ANJA HUWE

Foto© by Kevin Cummins

XMAL DEUTSCHLAND revisited

Anja Huwe (voc), Manuela Rickers (gt), Fiona Sangster (key), Rita Simonsen (bs) und Caro May (dr) gründen 1980 in Hamburg XMAL DEUTSCHLAND. 1981 erscheint ihre erste Single auf Alfred Hilsbergs ZickZack-Label, mit „Großstadtindianer“ auf der B-Seite. 1982 kommt die 12“ „Incubus Succubus“, der Titelsong ist bis heute ein unsterblicher Klassiker des Gothic-Genres, das damals aber noch nicht so hieß.

Und nach einer UK-Tour mit den COCTEAU TWINS wird die Band von 4AD Records unter Vertrag genommen, veröffentlicht dort die beiden Alben „Fetisch“ (1983) und „Tocsin“ (1984), die sie weltweit bekannt machen. In veränderter Besetzung erscheinen zwei weitere Alben, bevor die Band sich 1990 auflöst. Sängerin Anja Huwe widmet sich der darstellenden Kunst, wird Redakteurin beim Musiksender Viva und zieht sich aus dem Musikmachen mit Band raus. Im März 2024 erscheint dann auf dem New Yorker Label Label Sacred Bones Anja Huwes Solo-Album „Codes“, das in Zusammenarbeit mit der Berliner Musiklegende und Produzentin Mona Mur entstand, und parallel dazu die XMAL DEUTSCHLAND-Zusammenstellung „Early Singles (1981-82)“. Im Mai 2025 kam nun endlich die Triple-LP- und Doppel-CD-Box „Gift“ mit den 4AD-Releases der Band. Zeit für ein weiteres Gespräch mit Anja Huwe.

Anja, ich erreiche dich in Hamburg, oder? Es hätte auch New York sein können in der Vergangenheit.
Ja, ich bin jetzt in Hamburg und sonst viel unterwegs. Ich habe Anfang des Jahres Konzerte gespielt, in Den Haag und Paris, und bin dann erst mal krank geworden, es war alles ein bisschen viel. Jetzt muss ich mal sehen, aber bald geht’s wieder los mit einigen Sachen. Und New York, ja, mal schauen, die Stimmung da ist nicht so geil im Moment. Aber rund um das Boxset gibt es genug, das ich machen kann.

Du erwähntest es gerade, du hattest Anfang 2025 diesen Auftritt beim Grauzone Festival in Den Haag. War das der erste mit deiner neuen Band, mit der du 2024 das Solo-Album „Codes“ veröffentlicht hast?
Ja, das war der erste. Das war echt toll, die Leute waren unfassbar freundlich. Es war sehr voll, kein Soundcheck, und du gehst da raus, bist krank, das war schon irre.

Hattest du Lampenfieber nach all der Zeit?
Nee, habe ich nicht. Ich kann das abschalten, ich kann mich irgendwie komplett abswitchen. Ich konzentriere mich extrem, ich gehe dann in mich. Ich kann das, also ich weiß, dass ich das kann, was ich da mache.

Konntest du das schon immer oder ist das eine Sache, die du in den letzten Jahren gelernt hast?
Ich glaube, so ganz am Anfang war das nicht so. Wenn man zum ersten Mal auf so eine Bühne geht, weiß man ja gar nicht, wie das geht. Ob man das kann oder wie sich das alles so verhält da draußen. Aber irgendwann habe ich das ganz gut gelernt, auch mit vielen anderen Sachen, mit Jobs oder auch mit der Kunst. Eben wenn man oft mit Leuten zu tun hat, die dann ein Gegenüber sind. Also man muss irgendwann anfangen, damit umzugehen. Professionalität ist wahrscheinlich das bessere Wort dafür, und dann geht man eben in so einen Modus. Ich kann es, aber das können nicht alle Leute, die sind dann nervös. Ich bin bei anderen Sachen nervös, aber so ein Auftritt tangiert mich nicht so, weil ich weiß, dass ich das abliefern kann.

