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CDs/LPs/Singles - Reviews

MINISTRY

Original Album Series

Format: 5CD

Label: Rhino

Vertrieb: Warner

Webseite

Wertung:


2008 verkündete Alain Jourgensen das Ende von MINISTRY und schloss eine Reunion kategorisch aus. Was von solchen vollmundigen Ankündigungen zu halten ist, weiß jeder: Es ist fast immer nur eine Frage des Preises, wann aus dem „Nein!“ ein „Na ja ...“ wird.

In diesem Fall war es wohl das Angebot der Wacken-Veranstalter, und so sollen MINISTRY 2012 nicht nur dort spielen, sondern ist für Frühjahr 2012 auch ein neues Album geplant. Eine gute Gelegenheit also, sich mal (wieder) mit dem frühen Schaffen vertraut zu machen, das nun von Rhino in Form der „Original Album Series“ rereleaset wurde, was wie immer fünf dünne Papphüllen mit dem LP-Artwork in einem Pappschuber bedeutet – ohne Bonusmaterial, ohne Linernotes, dafür billig.

Enthalten sind die Alben „Twitch“ (1986), „The Land Of Rape And Honey“ (1988), „The Mind Is A Terrible Thing To Taste“ (1989), „In Case You Didn’t Feel Like Showing Up“ (1990) und „Psalm 69: The Way To Succeed And The Way To Suck Eggs“ (1992), also die Alben Nr.

2 bis 5 sowie das 1990er Live-Album. Warum das Debüt „With Sympathy“ von 1983 unterschlagen wird, kann ich nur vermuten: Dieses kitschige Synth-Pop-Album mit den trashigen Disco-Pop-Hits „I wanted to tell her“ und „Work for love“ unterscheidet sich so krass vom späteren Schaffen Jourgensens (angeblich entdeckte der nach dem Debüt erst Hardcore), dass ich, der ich einst in zarten Teenie-Jahren das Debüt gekauft hatte, Jahre später nicht glauben konnte, dass hinter „The Land Of Rape And Honey“ wirklich der gleiche Alain Jourgensen steckt.

So gesehen ist „Twitch“, 1985 im Southern-Studio (CRASS etc.) in London von Adrian Sherwood aufgenommen, der logischere Einstieg, auch wenn das Album zwar noch nicht den „Industrial Metal“ bietet, mit dem „The Land Of Rape And Honey“ und „The Mind Is A Terrible Thing To Taste“ begeisterten.

Stattdessen ist hier so eine Art Metamorphose im Gang, ließ sich die Band vom damals in Europa grassierenden EBM-Hype anstecken (Stichwort: FRONT 242, NITZER EBB) und war damit weg vom Synthie-Pop.

Der „echte“ MINISTRY-Sound trat dann erstmals mit „The Land ...“ in Erscheinung und wurde auf dem epochalen Album „The Mind ...“ perfektioniert. Dieses Werk mit dem charakteristischen Cover (das Röntgenbild eines menschlichen Schädels) erschien im gleichen Jahr wie die epochale LARD-EP „The Power Of Lard“, das Gemeinschaftswerk von Jello Biafra und Jourgensen, dem 1990 das LARD-Album folgte.

Die späten Achtziger und frühen Neunziger waren also definitiv die kreativ wichtigste Phase von Jourgensen, der es schaffte, die Härte von Hardcore mit Elementen aus Metal, Industrial und EBM zu verknüpfen und damit Pionierarbeit zu leisten.

Bis dahin bewegte sich das alles aber noch eher auf Underground-Niveau, der große kommerzielle Durchbruch kam dann erst 1991/92 mit „Psalm 69“ und der vorangehenden Single „Jesus built my hotrod“, dem genialsten aller MINISTRY-Songs, einer Coproduktion von Jourgensen mit dem ähnlich freakigen BUTTHOLE SURFERS-Frontmann Gibby Haynes.

Spätestens da hatte dann auch der Mainstream-Rock-Hörer die Band auf dem Schirm und so mancher frühe Fan fing an sich zu verabschieden. Schlecht ist keines der späteren MINISTRY-Alben, die Essenz von Jourgensens Schaffen jenseits von LARD und seiner Zweitband REVOLTING COCKS ist aber in dieser Box konzentriert.

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #99 (Dezember 2011/Januar 2012)

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