COPYKILL

Victim or witness

Mit den meisten Bands dieses Genres kann man mich ja jagen, Alveran bringt aber mit dem Album von COPYKILL ein Werk raus, das ich mir sogar ohne Probleme über die ganze Länge anhören kann. Sehr wuchtiger, fett produzierter Eastcoast-Moshcore, der den Sprung über die ewige HATEBREED/ALL OUT WAR Messlatte ohne Straucheln schafft.

Der Gesang ist natürlich ziemlich tough guy mässig, aber das zählt wohl zum Image der Band, auch die Texte schlagen teilweise diese Richtung ein. Im Booklet betonen die Ruhrpott-Mosher zwar, dass sie genau das nicht wären, ganz von der Hand weisen lässt sich dieser "Vorwurf" aber nicht.

Erfreulich ist ja schon mal, dass COPYKILL diese Vorwürfe wirklich als Vorwürfe und nicht als Auszeichnung verstehen. Warum man aber einen extrem dämlichen, brutalen und gewaltverherrlichenden Text schreiben muss ("the blood of my enemies"), um mit dem Klischee auf diese vorgeworfenen Klischees zu reagieren, kann ich nicht ganz nachvollziehen.

Egal, gewaltverherrlichend kann man die übrigen Texte zwar nicht nennen, aber so eine gewisse Großmäuligkeit und Brutalität der Sprache lässt sich nicht übersehen, eigentlich schade, weil die Texte sich durchaus mit kritischen Themen beschäftigen und zumindest von der Thematik aus der üblichen Schablone ausbrechen.

Wer darüber hinwegsehen kann, wird aber den ein oder anderen Killersong vorfinden, denn wenn COPYKILL urplötzlich das Tempo zurücknehmen und einen Moshpart einleiten, sind sie echt ziemlich unschlagbar.

Kann ich mir nur ab und an anhören, hat aber seinen Reiz und dürfte für Fans des Genres wohl bald zu einem Standardwerk im Plattenschrank gehören.