MELMACS

Foto© by Dave Mante

Dream Team Power

Am neuen Album der Leipziger haben zwar einige Leute mitgewirkt, trotzdem spielt DIY immer noch eine große Rolle, wie uns Max und Bimmi erklären.

„Euphancholia“ ist ja mit geballter internationaler Power aufgenommen, gemixt in Italien von Brown Barcella, gemastert von Magnus Lindberg aus Schweden. Habt ihr euch für das Album ein wenig euer Dream-Team zusammengestellt?
Max:
Was Mixing und Mastering betrifft, haben wir viel recherchiert und bei anderen Bands, die uns gefallen, reingehört: Wer da draußen bastelt denn einen Sound, der zu uns und den Songs passt und ist dazu auch noch menschlich angenehm? Da wir uns alle als Amateur:innen betrachten und das ganze Bandding eigentlich nur aus Spaß betreiben, sollte auch in diesem Prozess der gute Vibe im Vordergrund stehen. Brown Barcella war in der engeren Auswahl, weil dessen Produktionen der PEAWEES und BEE BEE SEA uns sahnig in den Ohren zerlaufen sind. Als ich dann noch einen Podcast mit ihm hörte, in dem er über sich und seine Arbeit als Tontechniker erzählte, war die Sache eigentlich klar. Dieser nette Typ sollte unbedingt unser Album mischen! Und so kam es dann ja auch.
Bimmi: Unsere schwedische Geheimwaffe Magnus Lindberg haben wir schon seit der ersten EP. Er hat fast alles gemastert, was wir bisher veröffentlicht haben. Wir sind auf ihn gekommen, weil er unter anderem mit THE HELLACOPTERS gearbeitet hat. Ich habe uns damals für ziemlich größenwahnsinnig gehalten, so einen Typen fürs Mastern unseres Pupsalbums anzufragen, und dachte, der lacht sich doch bestimmt kringelig über unsere Anfrage, aber da hatte Max schon die Mail an ihn abgeschickt. Als er zugesagt hat, habe ich einen Purzelbaum vor Freude in unserem Bandchat gemacht und fragt mich jetzt nicht, wie ich das physisch hinbekommen habe. Magnus schafft es, den Mixen immer noch das letzte Stückchen Sternenstaub zu verleihen, und ist zudem noch ein sehr angenehmer Zeitgenosse.

Aufgenommen habt ihr trotzdem selbst – eine finanzielle oder auch eine bewusste Entscheidung zugunsten von DIY und Kontrolle über den eigenen Sound?
Max:
Ich habe ein kleines Studio in Leipzig, in dem ich ab und an Bands aufnehme, deren Leute ich mag und mit deren Musik ich was anfangen kann. Bei unserer eigenen Musik lag es damit auf der Hand, dass ich zumindest die Aufnahme auch selber durchführe. Bei unserer ersten EP ging es vor allem darum, so wenig Geld wie möglich in die Hand nehmen zu müssen, weil unsere Bandkasse leergefegt war. Bei unseren späteren Aufnahmen lag es eher daran, dass wir selbst so viel tüfteln und verschlimmbessern, dass allein die Aufnahmen 10.000 Euro kosten würden.

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