40 Jahre später: RAW POWER

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Screams From The Gutter (LP, Toxic Shock, 1985)

Als diese LP 1985 erschien, konnte die 1981 gegründete Band aus dem norditalienischen Städtchen Poviglio nahe Reggio Emilia bereits auf ein Demo, das später auch auf Vinyl erscheinen sollte, und ein Album zurückblicken. Die Band um die Brüder Mauro (voc) und Giuseppe Codeluppi (gt) erweckte die Aufmerksamkeit des Maximum Rocknroll Fanzines aus San Francisco und ihr Demotrack „Fuck authority“ landete auf deren Compilation „Welcome To 1984“, was die Band international bekannt machen und zu einer ersten US-Tour im gleichen Jahr führen sollte.

Während eines Konzerts im Olympic Auditorium in Los Angeles, bei dem RAW POWER gemeinsam mit den DEAD KENNEDYS auftraten, wurde Bill Sassenberger auf die Band aufmerksam und verpflichtete sie umgehend für sein ein Jahr zuvor gegründetes Label Toxic Shock Records. Noch während dieses ersten US-Aufenthalts ging die Band in die High City Midwest Studios in Minneapolis, Indiana und prügelte dort innerhalb von nur zwei Tagen 17 Songs ein, die im folgenden Jahr als „Screams From The Gutter“ veröffentlicht wurden. Alleine in den USA gingen über 40.000 Exemplare des Albums über den Ladentisch, was für eine kleine italienische Band ein unfassbarer Erfolg war. Die Kombination aus wildem, schnellen Hardcore mit vielen Gitarrensoli, Mauros heiserem Geshoute und kritischen, sehr politischen Texten ließ es aus der Menge anderer Veröffentlichungen herausragen. Der Opener „State oppression“, beginnt mit treibenden, rollenden Drums, der Refrain wird immer wieder heiser gebrüllt und das Gitarrensolo ist wild, roh und schneidend, gegen Ende unterstützt Giuseppes kreischende Stimme den Refrain. Allein dieser Song ist das Album wert und verdeutlicht auch heute noch, warum „Screams From The Gutter“ 1985 einen derart massiven Eindruck hinterließ – Exotenbonus hin oder her.

Und auch die weniger geshouteten denn wild gefauchten Songs „Don’t let me see it“ oder „Raw power“ haben 2025 genauso wenig an Intensität eingebüßt. Das Cover wurde von Vince Rancid gestaltet, der auch für einige ikonische MDC-Artworks verantwortlich ist. Es ist kein Wunder, dass „Screams From The Gutter“ auch heute noch als „Klassiker der 1980er-Jahre-Crossover-Bewegung“ (Eduardo Rivadavia auf AllMusic.com) und „Ein Muss für jeden, der sich auch nur im Entferntesten für den Hardcore der 1980er Jahre interessiert.“ (Rob Ferraz auf exclaim.ca) beschrieben wird. Welchen Eindruck das Album 1985 auf unvorbereitete Hörer gemacht haben muss, kann man sich kaum vorstellen. Bis heute kann man RAW POWER regelmäßig live erleben.

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