Reconstructed

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Dave Pollack von Destiny Tourbooking im Interview

Im Mai zieht der Reconstruction-Tourtross durch die Lande mit PENNYWISE, PROPAGANDHI, COMEBACK KID, WIZO, THE IRON ROSES, DEAD PIONEERS und DRITTE WAHL. Reconstruction ...? War da nicht mal was? Genau, ab 1999 gab es bis Mitte der 2000er die Deconstruction-Festivaltour mit einem bunten Strauß Bands aus dem Lager Epitaph, Fat Wreck, Burning Heart und Co. – die älteren Ox-Leser:innen erinnern sich. Ausgedacht hatte sich das David „Dave“ Pollack von Destiny Tourbooking aus Berlin, Exil-Kalifornier und seit Anfang der 1980er Ur-Kreuzberger, der mit Destiny Records auch ein eigenes Label hat. Aus De- wurde Reconstruction, und weil da Jahrzehnte an Punkrock-Geschichte dahinterstecken, habe ich Dave interviewt.

Dave, du sitzt gerade in eurem Büro in Kreuzberg. Ihr seid ein paar Mal schon umgezogen, zuletzt in der Pandemie. Kannst du dich noch an dein erstes HQ erinnern?

Ja, das war Anfang der 1980er in Schöneberg: Zwei Zimmer, das eine war mein Schlafzimmer und das andere das Büro. Das war in einem besetzten Haus. Da bin ich gar nicht mehr aus dem Haus gegangen, nur vom Schlafzimmer ins Büro. Irgendwann habe ich mir gesagt, ich will nicht mehr am gleichen Platz arbeiten, wo ich wohne. Deshalb war ich während der Pandemie auch anfangs gegen Homeoffice, was alle außer mir aber machen wollten. Ich habe mir anfangs gedacht, das mit der Pandemie wird in absehbarer Zeit wieder vorbei sein. Zuerst habe ich auch alle normal weiterbezahlt, das übliche Kurzarbeitergeld wäre ja viel zu wenig gewesen. Wir machten das erst, als es auf 80% gestiegen ist. Ich habe die Leute aus meiner eigenen Tasche bezahlt, damit sie noch erreichbar sind und wir jederzeit wieder loslegen können. Bei der nächsten Pandemie weiß ich es besser, haha.

Wie lange hast du noch bis zur Rente?
Das ist eine lustige Frage, denn ich habe immer zu mir selbst gesagt: Wenn NOFX aufhören, dann höre ich auch auf. Aber die haben zu früh aufgehört ... Mir war immer klar, dass ich den Rest meines Lebens arbeiten werde. Aber irgendwann, glaube ich, in ein paar Jahren, werde ich mich ein bisschen zurückziehen. Dann bin ich nur noch die Hälfte des Jahres im Büro. Und solange man Spaß an der Arbeit hat, ist das ja okay.

Vielleicht ist das der Vorteil, wenn man wie du oder ich das Hobby zum Beruf gemacht hat: Was man macht, macht einem im Grunde Spaß. Das ist bei irgendeinem Scheißjob in irgendeinem Büro in irgendeinem Unternehmen vielleicht eher nicht der Fall.
Das sehe ich auch so. Ich mache meine eigenen Fehler und treffe meine eigenen Entscheidungen – das ist besser, als für irgendeinen Arsch zu arbeiten. Als ich damals anfing, hat sich kaum einer für Punkrock interessiert. Damals, 1986/87 hatten sogar die „alternativen“ Veranstaltungsorte keine Lust mehr auf Punk. Und vieles von dem, was ich damals gemacht habe, habe ich nicht nur gemacht, weil ich es machen wollte, sondern weil es kein anderer machen wollte. Aber mir war wichtig, dass das passiert.

