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Interviews & Artikel

FIREWATER

Alle wichtigen Fakten zu diesem von Ex-COP SHOOT COP Tod Ashley Mitte der 90er gegründeten Rock-Outfit aus den Tiefen Brooklyns kann man in Ox # 42 nachlesen.
Nach den beiden großartigen Alben "The Ponzi Scheme" (1997) und "Get Off The Cross We Need The Wood For Fire" (1996) erscheint das dritte Album "Psychopharmacology" (siehe Review in dieser Ausgabe) jetzt erstmals auf einem deutschen Label, sprich Nois-O-Lution aus Berlin – in den USA wie gehabt auf dem hauseigenen Label Jetset, nachdem sie Universal doch nicht haben wollte. Vielleicht kriegen diesmal ja ein paar Leute mehr mit, wie anders Rock klingen kann, wenn er von einem brillanten Musiker wie Tod A. ausgedacht wurde, der sich hier auch in textlicher Hinsicht wieder selbst übertroffen hat.

Mit dem neuen Album habt ihr endlich auch in Deutschland ein Label gefunden. Woran hat´s bisher in dieser Hinsicht gehapert?


Wir mussten halt jemand finden, der für die Platte die richtige Begeisterung aufbringen konnte. Es gab Leute, die sie rausbringen wollten, aber nur wenige, die wirklich begeistert waren. In den USA kam das Album zwar bereits Mitte des letzten Jahres raus, aber wir sind glücklich, dass sie jetzt überhaupt in Deutschland erscheint.

Generell wundere ich mich, dass eine Band wie FIREWATER, die ja nicht komplett unkommerziell ist, nicht mehr Interesse bei den Majors erregt. So Luschen wie die STROKES bekommen da ja auch einen Vertrag.

Keine Ahnung, meine eigene Erfahrung mit Majorlabels sieht jedenfalls so aus, dass die einfach nicht besonders effizient und kreativ arbeiten. Sie haben ihre Vorstellung, wie Musik zu klingen hat, und wenn Musik mal anders klingt, verwirrt sie das ziemlich. Sie sind wie Dinosaurier, und hoffentlich auch vom Aussterben bedroht, haha. Die STROKES sind schon okay, sie schreiben gute Songs. Das Problem ist die englische Musikpresse mit ihrem Hype der Woche, da weiß man nie, was man von einer Sache wirklich zu halten hat. Außerdem gönne ich jedem seinen Erfolg.

Du bist aber sehr diplomatisch...

...ich bin der Henry Kissinger des Rock, haha. Obwohl, das ist doch nicht so toll, der war ja für die Bombardierung Kambodschas verantwortlich.

Wir hatten uns ja bereits mal während eurer Deutschland-Tour Ende 2000 unterhalten. Waren da eigentlich schon Songs des neuen Albums fertig?

Durch die Verhandlungen mit Universal, aus denen nichts wurde, wie du ja weißt, waren wir fast anderthalb Jahre blockiert. In dieser Zeit habe ich jede Menge Songs geschrieben, und wir hatten so genug, die wir für "Psychopharmacology" auswählen konnten. Ein paar davon haben wir auch schon auf der letzten Tour gespielt z.B. eine Version von "Black Box Recording". Wir versuchen da generell immer neue Sachen auszuprobieren.

Bei der neuen Platte hatte ich manchmal das Gefühl, du hättest in letzter Zeit viel BEATLES gehört.

Ich glaube, diesem Einfluss kann man generell nicht entkommen. Es stört mich nicht, wenn jemand das sagt, ich nehme es als Kompliment. Ich habe kein Problem damit, wenn man solche Einflüsse stark raushört. Fuck it, sage ich da, das ist der Song, der mir zu einem bestimmten Zeitpunkt richtig und ehrlich erschien. Egal, ob es da irgendwelche musikalischen Referenzpunkte gab. Die Idee hinter der Platte war, eine musikalisch eher lockere Platte zu machen mit sehr düsterem Inhalt. Sozusagen die düsteren Ereignisse der letzten Zeit in ein positives Licht rücken, weil es für mich persönlich der einzige Weg war weiterzumachen – a positive outwork on life.

Die neue Platte klingt zwar streckenweise richtig poppig, dafür triefen deine Texte vor Sarkasmus wie im Titelsong, wo es z.B. heißt "Psychopharmacology is going to save your soul, cause God is great and God is good, but he is also made of wood".

Ich bin halt ein frustrierter, ständig enttäuschter Idealist, haha. Ich bin wahrscheinlich wirklich etwas sarkastisch, aber versuche mich zu bessern. Bei "Psychopharamacology" geht es eigentlich um eine eher traurige Geschichte. Nämlich um eine Freundin, die extreme Probleme hatte, mit dem Leben klar zu kommen, und einen Weg gesucht hat weiterzumachen. Sie entschied sich schließlich, dass es den nicht gab... Es existiert eine chemische Balance in deinem Hirn, da wo die Persönlichkeit stecken soll, und da gibt es eine Korrelation mit anderen Teilen wie Kreativität, Freude oder Depression. Vor 40 Jahren hat man das noch "Persönlichkeit" oder "Kreativität" genannt. Inzwischen weiß man, dass es nur chemische Prozesse sind. Und wenn du anfängst, damit Mist zu bauen, gibst du Teile deiner Individualität auf. Viele verlieren so ihren letzten Funken Leben.

Erzähl auch noch mal was zu "Black Box Recording". Da bin ich sicher nicht der einzige, der dich auf den Song anspricht.

Da hast du völlig Recht. Es ist natürlich nicht so lustig, wie es vielleicht aussehen mag. Eher ein Ausdruck meines Sinns für schwarzen Humor. Das Ganze basiert auf einem Erlebnis, das ich auf einem Flug von England nach Deutschland hatte. Das Flugzeug verlor irgendwann durch ein Luftloch rapide an Höhe, in Folge knallten ein paar Leute unter die Decke und flogen aus ihren Sitzen. Ich erinnere mich noch sehr gut an die ganzen banalen Dinge, die mir dabei durch den Kopf schossen, z.B. dass ich noch jemandem 20 Dollar schuldete oder vergessen hatte, meine Wäsche aus der Reinigung abzuholen. Ich habe dann wohl angefangen zu lachen, worauf mich die Leute ganz entgeistert anschauten. Ich war so froh, noch am Leben zu sein, dass ich es hinterher sehr amüsant fand. Irgendwie war ich auch enttäuscht, dass nicht mein ganzes Leben an meinem geistigen Auge vorbeizogen war, was es wahrscheinlich auch so lustig machte. Ich kam mir richtig betrogen vor, wo waren die verdammten Rückblenden, haha...

Thomas Kerpen

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #46 (März/April/Mai 2002)

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