MONO-TON Records & HiFi, Nürnberg

Foto© by Roman Eisner

Mein liebster Plattenladen

Im Vorbeigehen sah ich zufällig diesen Laden, der neben CDs und LPs auch HiFi-Reparatur und einen Verkauf anbietet. Da mein 40 Jahre alter Thorens-Plattenspieler brummte, brachte ich ihn ein paar Wochen später zur Reparatur. Nach dem Anstöpseln war schnell klar, dass er einwandfrei funktionierte – lediglich der Vorverstärker war lädiert. Ich ersetzte ihn und konnte nach Monaten endlich wieder richtig Platten hören. Ich befrage Inhaber Tobias zum vielfältigen Konzept des Ladens.

Seit wann gibt es das mono-Ton, und wie viele Leute arbeiten hier?

Uns gibt es jetzt seit fast 25 Jahren und so steuern wir auf ein schönes Jubiläum zu. Inklusive mir als Inhaber sind wir zu viert. Es kommen immer mal wieder Aushilfen dazu. Von früher gibt es zwei Frauen, die uns immer wieder aushelfen, worüber ich sehr glücklich bin.

Hast du vor 25 Jahren gleich mit der Kombination Schallplatten und HiFi angefangen?
Ich hatte ursprünglich einen Laden in Fürth, in dem ich fast ausschließlich gebrauchte CDs und Platten verkauft habe. Dann hat sich das nach Nürnberg verlagert. Da wurden die neuen Veröffentlichungen erst viel gewichtiger, was einfach der Nachfrage entsprach. HiFi kam dann vor zehn Jahren dazu.

Wie kamst du auf die Idee?
Als ich in die Räumlichkeiten hier gezogen bin, wollte ich wirtschaftlich etwas mehr Sicherheit haben. Die Idee war, ein Café oder eine „HiFi-Abteilung“ mit den Platten zusammen zu betreiben.

Kannst du beschreiben, was welchen Anteil hat?
Wir sitzen hier gerade an einer kleinen Bar, die Teil des Cafés sein sollte. HiFi hat das aber verdrängt. Das Hauptgeschäft ist aufs Jahr gesehen immer noch der Plattenverkauf, wobei das zeitweise natürlich schwankt.

Vinyl ist erschreckend teuer geworden. Platten kosten heute zwischen 20 und 50 Euro. Macht sich das am Verkauf bemerkbar?
Die Plattenpreise mussten etwas nach oben gehen, das fand ich positiv. Allzu oft wurde jedoch über das Ziel hinausgeschossen. Das ist das Negative an der Sache. Für mich ist wichtig, dass junge Leute und Einsteiger etwas für sich finden und es sich leisten können. Mein Secondhand-Bereich ist deutlich günstiger. Bei den neuen Sachen versuche ich mit besonderen Angeboten zu arbeiten. Aber klar, du bekamst vor ein paar Jahren eine neue NIRVANA-LP, die nicht im Hochpreissortiment angesiedelt war, für 22 Euro, heute kostet sie 30 Euro.

Wie ist es im Indie-Bereich?
Ich tausche mich da viel mit Kollegen aus. Und ehrlich gesagt ist es dort genauso wie bei den Majors. Mir haut es manchmal den Vogel raus, wenn ich sehe, dass eine unbekannte Indie- oder Punkband mit dem ersten Album einen Preis Richtung 30 Euro fährt. Wir haben auch ein Label, mono-Ton Records, mit dem ich ab und an etwas veröffentliche. SCHUBSEN waren da beispielsweise dabei. Ich versuche, mit 22 bis höchstens 25 Euro rauszukommen, und spreche mich mit den Künstlern hierzu ab.

Überwiegen bei euch im HiFi-Bereich die Reparaturen oder die Verkäufe?
Das Ziel ist immer, das Alte erst mal zu erhalten. Zumindest wenn es sinnvoll ist. Manches muss nur überholt oder repariert werden. Ansonsten baut man halt da herum mit neuen Komponenten eine Anlage zusammen, womit man dann einfach Platten hören kann. Es gibt natürlich auch Neueinsteiger.

Dazu veranstaltest du hier im Laden auch Konzerte und Lesungen.
Ja. Das Erste, was ich gemacht habe, als ich hier eingezogen bin, siehst du dort im Eck vor dem Schaufenster: Ich habe eine kleine Bühne gebaut – Live-Musik ist für mich einfach die Essenz von allem, was ich hier mache.

Wer ist dir aus dem Punkbereich besonders in Erinnerung geblieben?
Eine holländische oder belgische Punkband, deren Namen ich jetzt nicht auf dem Schirm habe – die haben bei uns so etwas wie akustische Seemannschöre gesungen. Am Abend war ich dann auf dem Konzert, auf dem gepogt wurde. Es war schön, die von beiden Seiten her zu sehen. Das vollste Konzert jemals war mit ANTI-FLAG, was heute natürlich indiskutabel wäre. Im Laden waren 150 Leute, der Rest stand bis zur Straße raus.

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