PHOXJAW

Foto© by Hassle Records

Verwirrtaktik

PHOXJAW schmeißen auf ihrem Debüt „Royal Swan“ wirklich allerhand in den Topf. Die Band aus Bristol nimmt modernen Metal und kreuzt ihn mit Alternative Rock, Wave und einer Prise Wahnsinn, dann lecken alle an psychedelischen Fröschen und genießen den Rausch. Verwirrung zu stiften gehört für die Band um Sänger und Songschreiber Danny Garland dabei durchaus zum Plan, allerdings auch der eindeutige Wille, die Menschen einen zu wollen.

Eure Musik ist erfrischend schwer zu kategorisieren. Wie schwierig ist es, im Jahr 2020 etwas Einzigartiges zu kreieren?

PHOXJAW ist wie eine Droge für uns und es ist großartig mitanzusehen, wie Menschen auf unseren Sound reagieren. Wir möchten einen neuen Heavy-Sound erschaffen, der persönlich, romantisch und poetisch ist. Harte Musik kanalisiert unverfälschte Emotionen und das macht süchtig.

Reflektiert ihr aktiv über die verschiedenen Einflüsse, die ihr verarbeitet?
Wir hören wirklich verdammt viel Musik aus den verschiedensten Richtungen. Wir tanzen zu hartem Techno wie von GIANT SWAN, genießen es aber genauso das Geprügel von NOXAGT. Darauf folgen die sanften Worte von Paul Simon und die Harmonien der BEACH BOYS.

Wie würdest du den Charakter von PHOXJAW beschreiben?
Die Leute sollen ihren Kopf gegen die Wand schlagen wollen, dann heulen, dann tanzen und dann einen Salto rückwärts machen. Musik ist Eskapismus und wir möchten diese Leinwand so bemalen, dass die Leute sich darin verlieren können.

„Royal Swan“ hat viele Facetten. Es ist laut, düster, melodiös und atmosphärisch – warum ist Humor ebenfalls ein wichtiges Element?
Wir wollen etwas erschaffen, das manchmal auch ein bisschen verwirrend ist. PHOXJAW sind interdisziplinär und verändern sich stetig.

Ist der Humor ein Zeichen für eure Frohnatur oder doch der Verbitterung?
Wir sind Briten, also machen wir ständig Witze über uns selbst. Manchmal sind wir glücklich und manchmal eben nicht. Zuallererst sind wir aber dankbar, dass wir diese Band haben, denn sie gibt uns einen Sinn. Musik ist kraftvoll und sie durchdringt die Körper der Jungen und Inspirierten.

Inwiefern kommentiert euer Album das aktuelle Leben in England?
Ihr habt bestimmt mitbekommen, dass in Bristol die Statue von Edward Colston niedergerissen wurde. Das war ein wichtiger Moment, weil Bristol unsere Heimat ist und die soll nicht für die Symbole von jemandem stehen, der so viele Menschenleben auf dem Gewissen hat. Tatsächlich existiert eine große Spaltung zwischen den Menschen und wir möchten, dass unser wieder Land zusammenkommt – alle Kulturen gleichermaßen.