Nun ist Destiny, trotz deines super Teams, eng mit deiner Person verbunden. Du kennst viele der Bands, die ihr bucht, seit Jahrzehnten, es sind Freunde. Hängt also dein „Geschäftsmodell“ an diesen persönlichen Verbindungen? Du warst beispielsweise immer der Booker von NOFX.
Natürlich. Ich muss immer beides gut finden, um mit einer Band zu arbeiten: Die Musik und die Personen. Und irgendwann verbindet dich mit Bands und auch mit Veranstaltern eine Freundschaft. Dann arbeitest du mit Leuten, denen du vertrauen kannst und wo du nicht das Gefühl hat, dass sie versuchen, dich abzuziehen. Ich habe immer wieder von großen Firmen aus dem Veranstaltungsbereich Angebote bekommen, auch international. Da wurde vorsichtig angefragt, ob ich Lust hätte, für die zu arbeiten. Und ich habe immer gesagt: Nein, auf keinen Fall. Ich sollte mal Vice President European Operations werden von so einer riesigen Firma. Aber da wusste ich schnell, dass ich daran keinen Spaß haben würde. Ich habe ja aus Gag mal gefragt, ob ich meine Bands und meine Leute mitnehmen kann – und dann war das Telefon auf einmal tot. Nee, darauf habe ich echt keinen Bock, da verdiene ich lieber viel weniger Geld und mache dafür das, was ich will. Punkrock ist seit Ende 1987, Anfang 1988 ein bedeutender Teil meines Lebens, das ist mir wichtig. Natürlich ändern sich mit dem Älterwerden manche Ansichten, andere nicht. Wenn ich sehe, wie extrem links ich damals war, wie ich für den Sozialismus gekämpft habe, und was solche Leute dann gemacht haben, als sie endlich mal an die Macht kamen, was sie von ihren Versprechungen nicht gehalten haben, dann ist das frustrierend.

Hättest du den Job bei so einem Konzern angenommen ...
... wäre ich schon längst wieder gefeuert, haha.

Es gab in den 1990er Jahren so was wie eine Goldgräberstimmung. Die Majorlabels heuerten Leute aus der Szene an, die signten „unsere“ Bands, und das ging eine Weile gut, dann wurden die Leute wieder gefeuert, die Bands gedropt. Da war es also wohl eine gute Entscheidung, sich selbst treu zu bleiben. Und manche Bands, die ihr Glück zwischenzeitlich woanders gesucht hatten, sind jetzt auch wieder bei dir. Das Durchhalten hat sich also gelohnt, oder?
Klar. Man muss eben irgendwann akzeptieren, dass das, was wir da tun, richtige Arbeit ist. Ich bin mir sicher, wenn ich bei so einer Firma gelandet wäre, die wären bestimmt nicht mit mir zufrieden gewesen. Und ich wäre auch nicht zufrieden gewesen. Bei so einem Job muss man zu viele Opfer bringen. Das Schönste an der Selbstständigkeit ist, dass man selber entscheiden darf, mit wem man arbeiten will und mit wem nicht. Zum Glück kommt es nach so vielen Jahren nicht so oft vor, dass ich etwas beenden muss. Aber es gibt Leute, die sich ändern, und manche wollen nur den Bands das Geld aus der Tasche ziehen. Wenn ich so was bemerke, kann ich in meiner Firma die nötigen Entscheidungen treffen. Man sollte fair sein mit Veranstaltern, die Bands sollen bekommen, was ihnen zusteht. Und wenn es richtig schiefläuft, dann versuche ich immer mit den Bands zu diskutieren, dass man die Gagen ein bisschen reduziert. Man will, dass alle okay rauskommen, damit die Leute nicht desillusioniert werden. Neulich noch musste ich einem Veranstalter erklären, dass es ja schön ist, wenn eine Show gut läuft und er das ganze Geld den Bands gibt, ohne sich seine Prozente zu nehmen. Aber was, wenn es mal nicht läuft? Dann zahlst du aus deiner Tasche. Das kann man machen, wenn man einen normalen Job nebenher hat, aber wenn das mehrmals passiert, dann verliert man irgendwann desillusioniert den Spaß an der Sache, und das ist in dem Fall passiert. Damit ist keinem geholfen.

Es wird viel darüber geredet, dass sich das Live-Geschäft postpandemisch stark verändert habe. Wie ist deine Einschätzung?
Gleich danach war es schwer. Alles war wieder offen, aber die Leute waren noch wie im Schock, die wollten noch nicht unbedingt auf Konzerte gehen. Die haben sich nicht getraut, nach zwei Jahren mit stark eingeschränkten Kontakten zwischen Tausenden von Leuten zu stehen. Dann lief es langsam nach und nach besser, und im zweiten Jahr nach der Pandemie war das Vertrauen wieder da, alle wollten wieder auf Konzerte gehen. Letztes Jahr, 2024, war für uns super, aber das hat auch viel damit zu tun, dass wir die finale NOFX-Tour gemacht haben. Und natürlich wollte jeder die noch mal sehen. Zuerst waren die Leute misstrauisch und dachten, das mit dem Aufhören ist Bullshit, in zwei, drei Jahren kommen die wieder auf Tour. Aber ich kenne Mike gut, und wenn er sagt, er hat keinen Bock mehr – und er hat das schon seit Jahren gesagt –, dann ist es aus.

