DRAGSTRIP

Reaction Time

Nein, mit Drag Queens und Drag Kings, die sich ausziehen, hat DRAGSTRIP rein gar nichts zu tun, sondern eher mit harten Männern, die in übermotorisierten, zigarrenförmigen Gefährten sitzen und sich von alkoholgetriebenen Motoren in Höllengeschwindigkeit über eine 400 Meter lange Piste katapultieren lassen – Dragster, die den Dragstrip entlangbrettern eben. Wie ich jetzt die Kurve zum Surfen kriegen soll, weiß ich allerdings auch nicht, aber Fakt ist nun mal, dass DRAGSTRIP aus Indianapolis einerseits von Dragsterrennen besessen sind und ihr Booklet mit entsprechenden Fotos zieren, andererseits aber auch feinste Surf-Instrumentals am Start haben. Allerdings sind sie weder spacige noch trashige Vertreter dieses Genres, sondern wissen um die Errungenschaften moderner Aufnahmetechnik. Dem Charme ihrer Songs tut das jedoch keinen Abbruch. Macht Spaß, dieses Albums, das zu den besseren 50% des seit „Pulp Fiction“ boomenden Genres gehört, und mit Link Wrays „Jack the Ripper“ ist auch ’ne nette Coverversion dabei.