FRIEDRICH SUNLIGHT

Sag es erst morgen

Bereits mit dem selbstbetitelten 2016er-Album hat das Sunshine-Soul-Pop-Quintett aus Augsburg einen äußerst als guten Eindruck hinterlassen. „Sag es erst morgen“ geht mehre Schritte weiter und einen halben zur Seite.

Das Songwriting ist hier von unglaublicher Qualität, die Band ist an jedem Posten erstklassig besetzt, Arrangements, Texte und nicht zuletzt der Sound der detailversessenen Produktion bleiben schwer zu übertreffen.

Ob vielschichtiger Northern-Soul beim Titeltrack, Sunshine-Pop („Bei dir“) oder Pop-Psych („Radikal und chic“), die Band kommt stets auf den Punkt mit einer abgebrühten Spielfreunde, die schon erstaunt.

Nicht wenige Songs klingen beinahe so professionell, als wenn hier die leibhaftige „Wrecking Crew“ (die alten L.A.-Session-Haudegen hinter Brian Wilsons oder Curt Boettchers besten Momenten oder gar den MONKEES) zu Werke gegangen seien.

Apropos Boettcher: Die Nummer „Fernweh“ könnte ohne weiteres ein verschollener Outtake des ersten MILLENNIUM-Albums sein. Riesen-Album, allerdings mit einem Riesen-Wermutstropfen: Sänger Kenji ist nach Glasgow gezogen, die Zukunft der Band wirft viele Fragen auf.