, ich streite mich mit jedem in der Band.

Andy: Wenn es dir das wert ist, dass du die Credits für den Song beanspruchen kannst, gern geschehen, hehe.

Jay, du bist also schuld.

Jay: Ja, und jenseits von meinem Leben und meiner Familie gibt es nichts, was mir wichtiger ist als die Musik von DEFEATER, und dass wir künstlerisch nur unser Bestes geben. Wenn es um diese Band geht, mutiere ich zum totalen Arschloch, zu einem Kerl, der 20 Stunden am Tag arbeitet, der echt krank ist – frag meine Freundin, die sagt das ständig zu mir. Nein, eigentlich bin ich ja ganz nett, aber die Band ist immer präsent, die kann ich nie „abschalten“.

Woran liegt das?

Jay: Keine Ahnung, ich war schon immer so. Vielleicht ist das ja eine krankhafte Störung, ich weiß es nicht.

Andy: Was immer es ist, es bringt sehr gute Platten hervor. Bei DEFEATER besteht übrigens eine direkte Korrelation zwischen dem kreativen Input einer Person und ihrer absoluten Verrücktheit. Derek ist unglaublich kreativ, seine Texte sind der Hammer – und er ist einer der verrücktesten Typen, die ich kenne. Jays Wahnsinn schlägt sich in den Songs, in den Aufnahmen, in der der Produktion nieder. Und ich? Ich bin auch bekloppt, ich bekomme mein Leben nicht auf die Reihe.

Jay: Ja, stimmt, Andy ist eher auf konventionelle Weise verrückt.

Andy: Findest du?

Jay: Oh ja, du machst ständig irgendwas, das keinerlei Sinn ergibt. Zum Beispiel wenn er sich mit der Hand in den Haaren herumwuschelt, dann weiß ich genau: „Ich verliere ihn, es ist mal wieder so weit!“ Dann hat er Streit mit seiner Freundin, in seiner Firma läuft was schief, und dann brülle ich ihn auch noch an, weil er den Takt nicht hält. Derek hingegen ist emotional verrückt, und nur deshalb kann er diese so unglaublich ehrlichen Texte schreiben. Ich hingegen bin einfach nur arschlochig verrückt. Ich bin der Diktator der Band, derjenige, der immer mit dem Finger auf andere zeigt, „Du bist schuld! Du hast es verbockt, mach es richtig!“ – so einer bin ich. Noch verrückter ist nur, dass unsere Band sich noch nicht aufgelöst hat und wir sogar Platten rausbringen.

Gibt es auch einen schmerzfreien Weg, mit einer Band kreativ zu sein?

Jay: Schwer zu sagen, denn jede Band schreibt ihre Songs anders, in jeder Band treffen andere Persönlichkeiten aufeinander.

Andy: Jeder, der in einer regelmäßigen Band spielt, ist sowieso irgendwie abseits des Mainstreams – nicht verrückt im klinischen Sinne, aber in dem Sinne, dass er sich seinen Weg durch’s Leben abseits der ausgetretenen Pfade sucht.

Jay: Für mich ist die Band Kunst, und je wichtiger dir deine Kunst ist, je mehr Platz du ihr in deinem Leben einräumst, desto „verrückter“ wirst du. Für dich ist deine Kunst dann das, was wichtig ist im Leben. Diese Band ist das, wofür ich seit meiner frühesten Jugend „trainiert“ habe. Mit zwölf habe ich meine erste Gitarre bekommen, mit 14 hatte ich meine erste Band, mit 17 war ich erstmals auf Tour, und ich hatte keine Ahnung, dass mich das auch mit 30 noch beschäftigen wird, dass die Musik so mein Leben bestimmen würde. Irgendwann habe ich dann auch gemerkt, dass das eine Straße ist, auf der es ab einem gewissen Punkt keine Möglichkeit zum Umkehren mehr gibt. Wenn man sich seiner Musik mit ganzem Herzen widmet, wird es immer schwieriger, sich vorzustellen, eine andere „Karriere“ mit gleicher Intensität zu verfolgen. Ich habe mich schon immer für Wissenschaft interessiert, hätte mir vorstellen können, Medizin zu studieren, und ich weiß, hätte ich diesen Weg eingeschlagen, würde ich diesen Beruf mit der gleichen Intensität und Verrücktheit ausüben. Aber ich habe mich eben für die Musik entschieden, was aus finanziellen Gründen natürlich keinerlei Vergleich erlaubt. Aber was soll’s, das letzte Hemd hat keine Taschen, und wenn ich die Wahl habe, reich oder erfüllt zu sterben, dann wähle ich Letzteres. Denn ich habe auf nichts mehr Bock als aufs Platten machen, auf den Auftritt jetzt gleich, darauf, mich morgen wieder in unseren Van zu quetschen, abends dann wieder eine Show zu spielen, und so weiter. Die allermeisten Menschen, die ich zu Hause kenne, werden so was nie erleben können, die werden es nie schaffen, mal nach Deutschland zu reisen oder sonst wohin.

