Interviews & Artikel : BIERSPECIAL: Ruhrpott Rodeo :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

BIERSPECIAL: Ruhrpott Rodeo

Alex Schwers veranstaltet alljährlich zu Pfingsten das Ruhrpott Rodeo-Festival und ist überdies Schlagzeuger von SLIME. Bei einem Punk-Festival ist Bier ein wichtiger Faktor, also wollten wir von Alex wissen, wie er mit dem Thema umgeht.

Welches Bier bietest du auf dem Ruhrpott Rodeo an – und warum dieses?


Bei uns gibt’s Fürstenpils von der Lahnsteiner Brauerei. Wir haben es selbst zu genüge getestet und für gut befunden. Und den Besuchern scheint es zu schmecken, wir kriegen nur positive Rückmeldungen.

Der Bierverkauf ist sicher eine der wichtigsten Einnahmequellen während eures Festivals. Wie wichtig ist sie – und würdet ihr durch mehr Auswahl auch mehr verdienen?

Ohne den Bierverkauf wäre das Festival nicht möglich. Diese Einnahmen sind in der Kalkulation eine feste Größe. Ich denke nicht, dass wir mehr Bier verkaufen würden, wenn die Auswahl größer wäre. Wichtig ist, dass es gutes Bier gibt, ansonsten ist es den meisten egal, welche Marke sie da gerade trinken ... glaube ich. Der Getränkeumsatz ist extrem wetterabhängig, das Risiko liegt voll bei uns.

Hansa beispielsweise gilt ja als typisches „Punk-Bier“, gehört aber zur Radeberger-Gruppe, dem deutschen Marktführer in Sachen Bier. Kritisch gefragt: Wie lässt es sich mit der alternativen, anti-kapitalistischen Haltung des Punk verbinden, einen solchen Großkonzern zu unterstützen?

Es ist ja eh immer so eine Sache mit den Marken, die in der Punk-Szene Kult sind. Da geht es oft mehr um Style und es wird nicht viel hinterfragt. Wir haben uns für einen kleinen Familienbetrieb mit acht Vollzeit- und zwei Teilzeitangestellten entschieden.

Welche Folgen hat es für ein Festival, sich für ein bestimmtes Bier zu entscheiden? Welche Bedeutung haben Sponsoring, Werbung und so weiter?

Sponsoring spielt bei einem Festival unserer Größenordnung keine so große Rolle. Wenn eine coole Fusion mit einer vertretbaren Firma zustande käme, wären wir nicht abgeneigt. Es muss aber zusammenpassen. Wir sind in unserer Bierauswahl völlig frei und ungebunden und schenken jetzt im vierten Jahr Lahnsteiner Pils aus. Alle sind damit glücklich, also gibt es im Moment keinen Grund zu wechseln. Das Ruhrpott Rodeo hat auch Partner, allerdings sehr wenige. Wir sind keine und möchten auch keine Werbeoase sein.

Was spricht dagegen, sich als „kleines“ Punk-Festival mit einer lokalen und/oder unabhängigen Brauerei zu verbünden?

Gar nix!

Viele „alternative“ Clubs und Festivals bieten lediglich das Bier der großen Konzerne wie Beck’s an, woran liegt das? Ist es für einen Club, ein Festival eher nachteilig, sich für eine kleine, unabhängige Biermarke zu entscheiden?

Wir können nur für unser Festival sprechen. Dadurch, dass wir kein Sponsoring über eine große Brauerei beziehen, sind wir absolut unabhängig. Unser Vorteil ist, dass wir das Bier etwas günstiger einkaufen und dementsprechend einen günstigeren Verkaufspreis haben als andere Festivals. Der Nachteil ist, dass uns für Bierzelte oder Bierwagen, Schankanlagen, Theken, Kühlwagen und Kühltruhen Kosten durch externe Anmietung entstehen, weil es für so eine kleine Brauerei nicht möglich ist, dieses Material zu stellen.

Man darf auf das Ruhrpott Rodeo auch eigene Getränke mitbringen, zumindest auf den Campingplatz. Wie handhabt ihr die „Eigenversorgung“, welche Regeln gelten, und warum?

Auf den Campingplatz darf man alles mitbringen, solange es keine Glasflaschen sind. Ins Innengelände vor die Bühne darf man nichts mitnehmen. Das hat einen einfachen Grund: Wir sind, wie schon oben erwähnt, auf den Getränkeverkauf angewiesen. Man geht ja auch nicht in die Kneipe und bringt ’ne Kiste Bier mit. Auf dem Campingplatz ist das natürlich völlig okay. Man kann nicht erwarten, dass sich jemand, der drei Tage auf einem Festival ist, komplett von der Festival-Gastronomie ernährt. Ich schätze, dass mindestens das Doppelte von dem, was wir im Innengelände an Getränken verkaufen, auf dem Campingplatz zerlegt wird.

Joachim Hiller

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #104 (Oktober/November 2012)