In den 1990ern kamen in den USA Festivaltouren wie Lollapalooza und Vans Warped Tour in Mode, und 1999 gab es dann in Deutschland die erste Deconstruction-Tour. Wie kam es dazu?
Ich hatte damals einen Skate-Shop und ein Skate-Team. Den Skate-Laden gibt es immer noch, den macht heute Arne von Radio Skateboards. Wir haben damals Konzerte mit Skate-Contests veranstaltet, und dann kam die Idee, daraus eine Tour zu machen. Zuvor hatte ich mich schon beim Bizarre Festival um so was gekümmert, Skate-Contests und die „Fat Stage“. Dann habe ich von der Warped Tour gehört, das war ja eine Mischung aus Sport-Events wie Skateboarden und Punkmusik. Das fand ich super und dann habe ich, nachdem Fat Mike mir den Kontakt gegeben hatte, mit Warped Tour-Erfinder Kevin Lyman vereinbart, die nach Europa zu bringen. Das hat auch zweimal stattgefunden, doch es gab Differenzen zwischen uns, wir machten Verluste, die ich und KKT übernommen hatten. Ich hatte Vorschläge zu passenden Bands gemacht, meine Vision war nur Punk und Hardcore, denn bei der Warped Tour war das ja breiter aufgestellt. Weil unsere Meinungen auseinandergingen, habe ich ihm schließlich gesagt, dass ich meine eigene Tour machen werde, und daraufhin meinte er, dann müsse er ja nicht mehr nach Europa kommen mit der Warped Tour. 1999 gab es eine kurze Tour, basierend auf NOFX, und 2000 fand die erste richtige Deconstruction-Tour statt mit NOFX, GOOD RIDDANCE, MIGHTY MIGHTY BOSSTONES, TERRORGRUPPE, MAD CADDIES, GUTTERMOUTH und SNAPCASE.

In den USA war das Konzept der Tour ja durchaus neu, da kam man mit dem ganzen Tross auch in die Provinz und spielte auf irgendwelchen Parkplätzen.
Das hat in den USA gut funktioniert und Bands wie LIMP BIZKIT wurden dadurch erst richtig bekannt. Was dort gut funktioniert hat und hier nicht möglich war: Statt in irgendwelche Hallen zu gehen, hat Lyman das auf Parkplätzen gemacht. Und somit hatte er Kontrolle über die Getränkeverkäufe, die Parkplatzvermietung und so weiter. Natürlich musste man die Bühne und die PA aufbauen, aber da war schon eine grundsätzliche Infrastruktur vorhanden. Wenn du hierzulande ein Open Air machst, musst du alleine für die Infrastruktur mindestens 100.000 Euro aufbringen, bevor du auch nur eine Band bezahlt hast. Die Warped Tour war durchaus wichtig, aber der Fokus lag dann irgendwann nicht mehr auf Szene-Bands, sondern auf dem, was gerade populär war. Und später gab es sogar Infostände des US-Militärs und dazu habe ich Lyman deutlich meine Meinung gesagt.

Bis 2005, 2006 hat das Deconstruction-Konzept gut funktioniert, aber dann ... war Schluss.
Meine Fehler war, nicht erkannt zu haben, dass man sich für so eine Tour auf die Wochenenden konzentrieren muss. Unter der Woche funktioniert das nicht, und das, was man am Wochenende verdient hatte, musste den Verlust an den Wochentagen ausgleichen, wenn du nur ein Drittel der Besucher hast. Den Bands hatte ich aber immer die gleiche Gage gegeben ...

