FROZEN SOUL

Foto© by David Gonzales

Tiefgefroren

Bewegten sich FROZEN SOUL auf ihrem Debüt „Crypt Of Ice“ stark im Fahrwasser von BOLT THROWER und OBITUARY, haben sich die Amerikaner nun etwas von ihren Vorbildern gelöst – ohne stilistisch auch nur einen Deut vom Kurs abzukommen. Wir sprechen mit Sänger Chad über „Glacial Domination“, das neue Album der Band.

Chad, das zweite Album mit FROZEN SOUL. Wie fühlt es sich an? War die Herangehensweise einfacher oder stressiger im Vergleich zum Debüt?

Ich denke, ein bisschen von beidem. Es war einfacher, weil die Welt nicht wegen eines verrückten Virus zusammenbrach, aber es war schwieriger, weil wir privat und in der Band viel mehr zu tun hatten. Mein Bruder ist gestorben. Wir mussten Festivals und Shows spielen, die Tourneen standen vor der Tür, es war also eine Herausforderung. Aber es lief besser, als wir erwartet hatten!

Wie habt ihr zwischen dem ersten und dem zweiten Album herausgefunden, welche Parts oder gar Stile ihr ändern, wo ihr euch verbessern oder welche Ideen ihr dieses Mal nicht integrieren wollt?
Wir haben nicht wirklich viel darüber nachgedacht. Es ging eher darum, dass wir nicht „Crypt Of Ice“ Part 2 schreiben und wie wir uns als FROZEN SOUL verfestigen können. Wir wussten, dass wir mehr Leads einbauen wollten, einige Soli, offenere Stimmlagen, und uns auf Eingängigkeit konzentrieren, während wir den schweren Groove beibehalten. Wir wollten nicht, dass jeder Song gleich klingt, und ein Erlebnis schaffen, das Spaß macht. Sowohl beim Hören als auch beim Spielen!

Für mich fühlen sich die Songs auf dem neuen Album abwechslungsreicher an und es macht mehr Spaß, sie zu hören – und ich habe schon den ersten Output sehr genossen!
Wir haben hart daran gearbeitet, dieser Platte ein besonderes Feeling zu geben, wir haben viel mit Synthesizern herumgespielt und unseren Freund Gost hinzugezogen, der uns bei der Umsetzung geholfen hat. Es gibt eigentlich keine Ideen, die wir nicht verwendet haben, aber es gibt eine Menge Riffs, die es nicht auf diese Platte geschafft haben, die wir jedoch für später haben! Ich denke, es ist für jeden etwas dabei, aber es liegt an jedem selbst, ob er es ausprobieren will!

Für die Post-Produktion habt ihr wieder mit Daniel Schmuck zusammengearbeitet. Wie hat sich dieser Aspekt bei „Glacial Domination“ verbessert?
Daniel hat das Album produziert, bearbeitet und gemischt. Er war auch während des Schreibprozesses und der Vorproduktion in Florida dabei, wo wir uns mit Matthew K Heafy trafen, der ebenfalls beim Produzieren half! Matt hat ebenfalls wesentlich zu dem Prozess und dem Ergebnis beigetragen. Er hat uns wirklich geholfen, uns zu öffnen und uns musikalisch auszuprobieren! Wir haben durch die Arbeit mit ihm sehr viel Vertrauen in unsere Fähigkeiten und in uns als Menschen gewonnen!

Lass uns kurz über die Gäste auf dem Album sprechen. Warum habt ihr sie ausgewählt? Was tragen sie zu dem Album bei?
John von DYING FETUS ist in „Morbid effigy“ zu hören, ein Song, der rein aus Spaß entstanden ist und auf einem Riff basiert, das Sam geschrieben hat, und DYING FETUS sind eine ihrer Lieblingsbands. Reese von CREEPING DEATH und Blake von FUGITIVE und POWER TRIP sind bei „Arsenal of war“ dabei, weil das ein Song ist, der auf dem Texas-Sound basiert und außerdem eine Hommage an meinen verstorbenen Bruder Cory Green. Er hat beide Bands geliebt, also haben sie zugestimmt, mitzumachen und ein bisschen Spaß zu haben! Außerdem ist mein anderer Bruder Josh im Background zu hören, er hat mir geholfen, viele Konzepte und Texte zu schreiben und hat bei vielen Songs den Background-Gesang übernommen! Und schließlich Matt Heafy, mit dem wir „Glacial domination“ und „Abominable“ zusammen geschrieben haben und der in beiden Songs Gastvocals und in „Glacial domination“ zwei Gitarrensoli beigesteuert hat – es war ein Muss, da er so sehr an der Platte beteiligt ist.

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Magic!

Als sei es nicht schon nerdig genug, traditionellen Death Metal ohne Schnörkel zu spielen, haben einige Mitglieder von FROZEN SOUL ein noch nerdigeres Hobby: „Magic: The Gathering“. Ein Sammelkartenspiel, bei dem zwei oder mehrere Magier ihre Kreaturen und Zaubersprüche aufeinander loslassen. Chad erklärt uns, was er an dem Spiel so gerne mag und welche Formate er favorisiert.

Ich habe gehört, du bist Fan von „Magic: The Gathering“.

Magic ist ein großartiges Spiel, das kritisches Denken belohnt, aber auch finanziell, wenn man seine Karten verkaufen will, haha!

Bist du eher ein Sammler oder Spieler?
Beides, aber hauptsächlich Spieler. Ich liebe „Magic“, weil es ein Hobby ist, das einem immer den Rücken freihält, wenn man in Schwierigkeiten gerät und Karten loswerden muss, um Rechnungen zu bezahlen oder etwas anderes zu kaufen!

Welches ist dein Lieblingsformat?
Meine Lieblingsformate sind Modern/Pioneer, ich spiele Standard und ab und an Commander. Michael liebt Commander/Pioneer.

Spielst du lieber Tribal-, Themen- oder mechanisch gesteuerte Decks?
Ich spiele Tribal, wenn es möglich ist. In den Formaten, die ich normalerweise spiele, gibt es nicht viele Tribal-Decks im oberen Wettbewerbsbereich. Für Commander habe ich ein leicht verbessertes Warhammer-Deck, das auf Tyraniden basiert!