
Zumindest in der Frühphase ist die Geschichte von THE MISSION noch eng mit THE SISTERS OF MERCY verwoben. Wayne Hussey (gt) und Craig Adams (bs) verließen die Sisters im Streit um die musikalische Ausrichtung im Oktober 1985 und gründeten eine neue Band, zu der auch der Drummer Mick Brown (RED LORRY YELLOW LORRY) und der Gitarrist Simon Hinkler (PULP, ARTERY) gehören sollten. Hussey übernahm den Gesang. Als THE SISTERHOOD ging man bereits Anfang 1986 mit THE CULT auf Tour, was das einzig verbliebene THE SISTERS OF MERCY-Mitglied Andrew Eldritch auf den Plan rief, hatte man sich doch darauf geeinigt, den Bandnamen nicht für zukünftige Projekte zu verwenden. Also zimmerte Eldritch in Windeseile eine (sehr gelungene) EP zusammen, die er als THE SISTERHOOD veröffentlichte, noch bevor seine ehemaligen Mitstreiter unter diesem Namen etwas veröffentlichen konnten, und sicherte sich damit die Namensrechte.
Ende Februar 1986 benannten Hussey und Adams ihre Band in THE MISSION um, was laut Andrew Eldritchs Aussage keine Anspielung auf „Left On Mission And Revenge“ war, den Titel eines angedachten zweiten Albums von THE SISTERS OF MERCY. Jahre später räumte Hussey ein, dass die Namensidee dumm von ihnen war, denn er fände es auch blöd, wenn ehemalige THE MISSION-Musiker als THE MISSIONAIRIES auftreten würden. Nach einigen Singles erschien Ende 1986 mit „Gods Own Medicine“ das erste Album, aufgenommen von Tim Palmer, den Hussey noch aus seiner Zeit bei DEAD OR ALIVE kannte. Mit den Songs „Wasteland“ und „Bridges burning“ beginnt das Album ziemlich rasant und pompös. „Garden of delight (Hereafter)“, ein Überbleibsel aus THE SISTERS OF MERCY-Zeiten, besticht durch den Einsatz von Streichern und Piano. Auf YouTube findet sich eine fantastische Demo-Version, noch mit Andrew Eldritch am Mikro, die zeigt, was nach „First And Last And Always“ aus den Sisters hätte werden können.
Neben einigen langsameren Songs bestechen vor allem die schnelleren, „Blood brothers“, „Sacrilege“ oder „Severina“, durch Drive und fantastische Gitarrenarbeit. Mit dem getrageneren „Love me to death“ und dem nur auf den CD/Tape-Versionen enthaltenen „Island in a stream“ endet das Album. Die Band tourte nach der Veröffentlichung ausgiebig in Europa und Nordamerika. Bis Ende der 1980er zeigte die Erfolgskurve von THE MISSION steil nach oben, sie füllten große Hallen und auch Stadien, bis der Erfolg langsam ausblieb. Nach diversen Umbesetzungen – so war Scott Garrett, der auf dem DAG NASTY-Album „Field Day“ trommelt, zeitweise in der Band – und zweimaliger Auflösung sind THE MISSION seit 2011 bis heute durchgehend wieder aktiv.
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