Es hat also gewisse Vorteile, wenn man manche Dinge ein paar Jahre macht und nicht mehr 20 ist und frisch in so was reingestürzt wird, oder?
Ja, das ist ein Vorteil, finde ich. Diese Sache mit dem Singen oder Performen, da ist ein Selbstbewusstsein vorhanden, das man entwickelt hat. Und wo Leute einem sagen, du singst ja besser als vorher, was ist das denn? Man kann mit der Stimme auf einmal umgehen, auch mit dem Körper, es ist dann nicht mehr diese Nervosität, kriege ich das hin oder so. Und ich glaube, ich war früher auch sehr scheu, deswegen habe ich immer so meine Grenze gehabt. Ich bin jetzt nicht mehr so scheu, ich kann mit dir jetzt auch kommunizieren auf so einer Ebene, das hätte ich vielleicht früher gar nicht so gekonnt. Das lernt man irgendwann. Und das, finde ich, ist auch ein großer Vorteil daran, dass man erwachsen geworden ist. Obwohl ich mich selbst immer noch in so einem bestimmten Kinderalter sehe, sonst würde ich das wahrscheinlich gar nicht machen. Es ist ein Riesenvorteil, dass man weiß, wer man ist und wie man mit Dingen umgehen kann. Und dass man sagen kann, was man nicht möchte. Das muss man alles lernen.

Aber ihr und andere Bands aus dieser Zeit haben ja eine extreme Coolness ausgestrahlt mit diesem Look, auch wenn da, wie du gerade sagtest, auch Unsicherheit war.
Also ich glaube, eine Unsicherheit bezogen auf diese Optik, die man hatte, war das nicht. Also das war schon sehr klar, das hat man ganz bewusst gemacht und man hat auch gewisse negative Aspekte in Kauf genommen. Weil es war ja nicht so, dass das, was wir da machten, alle toll fanden um uns herum. Es gab eine Menge Aggressivität. Geschützt hat Menschen wie mich oft, dass die Leute mich dann irgendwie total süß fanden. Wenn ich anders ausgesehen hätte, wäre das vielleicht ganz anders gelaufen. Aber dieses Aussehen, das war schon ganz bewusst, diese Haare wollte ich haben. Das war eine Antihaltung gegen dieses ganze Establishment, diese vorgefertigte Bild, wie du dich als junge Frau zu bewegen hattest. Ich kam aber nicht aus einer konservativen Familie, meine Eltern waren Journalisten und Künstler und es war eigentlich gang und gäbe, dass jeder sich da auch ausleben konnte. Aber man hat ja ein Umfeld und da muss man sich irgendwie beweisen. Und das konnte ich oft durch dieses Anderssein. Andere Haare, andere Sachen machen, Musik anders machen, in dieser Gruppe sein. Wir hatten alle eine freundschaftliche Verbindung. Und wir hatten so unsere Spots, wo wir hingegangen sind, wir hingen viel zusammen ab. Wir gingen auf Ausstellungen, wir haben gelesen, wir haben Musik gemacht. Es war aufregend, es war für mich nie langweilig. Wir genügten uns selbst, was viele Leute bis heute gar nicht so verstehen: „Ihr seid doch bestimmt immer auf Partys gegangen.“ Klar sind wir auf Partys gegangen, aber wir waren auch viel zusammen und das reichte uns dann auch. Wir haben uns was zu trinken gekauft, waren zu Hause und haben Quatsch gemacht. Das waren auch andere Zeiten. Das klingt so abgeklärt, aber man hatte ein paar Konzerte, man hatte Magazine, die man sich kaufen konnte, immer am Anfang des Monats, und man musste sich irgendwie ein bisschen informieren. Die Freunde, die auch die Musik gehört haben, da wusste man, wo die hingingen, und da ist man dann auch hingegangen. Heute ist das ganz anders, mit dieser kompletten Vernetzung. Jeder weiß alles. Und jeder macht mit dir Selfies ... wenn er es darf.

Darf man mit dir Selfies machen?
Also davon bin ich nicht so ein Freund. Ich finde das grauenhaft und übergriffig. Das ganze System ist für mich übergriffig. Ich beteilige mich nur minimal an diesem System, aber bin dafür zu scheu. Ich habe das Gefühl, die schauen mir direkt in die Seele und das kann ich nicht haben, das geht nicht, da brauche ich eine Barriere.

