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BRUCE LAMONT

Broken Limbs Excite No Pity

Bruce Lamont muss ein ausgesprochen ausgeglichener Mensch sein. Denn mit YAKUZA, CORRECTIONS HOUSE (mit NEUROSIS-Sänger/Gitarrist Scott Kelly, Sanford Parker und Mike IX Williams von EYEHATEGOD) oder BRAIN TENTACLES (mit Aaron Dallison, Bassist von KEELHAUL) besitzt Lamont perfekte Bandprojekte als Ventil zur Kanalisation seiner „dunklen“ Seiten, in einer Schnittmenge aus Noise, Industrial, Mathcore und Sludge.

Radikalität ist dabei Grundvoraussetzung, auch wenn es Lamont auf seinem zweiten Soloalbum (2011 erschien „Feral Songs For The Epic Decline“) etwas ruhiger angehen lässt. Ruhig ist allerdings nicht gleichbedeutend mit „eingängig“, denn „Broken Limbs Excite No Pity“ wird bestimmt von ähnlich disharmonischen und verstörenden Klängen, wie man sie auch von anderen Veröffentlichungen unter seiner Beteiligung kennt.

Sein prägnantes, an John Zorn erinnerndes Saxophonspiel tritt dabei etwas in den Hintergrund, stattdessen gibt es überwiegend rituelle Drone-Ambient-Klänge zwischen Neo-Folk und Industrial, wo auch THROBBING GRISTLE ihre Spuren hinterlassen haben.

Dabei entstand ein faszinierend vielschichtiges Album, das auf eine bizarre Weise sogar richtig harmonisch und intim wirkt, und auf dem Lamont sich ein weiteres Mal als visionärer Produzent einer eigenwilligen Soundästhetik präsentiert, deren dunklem Sog man sich nur schlecht entziehen kann.