ASTRONOID

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Familie

Extreme auszuloten und miteinander zu verweben war schon immer ein Kern im Schaffen von ASTRONOID. Mit „Stargod“ hat die Band aus Massachusetts nun ihr vielleicht persönlichstes und gewissermaßen familiärstes Werk veröffentlicht, das sich zugleich als Destillat ihrer bisherigen musikalischen Entwicklung bezeichnen lässt.

In der Musik von ASTRONOID ging es schon immer um Gegensätze. Was auf ihrem Debütalbum „Air“ erst in Ansätzen zu erkennen war, verfeinerten sie mit den Jahren auf den Veröffentlichungen „Astronoid“ (2019) und „Radiant Bloom“ (2022) zunehmend. ASTRONOID kreieren einen Sound, der gleichermaßen belebend, energetisch und positiv klingt, wie er im Unterton dunkle Klanglandschaften und tiefgehende Emotionen mitschwingen lässt. So sagt auch Sänger und Gitarrist Brett Boland, dass er sich zunehmend besser selbst ausdrücken kann, je länger er bei ASTRONOID ist. Entstanden ist „Stargod“ im Keller des Sängers, wo ASTRONOID gemeinsam an den Songs arbeiteten und von den Höhen und Tiefen direkt tangiert wurden. „Eine Zeit voller Tumulte“, so Brett. Prägend war diesmal der Umstand, dass jedes Bandmitglied im privaten Umfeld mit dem Tod konfrontiert wurde. Infolgedessen handeln viele Texte von diesen Erfahrungen im Leben der einzelnen Mitglieder.

Insofern ist es auch kein Wunder, dass „Stargod“ seine Zeit benötigte. Denn die Musiker waren mit ihren eigenen Alltag beschäftigt, weshalb die Band stellenweise in den Hintergrund rückte. Musikalisch arbeiteten ASTRONOID mit Einflüssen und Sounds, die von VAN HALEN und ihrem legendären 5150 Amp bis zu Klassikern wie DEPECHE MODE reichten und analoge Synthesizer in den Fokus stellten. „Synthesizer waren etwas Unbekanntes für mich. Anfangs war ich nicht gut darauf, aber mit etwas Übung wurde es besser.“ Doch schließlich war es Tom DeLonge von BLINK-182, der ihm den entscheidenden Tipp gab. Er sagte Brett, sein Material sei zwar gut, aber zu dicht, was ihm die Augen öffnete. „Er verriet uns all diese Jerry Finn-Tricks, wie beispielsweise weniger Verzerrung zu nutzen, dafür aber mehr Spuren, um es aufzufüllen. Wir haben diesen Tipp genommen und es hat das Album für uns geöffnet. Wir haben diese Wall of Sound, aber alles hat seinen eigenen Platz. Deshalb sind auch die Vocals so im Vordergrund, damit alles noch mehr Power hat.“ Es geht ASTRONOID um die Liebe zur Musik, die für sie wie auch für ihre Fans zugleich als Vehikel fungiert. Auch, um die Geschehnisse zu verarbeiten, wie etwa den Tod von Casey Mutter, die ihm seine erste Gitarre kaufte und die Band von Anfang an unterstützte und ermutigte. Auf einer Freundschaft, die bis in die Grundschulzeit zurückreicht, und ihrer familiären Bindung, die über die Band hinausgeht, haben ASTRONOID inzwischen eine beachtliche Karriere aufgebaut und Dinge erreicht, von denen sie nie gedacht hätten, sie es möglich wäre. Vielleicht auch deshalb, weil der Songwriting-Prozess des Albums mit Selbstreflexion und philosophischen Gedanken einherging, wie Brett abschließend anfügt. „Wenn man über den Tod schreibt, manifestiert man eine Beziehung mit den eigenen Träumen. Man fragt sich, was ist das alles? Was ist dieses Leben? Was bedeutet es wirklich?“

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