DENGUE FEVER

Venus On Earth

Das erste Mal stieß ich auf diese Band, als Buzz von den MELVINS sie mir gegenüber im Interview als Geheimtip erwähnte. Etwas später – Zufälle gibt’s ... – hatte ich dann via ihres in England ansässigen Labels das Album in der Hand und war genauso fasziniert wie Mr.

Osborne. Dabei taugt die Band aber eigentlich nur beschränkt als Geheimtip, wurde sie doch schon 2001 von den Brüdern Ethan und Zac Holtzman in Los Angeles gegründet, nachdem die sich bei einer Reise durch Kambodscha von der dortigen Rockszene hatten inspirieren lassen (interessanterweise gab es in Kambodscha in den 60ern ein recht aktive Musikszene, die kambodschanische Musiktraditionen mit westlichen vermischte).

Auf der Suche nach einer in Khmer singenden Frontfrau stießen sie auf Chhom Nimol, die in Kambodscha schon eine recht erfolgreiche Karriere als Karoake-Sängerin vorweisen konnte. 2003 erschien das erste Album, mit Texten nur auf Khmer und vielen Coversongs alter kambodschanischer Rockbands.

2005 kam dann der zweite Longplayer „Escape From Dragin House“, und es wurde jetzt auch auf Englisch gesungen. Es war dann wohl dieser „Exoten“-Aspekt, der Peter Gabriel dazu brachte, DENGUE FEVER für das dritte Album „Venus On Earth“ auf Real World Records zu signen, und auch wenn ich sicher recht spät dran bin mit meiner Entdeckung dieser Band, so gilt hier wie so oft: besser spät als nie.

Das Interessanteste an dieser Band ist sicher der Gesang von Chhom Nimol, die auch hier zwischen Englisch und Khmer hin und her wechselt, es sind die für westliche Ohren ungewohnten Tonfolgen und Melodien, die DENGUE FEVER und die zarte, entfernt an Canton-Pop erinnernde Stimme ihrer Frontfrau (die hier und da von Zac unterstützt wird) so reizvoll machen.

Aber auch musikalisch ist der Psychedelic-Pop der Holtzman-Brüder überzeugend: Farfisa-Orgel, Blasinstrumente, eher bedächtige als laute Kompositionen ergeben eine relaxte, verträumte Stimmung, wobei die Grenze zu Easy Listening-Weichspülerei nie überschritten wird.

Ein faszinierendes, unbedingt entdeckenswertes Album!