In unserem letzten Gespräch hattest du Zweifel geäußert, wie sich das nach deinem Solo-Album so entwickelt, dass wieder alle was von dir wollen ... Was hat dich letztlich überzeugt, wieder auf eine Bühne rauszugehen nach all diesen Jahren?
Ja, das habe ich mich auch irgendwann gefragt: Wie komme ich denn dazu? Aber irgendwie war das ein Selbstläufer. Es gab eine unglaubliche Nachfrage und die Leute, mit denen ich an dem Album gearbeitet habe, die Leute in Berlin und das Label in New York, waren sehr zugewandt und es gab überhaupt keinen Druck. Denn meine Einstellung war zunächst, keine Chance, ich gehe nicht auf eine Bühne, das ist durch, das Thema. Es war eine ganz langsame Entwicklung und dann dachte ich, ich kann es ja mal ausprobieren oder so. Und so entwickelt sich ein Prozess, wo man probt, die Sachen teilweise umschreibt, Additionals macht und erkennt, dass man ein paar von den alten XMAL DEUTSCHLAND-Songs, die wir live spielen, komplett umstrukturieren muss. Wir mussten die elektronischer machen, und auf einmal merkt man, wie irre, wie simpel die Sachen eigentlich geschrieben waren .Das habe ich damals nie wahrgenommen. Und dann überlegt man, wie kann ich das live umsetzen, mit Visuals. Das ist so eine Mischung aus Musik und einem Kunstansatz. Und damit kann ich auch auf eine Bühne gehen, es ist für mich eher wie eine Performance. Das Ganze ist ja keine „Ich will’s noch mal wissen“-Nummer. Ich finde es interessant, wie man das von damals für heute übersetzen kann. Und so hat es sich irgendwie ergeben. Wobei man eben sagen muss, das wir jetzt nicht so eine dufte Clubtour machen werden. Wir spielen, aber nur ein paar ausgewählte Sachen, auch in England und den USA – es gibt Angebote ohne Ende.

Schmeichelt es einem, wenn man merkt, wie groß das Interesse ist?
Mich hat das demütig gemacht. Es war eine wirklich vollkommen abgefahrene Erfahrung, da raus auf die Bühne zu gehen, und die Leute haben zum Teil geweint. Die standen da, denen sind Tränen runtergelaufen. Ich habe auch fast geweint. Die waren so dankbar, es war so eine abgefahrene Stimmung. Ich dachte zuerst, das sei eben speziell das Grauzone Festival, aber in Paris war das genauso. Und die haben mitgesungen! Das habe ich so noch nie erlebt. Früher war das immer so eine komplette Wand. Hier die Band, da das Publikum. Klar, es gab eine Art Kommunikation, aber nicht wirklich. Aber so was wie jetzt hatte ich noch nie erlebt. Das hat mich umgeworfen, danach lag ich zwei Wochen flach. Das hat mich vollkommen überwältigt. Und das scheint ja so weiterzugehen, die Leute wollen das unbedingt sehen. Ich weiß immer noch nicht, was ich dazu sagen soll, damit hatte ich nicht gerechnet.

The power of music.
Ja, also wirklich. Das muss ich erst mal verarbeiten. Ich arbeite ja die ganze Zeit weiter an irgendwelchen Dingen, ich bin immer im Einsatz, habe eigentlich keine Zeit darüber nachzudenken. Ich bin gespannt, was passiert, wenn ich wirklich mal Zeit dafür habe.

Als wir vor einem Jahr sprachen, gab es schon den Plan, dass eure Sachen auf 4AD neu aufgelegt werden. Letztendlich dauerte es bis Mai 2025, bis dieses Boxset erscheinen sollte. Was für ein Prozess steckte dahinter?
Angefangen hat das schon vor fünf Jahren. Da war schon die Rede davon, dass 4AD das machen will. Das hat sich aber irgendwie zerschlagen, weil die irgendwie ihre Legacy, die sie als Label haben, mit uns, COCTEAU TWINS, THE BIRTHDAY PARTY und so weiter, haben links liegen lassen. Wir haben immer wieder gesagt, Leute, wir würden es ganz gerne mal sehen, dass unsere Sachen mal wieder zu haben sind, und dann hieß es, ja, die kommen ja auch noch, mal schauen. Und dann ging es immer um dieses Boxset, aber das verlief sich. Und dann, als ich mein Solo-Album gemacht habe und die Kritiken durch die Decke gingen, war plötzlich das Interesse wieder da. Vorher hieß es, wer braucht denn so ein Solo-Album? Aber als das so abging, war das Label auf einmal wieder auf dem Plan und so hat sich das alles entwickelt. Es ist schon ein sehr langer Prozess gewesen. Die Box ist jetzt auch ganz toll, mit diesem Booklet, und das Design ist auch sehr schön.