Tim von RISE AGAINST sagte kürzlich im Interview, diese Tourerfahrung habe sein Leben fundamental geändert.

Jay: Es gibt in den USA eine Menge Leute, die mich für diese Aussage hassen werden, aber Amerika ist genauso isoliert, wie es groß ist. Im Norden ist Kanada, die sind uns sehr ähnlich und eigentlich egal, und im Süden ist Mexiko, und das ist ein Dreckloch. Ich habe nichts gegen die Mexikaner an sich, aber für das Land ist das eine zutreffende Aussage. Und dann ist da Europa, und das ist irgendwie ein Fake: Wir müssen keine fremde Sprache lernen, wir können problemlos touren. Perfekt. Ich bin zudem in der komfortablen Position, überall Menschen wie mich zu kennen, kann überall zu Hause sein: In den letzten Monaten war ich in Perth und Melbourne in Australien, jetzt bin ich hier, ich habe überall Freunde, und das steht über den Gefühlen, die der normale Amerikaner gegenüber Menschen aus anderen Ländern hat. Es geht nicht um Politik, um Vorurteile, sondern nur um die Menschen. Wenn man in so vielen Ländern war, nimmt man nicht mehr hin, dass Politiker ganze Länder und ihre Bevölkerung dämonisieren und zu Feinden erklären. Die Sprache, die Gebräuche mögen anders sein, die menschlichen Grundwerte aber sind überall die gleichen: Die Familie ist uns wichtig, und wir wollen gut und in Frieden leben. Diese Erkenntnis gewinnt man nicht durch Erziehung, in der Schule, sondern nur durch eigene Erfahrung.

Musikalisch scheinen sich DEFEATER immer weiter wegzubewegen von „normalem“ Hardcore. Der Unterschied zwischen euren Platten ist beträchtlich, ebenso zwischen den Auftritten auf der ersten und der zweiten Tour. Von den Bands, mit denen ihr spielt, unterscheidet ihr euch sowieso. Wohin geht die Reise?

Jay: Man kann entweder Neues schaffen oder Altbekanntes wieder hochwürgen. Letzteres hasse ich aber, auch wenn ich zu viel getrunken habe. Neue Lieder kommen zu mir oft unter der Dusche. Da singe ich – keine Texte oder Worte, sondern Riffs, Rhythmen. Und das nehme ich dann auf. Ich singe aber nur, wenn ich alleine bin, haha. Und dann renne ich runter ins Studio, um meine Ideen festzuhalten. Das kann ich niemandem vorspielen, das klingt schrecklich, das sind Ideen, die aus meinem Hirn direkt in den Mund gehen, und ich versuche dann, sie auf der Gitarre umzusetzen. So entsteht unsere Musik, und nicht dadurch, dass ich die Platten anderer Bands höre und dann denke „Oh, cooler Moshpart, so was müssen wir auch mal machen!“. So arbeite ich nicht, und deshalb und durch persönliche Weiterentwicklung verändert sich auch die Musik der Band. Ich liebe Melodien, ich liebe Songstrukturen, ich liebe Musik, die bei aller Aggressivität einen guten Flow hat, die man gut hören kann, die mit Liebe zum Detail gemacht wurde. Und deshalb mache ich meine Musik genau diesen Kriterien entsprechend.

