© by Steve ThrasherSeit drei Jahrzehnten sind CHEVELLE nun schon eine Band, dabei geht es natürlich nicht immer ohne Probleme zu. Schlagzeuger Sam Loeffler betreibt mit seinem Bruder Pete die Band mittlerweile nur noch als Duo weiter. Wir sprechen mit ihm über das neue Album und wie es ihm nach 30 Jahren in der Band so geht.
Wie fühlst du dich, wenn du daran denkst, dass du mehr als die Hälfte deines Lebens in dieser Band verbracht hast? Hast du das Gefühl, dass CHEVELLE nach all dieser Zeit irgendwie definiert, wer du bist?
Ich denke, ein Teil davon definiert mich nach so vielen Jahren, in denen ich die Band aufgebaut und mit meinem Bruder Musik geschrieben habe. Es wäre seltsam, wenn ich nicht stolz darauf wäre. Ich weiß, dass wir Fehler gemacht haben, aber insgesamt war es eine sehr lohnende Karriere. Ich bin jeden Tag dankbar dafür.
Die Mitglieder kommen und gehen, letztendlich waren CHEVELLE immer du und dein Bruder. Was ist das Besondere an eurer Verbindung, dass ihr so lange zusammen kreativ sein könnt?
Wenn es um die schlechten Dinge geht, behandeln wir uns wie Kollegen und nicht wie Familie. Das verhindert, dass wir uns gegenseitig an die Gurgel gehen. Freundlichkeit heilt alles.
In 30 Jahren Bandgeschichte wurdet ihr schon vielen verschiedenen Genres zugeordnet, von Hardrock bis Nu Metal, von Alternative bis Post-Grunge. Was ist euer Geheimnis, um all diese Etiketten, die euch die Leute anheften, zu überdauern?
Im Idealfall wären wir all das! Sich in viele Stile einfügen zu können, ist wahrscheinlich das beste Szenario. Wir sehen uns im Allgemeinen als Hardrock-Band mit melodischen Elementen.
Als jemand, der schon so lange in der Musikbranche tätig ist, folgst du da noch Trends und kannst dich für neue Bands begeistern? Wenn ja, könntest du uns ein paar Namen verraten, von denen du denkst, dass sie in Zukunft groß rauskommen werden?
Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, um nach neuer Musik zu suchen. Wir versuchen jedoch, uns umzuschauen und relativ neue und spannende Bands mit auf Tour zu nehmen. Wir waren mit TIGERCUB auf Tour, die wir lieben, und jetzt sind DEAD POET SOCIETY mit uns unterwegs. Wir haben beide Bands selbst ausgewählt.
Glaubst du, dass einige der neueren Trends auch einen Einfluss auf „Bright As Blasphemy“ hatten?
Wir sitzen einfach im Studio, schreiben und spielen, und was dabei herauskommt, wird dann zum Album. am liebsten lassen wir uns von vielen schweren Riffs inspirieren, so dass es im Einklang mit unserem bisherigen Werk bleibt.
„Bright As Blasphemy“ ist euer zehntes Album – hört ihr euch manchmal die alten Platten an und denkt, den Song hatten wir total vergessen?
Ja, jedes Mal, wenn wir uns Zeit nehmen, um Songs für eine bevorstehende Tour zu spielen und zu überprüfen, hören wir uns die Alben an. Es kommt ständig vor, dass wir Songs vergessen. Es ist aber schön, sie wieder zu hören, fast wie beim ersten Mal.
© by Fuze - Ausgabe #114 Oktober/November 2025 und Dennis Müller