... und das war der Sargnagel?
2005 gab es noch eine kleine Tour durch kleinere Hallen und auch mal ein Open Air. Ich machte so immerhin weniger Minus. Weniger Leute, aber auch geringere Kosten. 2003 oder 2004 war es an sich gut gelaufen, dachte ich, und ich freute mich, aber bei der Abrechnung sah es am Ende doch anders aus ... Zum Glück hatte ich ein Haus, das ich früher mal in Kalifornien gekauft hatte, für gutes Geld verkauft. Ich freute mich, so viel Geld hatte ich noch nie verdient, und tja, zwei Monate später war fast alles weg, denn ich musste die Gagen bezahlen.

Jedes kleine Festival, jeder kleine Veranstalter scheint heutzutage schon eine GmbH & Co. KG zu haben und haftet damit im Falle einer Pleite idealerweise nicht mit seinem Privatvermögen. Schaut man ins Impressum deiner Website, steht da dein Name, David Pollack. Destiny ist eine „Einzelfirma“ wie das Ox. Geht es schief, hängst du mit allem, was du hast, in der Scheiße. Warum machst du das?
Ich hatte auch eine GmbH, denn ich hatte zeitweise vier Restaurants, jetzt sind es noch zwei. Die Pandemie ... Ich habe da eine Menge Geld reingesteckt. Mein langjähriger Steuerberater, das war so ein Hippie-Typ, den habe ich damals gefragt, ob ich für Destiny eine GmbH gründen soll, um sicher zu sein. Er fragte, ob ich glaube, dass ich jemals Pleite gehen würde, und ich sagte nein. Daraufhin sagte er: „Dann mach es nicht.“ Hahaha!

Du bist durchaus mit diesem Optimismus sehr kalifornisch, auch wenn du schon 40 Jahre in Berlin lebst, oder?
Mehr als 40 Jahre. Destiny wird im September 42 Jahre, ich bin im Dezember 1981 hierher gezogen, da war ich 19.

Wie kam es nun dazu, aus Deconstruction Reconstruction zu machen und wieder so eine Tour auf die Beine zu stellen? Nostalgie? Wahnsinn? Zu viel Geld?
So was zu kuratieren macht mir Spaß. Open Air Shows mit Punkrock-Bands, das ist tierisch viel Arbeit und ob sich die rentiert oder nicht, da bin ich mir nicht sicher. Klar, bei den letzten NOFX-Shows hat es sich finanziell rentiert, aber auf der persönlichen Ebene rentiert es sich immer. Es macht Spaß, hinterher sagen zu können, das habe ich mit den Leuten, die mit mir zusammenarbeiten, mit meinem Team, zusammengebaut und es hat funktioniert. Das ist auch so eine Art „Bezahlung“. Natürlich bekommt man nicht jede Band, die man gerne haben würde, aber es geht schon immer darum, ein Line-up zusammenzustellen, das man selbst gerne sehen würde. Bei der NOFX-Tour war es deshalb diese Mischung von neuen Bands und ein paar Acts, von denen ich 1979/80/81 schon Fan war. Es hat mir Spaß gemacht, etwa NEGATIVE APPROACH mitzunehmen. Schon die Ansage von John Brannon war großartig: „Seid ihr alle gut drauf? Okay, das wird sich jetzt ändern: Wir sind NEGATIVE APPROACH!“ Auch CIRCLE JERKS haben bei vielen Shows mitgespielt und ich weiß nicht, wie gut die angenommen wurden. Aber es war cool, die dabei zu haben, ebenso wie SCREAM. Das sind Leute, mit denen ich seit eh und je zu tun habe.

Wenn du so was kuratierst, heißt das auch immer, dass du was aus deiner eigenen Jugend zurückholst und auch so eine Art Familientreffen organisierst?
Auf eine Art schon. Das ist, was ich will und was zu so einer Veranstaltung passt. Natürlich muss man das mischen mit ein paar jüngeren Bands, etwa CLOWNS. Die wollte Mike als Opener, damit die Leute früh da sind – ich hätte sie eher Richtung Headliner gesehen.

Im Mai steht nun also die Reconstruction Tour an. Ein Testballon oder der Beginn einer jährlichen Serie?
Also ... früher sind die großen Bands nur getourt, um ihren Platten zu supporten. Die kamen also nur alle zwei oder drei Jahre rüber – und jetzt kommen die mindestens einmal im Jahr. Daher ist es für kleine Bands schwieriger geworden, größer zu werden. Bei einer Tour wie der von NOFX 2024 überlässt man deshalb ein paar Slots denjenigen, die schon etwas bekannter, aber noch nicht ganz so groß sind. Zum Glück gibt es ein paar solcher Bands, die vielleicht auch nicht neu sind, die schon seit sieben, acht Jahren spielen, nur hatte bisher kaum jemand von ihnen gehört. Und es muss ja auch junge Bands geben, es kann ja nicht sein, dass alle auf der Bühne so alt sind wie wir.