Wie stellt man sicher, dass man trotz musikalischer Weiterentwicklung seine Fans nicht überfordert, sie nicht verliert?

Jay: Ich denke, dass Kreativität nicht notwendigerweise die Zugänglichkeit von Musik begrenzt. Mein Hauptziel für unser neues Album „Empty Days And Sleepless Nights“ war, Musik zu machen, die Sinn macht. Wenn jemand Musik machen will, die kompliziert und schwer verdaulich ist, soll er das tun, aber ich habe daran kein Interesse. Kreativer Anspruch und Zugänglichkeit gehen für mich Hand in Hand. Vielleicht ändert sich das mal und wir verlieren all unsere Freunde, aber derzeit ist das nicht mein Plan. Es ist doch so, dass Menschen Musik gerne in Kategorien einordnen. Eine Band macht nicht einfach nur Musik, sondern sie gehört in irgendein verrücktes Subgenre von Metal, Punk oder Hardcore. Dann verändert sich der Sound, anstatt nach Band X aus Subgenre A klingt es jetzt nach Band Y aus Subgenre B, aber die Fans von Y mögen dich nicht, weil du mal wie X geklungen hast. Das ist bekloppt, aber vielleicht haben wir ja die Chance, gegen so ein Denken zu bestehen. Wir entwickeln uns ganz natürlich weiter, und wenn jemand die Entwicklung als zu krass empfindet, besteht doch auch die Möglichkeit, dass sich neue Türen öffnen und neue Leute dich entdecken.

DEFEATER sind eine sehr kreative Band. In drei Jahren habt ihr schon drei Alben plus EPs gemacht.

Jay: Das ist viel, aber Derek und ich machen schon seit sieben Jahren zusammen Musik, wir fingen also nicht bei null an. Und es hilft sehr, ein eigenes Studio zu haben – und die Unterstützung eines Labels wie Bridge 9. An Ideen mangelt es mir nie, also schreibe ich einfach immer neue Songs. Und wer weiß schon, was morgen ist? Außerdem würden wir nie etwas veröffentlichen, von dem wir nicht überzeugt sind, das nicht unseren Qualitätsansprüchen genügt. Ah, da kommt Derek! Derek, setz dich zu uns.

Dann können wir ja noch mal über die Texte reden. Wie geht die Familiensaga weiter, die du mit den ersten beiden Alben entwickelt hast?

Derek: Auf der neuen Platte geht es um den älteren Bruder, um seinen alltäglichen Versuch, mit dem Verlust seines Vaters klarzukommen, mit dem Verfall seiner Mutter umzugehen, mit Drogenabhängigkeit. Es ist die Beschreibung eines Angehörigen der unteren Mittelklasse in den USA, die Beschreibung des Lebens von Menschen, die versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen. Es ist eine fiktive Geschichte, aber die Inspiration dazu stammt aus persönlicher Erfahrung, aus Beobachtungen in der eigenen Familie, bei Freunden. Die Texte auf „Lost Ground“ von Anfang 2010 handeln vom Leben meines Großvaters im Zweiten Weltkrieg. Der war bei den Fallschirmjägern, doch glücklicherweise verletzte er sich bei einem Trainingsabsprung das Knie und war deshalb am „D-Day“ bei der Invasion in der Normandie nicht dabei. Deshalb sitze ich hier – andernfalls hätte er wohl nicht überlebt und ich wäre nicht hier. Als Jay und ich zu Beginn von DEFEATER überlegten, eine Reihe von Konzeptalben zu machen, hatte ich innerhalb einer Woche einen Umriss fertig, von meinen eigenen Erlebnissen und Beobachtungen ausgehend.

Wie muss ich mir das vorstellen? Hast du die Familiengeschichte, die deinen Texten den Rahmen gibt, irgendwie skizziert oder verschriftlicht?

Derek: Es gibt eine Storyline, an der ich mich orientiere. Der Rest ergibt sich dann im Laufe der Arbeit an den Songs. Ich höre Schlagzeug-Parts und Gitarrenakkorde, und dazu fallen mir dann die passenden Worte ein, und letztlich sind wir alle überrascht, was wir da wieder geschaffen haben.