Viele Menschen, die zu jener Zeit in Bands waren, haben das Problem, dass deren Rechte – und das ist ein Thema, das sich durch die ganze Musikwelt zieht – über die Jahre zigmal weiterverkauft wurden. Im Zweifelsfall wird sich um das künstlerische Vermächtnis gar nicht mehr gekümmert, weil die Schöpfer:innen dieser Sachen darauf gar keinen Zugriff mehr haben. Ihr habt zumindest das Glück, dass das Label noch existiert.
Das Problem war bei uns, dass es die Sachen über Jahrzehnte nicht mehr gab. Also haben wir auch nie Geld damit verdient. Wenn es nicht da ist, kann es auch keiner kaufen. Und nachdem ich dieses Solo-Album gemacht habe, auf einmal sprangen die alle auf diesen Zug auf. Ja, wir hatten das Pech, dass wir keine Releases hatten die letzten Jahre, aber wir haben jetzt das Glück, dass alles wieder rauskommt, weil die sehen, die spielt live. Und das ist der Punkt. „Viva“ kommt auch wieder raus, als Doppelalbum, alle Singles dabei, und das „Devils“-Album auch. Es passiert das ganze Jahr über sehr viel, und ja, wir haben das Glück, dass dieses Label 4AD immer noch existiert und auch sehr erfolgreich ist – und dass sie die Daten und alles noch hatten.

Das Thema „Goth“ ist heute immer noch präsent, oder aktuell mehr denn je. Goth trendet auf TikTok in seltsamsten Varianten, gerade ist John Robbs Grundlagenbuch „Goth“ erschienen, und das alles hat sicher auch XMAL DEUTSCHLAND und deine Solo-Sache beflügelt.
Absolut, wir haben gerade mal die Spotify-Zahlen angeschaut, und die haben sich nach der Veröffentlichung meines Albums verfünffacht, das ist schon heftig. Und wir können das analysieren und sehen, dass die Hörer sehr jung sind. Auch in Kalifornien gibt es eine riesige Community dafür. Beim Grauzone Festival waren natürlich auch ältere Leute da, aber es gab auch total viele junge Leute, die diese Zeit damals gar nicht miterlebt und die das wirklich aufgesogen haben. Dazu die ganzen Bands, die da spielten, von denen ich so gut wie keine kenne, die mir sagten, wie wichtig ich für sie gewesen sei ... also das war für mich ganz fremd.

Apropos Buch. Der Trend geht zum Buch, zur Autobiografie ...
Das könnte bei mir noch passieren. Ich habe viel zu erzählen. Ich glaube, ich würde es ein bisschen anders machen. Ich will nicht so eine Legende daraus bauen, aber ich habe in meinem Leben schon sehr viel gemacht. Dass ich da bin, wo ich jetzt bin, das ist ja schon verrückt, wenn man sich das mal überlegt. Jetzt diese Chancen zu haben, das ist wirklich gigantisch. Ich könnte auch tot sein, wie so viele andere von damals auch. Und ich habe auch so meine „Dinge“ gehabt, wo ich irgendwie kurz davor war, einfach die Entscheidung zu treffen, bleibe ich jetzt hier oder nicht. Ich bin da sehr demütig, ich nehme nichts als gegeben.