Aber zurück zu meiner Frage: Planst du eine weiteren Auflage des Festivals für nächstes Jahr?
Ich denke ja. Ich glaube, dass fast alle Shows in Richtung ausverkauft gehen, auch wenn der Vorverkauf anfangs nicht so schnell lief, wie ich es erwartet hatte.

Redest du viel über Geld jeden Tag und bei all dem, was du machst?
Ja, das muss man. Wenn man wie jetzt, Ende Februar, bei einer Tour wie Reconstruction noch über 4.000 Tickets von einer schwarzen Null entfernt ist, muss man über Geld reden. Aber ich mache mir auch keine Sorgen, dass es nicht funktioniert. Meistens will ich solche Zahlen eigentlich nicht wissen, nur rechnet so was niemand anderes im Büro für mich aus, haha. Aber klar, man muss seine Rechnungen bezahlen, also muss man sich Gedanken darum machen. Aber meistens mache ich mir die Gedanken nachher, nicht vorher ... Ich habe kein Problem damit, immer wieder ins Risiko zu gehen, vor allem wenn es irgendwas ist, wo ich sage, das finde ich super. Und ich finde die Mischung der Reconstruction Tour super. Mit DEAD PIONEERS haben wir eine tolle neue Band, und mit IRON ROSES die „neue“ Band von Nathan von BOYSETSFIRE, die früher bei uns im Booking waren und der jetzt wieder bei uns ist.

Du bist Amerikaner, wie ist deine Stimmung angesichts der Lage in den USA?
Der Situation ist so absurd, dass ich glaube, die meisten Leute können das schon gar nicht mehr fassen. Der 6. Januar 2021, der Sturm auf das Capitol, das war Landesverrat. Und wie kann einer Landesverrat begehen und dann überhaupt wieder als Kandidat aufgestellt werden? Was da jetzt abgeht, von der Gender-Thematik über das Gesundheitssystem bis hin zum Krieg ... Als Nächstes wird dem Bildungsbereich das Geld entzogen. Trump war schon immer egozentrisch, und die Leute, die genug zahlen, die bekommen hohe Posten in der Politik. Solange die gut über ihn reden, findet er die gut. Sobald irgendeiner ihn kritisiert, fliegt er. Hauptgewinner ist Elon Musk und der hat ja nicht mal einen richtigen Posten in der Regierung, ja, er ist nicht mal Amerikaner.

Hast du mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft?
Ich wohne schon länger in Deutschland, als ich in Amerika gelebt habe, aber ich bin Amerikaner – ich bin ein bisschen beides.

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26 Jahre später
Im Oktober 1999 gebe ich in Ox Nr. 36 mein Debüt als Ox-Schreiber. Dazu zählt neben einem Bericht über ein Skate-Punk-Festival im Burgenland, auf dem unter anderem die Grazer Local Heroes RED LIGHTS FLASH und die deutsche Newcomer-Band DONOTS spielen, auch ein Review über den Graz-Stopp der Deconstrution-Tour. Diese bringt im Juni 99 unter anderem NOFX und LAGWAGON in die Stadt. Und auch diese andere deutsche Newcomer-Band, die BEATSTEAKS, deren Drummer ein Graz-Skate-Punk-Shirt trägt, während Sänger Arnim mit Gitarre durch die Menge läuft. 59 TIMES THE PAIN kommen meiner Besprechung zufolge nicht beim Publikum an, und der Sänger von DOGPISS – Duncan Redmonds, dessen Hauptband SNUFF ich zwei Jahre später bei der Deconstruction-Tour in Wien live sehen werde – begrüßt die Crowd mit den Worten „Ich habe einen kleinen Penis“, weil dies seiner Meinung nach „Hello and good evening“ heißen würde. H20, spielen auch, gefallen mir aber nicht. So steht es zumindest in Ox Nr. 36.
H.C. Roth

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