Jay: Derek schafft es immer wieder, mich glauben zu lassen, dass die Menschen aus seinen Texten real existieren. Wenn man DEFEATER seit „Travels“ kennt, schließen sich mit den Texten der neuen Songs Lücken in der Geschichte. Der ältere der beiden Brüder ist nicht abgehauen, er blieb zu Hause und setzt sich mit dem ganzen Scheiß auseinander. Wenn man mit „Travels“ vertraut ist und die Texte des neuen Albums aus seiner Sicht liest, schließen sich Lücken. Es sind Puzzleteile, die dabei helfen, das Bild zu vervollständigen.

Wer hat euch das alles beigebracht? Seid ihr Autodidakten?

Derek: Ich hatte früher mal Gitarrenunterricht.

Jay: Ich auch, so bis ich 18 war, nahm ich das sehr ernst, besuchte mal einen fünfwöchigen Intensiv-Gitarrenkurs, hatte Einzelunterricht und besuchte auch Musiktheorie-Kurse.

Derek: Echt? Das wusste ich nicht.

Jay: Ja, und ich verstand das alles immer schneller im Kopf als mit den Fingern. Erst heute verstehe ich im Detail, was mir mein Gitarrenlehrer vor zehn Jahren erzählte.

Derek: Jays Arbeit im Studio mit anderen Bands hilft ihm sehr zu verstehen, wie man einen bestimmten Sound in eine Aufnahme überführt. Und davon profitieren wir als Band.

Jay: Stimmt, wenn man das ganze Jahr über mit anderer Leute Musik arbeitet, kapiert man irgendwann, was funktioniert und was nicht, und kann das bei der eigenen Musik berücksichtigen. Man weiß dann ganz genau, was man bei seiner eigenen Band um jeden Preis vermeiden will ...

Derek: Umgekehrt ist es genauso: Ist eine exzellente Band im Studio, ist man bei einer guten Idee neidisch, sie nicht selbst gehabt zu haben.

Jay: Komposition und Dynamik, das sind für mich die beiden Schlüsselaspekte. Ich bin mittlerweile besessen von Tempowechseln und Dynamik, und das liegt allein an meinem Job. Ich achte heute viel mehr auf alle Details.

Wie schwer ist es, Jay zu verstehen?

Derek: Mittlerweile geht es, aber als ich ihn erstmals traf, war ich überzeugt, dass der ’ne Macke hat. Unsere Band funktioniert, weil fünf Leute, die so unterschiedlich sind, dennoch zusammen etwas geregelt bekommen. Wir sind fünf Weirdos, die der Zufall zusammengebracht hat: Oh, wir sind jetzt zusammen in einer Band – und in Europa!

Jay: Und wir sind Meister darin, uns ganz leise gegenseitig zu hassen. Bei der letzten Tour sagte unser Fahrer am Ende der Tour, er hätte zu Beginn damit gerechnet, dass wir uns schon nach kürzester Zeit alle total in den Haaren haben, weil wir alle so intensive Typen seien. Stattdessen hätten wir uns wie kleine Mädchen benommen, die sich still und leise hassen, bis sie sich dann wieder vertragen, hahaha.

Derek: Und wir gehen sogar zusammen einkaufen.

Ihr tut was?

Jay: Ja, wir gehen gerne in Shopping Malls. Schaufensterbummel machen. Und wenn wir dann einen Kapuzenpulli für sieben Dollar finden, wird der anprobiert, jeder gibt seinen Kommentar ab, und dann ist’s gut.

Derek: Vor der Tour musste ich mir noch eine neue Hose kaufen, ich musste alleine los, und dann stand ich im Laden vor dem Spiegel und wünschte, die Jungs wären bei mir, um mir zu sagen, ob mir die stehen.

Andy: Ich glaube, wir sind gerade dabei unseren Ruf zu zerstören ...

Derek: Egal, wir sind ja nicht nur verrückt, sondern auch kein Stück cool. Statt Party zu machen, setzen wir uns lieber in eine Ecke und lesen. Dazu was zu trinken – perfekt.

Jungs, besten Dank für diese erhellenden Einblicke.

Joachim Hiller

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #95 (April/Mai 2011)

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