Dieses Dunkle in dieser Szene – auch darüber schreibt John Robb in seinem Buch – kam ja nicht von ungefähr.
Ich glaube, das wird oft etwas falsch gesehen. Es hat ja nichts mit Depressionen zu tun, dass man sich so kleidet und so drauf ist. Es war eine Anti-Haltung, man wollte anders sein, entgegen der Konvention, wie du dich als Mädchen zu verhalten hattest. Meine Eltern waren keine konservativen Leute, die waren sehr offen mir gegenüber, aber die haben sich schon gefragt, oh Gott, was macht das Kind denn da? Es schneidet sich die Haare ab und fängt an, seine Klamotten zu zerschnippeln. Das war eine komplette Anti-Haltung. Du bist ein Spätpubertierender und willst einfach raus aus diesem Scheiß. Diese Fragen ... „Na, wie geht’s weiter, wann willst du heiraten?“ Dieser ganze Scheiß, das habe ich ja nie gemacht, bis heute nicht. Ich lebe unkonventionell und ich mache total mein Ding. Neulich sagte mir jemand in einem Interview: „Du bist eine echte Pippi Langstrumpf! Du machst einfach immer weiter!“ Und das war unsere Haltung, in meiner Gruppe von Leuten, und wir waren sehr lustig. Wir haben anfangs immer sehr viel Spaß gehabt. Später hat sich das mit dem Spaß erledigt, es wurde ernster. Dann musst du Entscheidungen treffen und dann ist es auch manchmal nicht mehr witzig. Aber ich glaube, dieses Schwarz tragen und diese Haare und die Haltung, dieses nicht tanzen, sondern nur rumstehen und gelangweilt am Glas nippen, das war so eine Haltung, die man hatte. Und dann ging man raus und hatte wieder Spaß. Ich glaube, man hatte beides.

Wird es mit deinem Solo-Album-Setup weitere Aktivitäten geben?
Wir werden europaweit auf ein paar Festivals spielen, auch nächstes Jahr. Und ich möchte gerne weiter Songs schreiben, weil mir das Spaß macht. Ich habe viel Material erarbeitet mit Manuela, der Gitarristin, und Mona. Die haben ihr Logic Pro auf dem Rechner und arbeiten von zu Hause. Ich mag dieses Schreiben, also ich mag es, Sounds zu benutzen und Worte dazu und einfach mal schauen, wo das hinführt. Das ist ein Freiraum, ich möchte mein Leben mit Kreativität füllen, egal, was es ist. Und Musik finde ich momentan wirklich interessant. Eigentlich finde ich sie heute interessanter als früher, denn ich bin völlig frei, ohne das Korsett einer Band. So gerne ich die mochte, sie war ein Korsett. Und dem musste ich mich anpassen. Heute bin ich vollkommen frei, ich kann alle Idee ausprobieren und schauen, wo das hinführt.

Das ist vielleicht dein großes Glück. Es gibt genug Beispiele von Menschen, die seit dieser Zeit damals in diesem Setup aktiv sind und wo man manchmal das Gefühl hat, die sie sind leider in einer Zeitschleife gefangen und müssen immer weitermachen.
Da hast du recht. Das genau ist das Problem, das ich sehe und was ich immer vermeiden wollte. Deswegen ist mir das auch so wichtig, das so zu machen wie jetzt, mit Visuals, es ist meine Kunst drin, es ist eine Vermischung von Sachen. Ich finde es schlimm, wenn ich sehe, dass Künstler, die ich aus der Zeit so kenne, nicht mehr singen können. Da frage ich mich, warum gehen die trotzdem auf eine Bühne? Aber sie müssen es halt. Da gibt es einige Beispiele. Wenn ich das Gefühl hätte, so wäre ich, dann würde ich das nicht machen. Das Leben bietet doch noch ein bisschen mehr – aber vielleicht auch nicht.

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Diskografie
„Schwarze Welt“ (7“, ZickZack, 1981) • „Incubus Succubus“ (12“, ZickZack, 1982) • „Incubus Succubus II“ (7“/12“, 4AD, 1983) • „Qual“ (12“, 4AD, 1983) • „Fetisch“ (LP/CD, 4AD, 1983) • „Reigen/Eiland“ (7“, DRO, 1984) • „Tocsin“ (LP/CD, 4AD, 1984) • „Sequenz“ (7“/12“, Red Rhino, 1985) • „The Peel Sessions“ (12“/CD, Strange Fruit, 1986) • „Matador“ (7“/12“, Xile, 1986) • „Sickle Moon“ (7“/12“, Xile, 1987) • „Viva“ (LP/CD, Xile, 1987) • „I’ll Be Near You“ (7“/12“/CD, Metronome, 1989) • „Dreamhouse“ (7“/12“/CD, Metronome, 1989) • „Devils“ (LP/CD, Metronome, 1989) • „Early Singles (1981-82)“ (12“, Sacred Bones, 2024) • „Codes“ (LP/CD, Sacred Bones, 2024) • „Gift: The 4AD Years“ (3LP/2CD, 4AD, 2025)

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