© by Guerrin MyallMit RICH KIDS ON LSD ist es ähnlich wie mit den RAMONES – diejenigen, die sie noch live gesehen haben, werden von denen beneidet, denen das nicht vergönnt war. Das könnte sich aber jetzt ändern, denn nach einigen YouTube-Teasern stellte sich heraus, dass RKL wieder Shows spielen und 2025 zum ersten Mal seit 1998 in der Besetzung des letzten Studioalbums „Riches To Rags“ (1994; Chris Rest, Dave Raun, Barry Ward, Joe Raposo) nach Europa kommen. Als neuen Sänger werden sie Abe Brennan (DEAD PIONEERS) mitbringen, nachdem in den USA zuvor Tony Foresta von MUNICIPAL WASTE für den 2006 verstorbenen Jason Sears eingesprungen war.
RKL gehören zu den prägenden Bands der sogenannten Nardcore-Szene rund um die Stadt Oxnard. Genie und Wahnsinn lagen bei RKL immer nah beieinander. Vom technischen Können her trennten sie schnell Lichtjahre von anderen Bands, was eindrucksvoll auf ihren zwei legendären Alben „Rock’n Roll Nightmare“ von 1987 und „Riches To Rags“ von 1994 zu hören ist, welche die Messlatte für thrashigen Hardcore-Punk bis heute hoch legen. Falsche Entscheidungen, Süchte und andere Krankheiten führten aber immer wieder zu längeren Pausen und Besetzungswechseln sowie zum tragischen frühen Tod von drei Bandmitgliedern. Wir lassen die Geschichte der Band mit Chris Rest und Dave Raun, die wie Joe Raposo heute auch bei LAGWAGON spielen, noch mal Revue passieren. Mit der Erkenntnis, dass keinen Plan zu haben der einzig funktionierende Plan sein kann.
Chris, Dave, warum sprechen wir heute überhaupt über RKL? Ihr habt mit LAGWAGON eine viel beschäftigte erfolgreiche Band. Ich als Fan freue mich natürlich sehr, aber warum schließt ihr als Musiker das Kapitel RKL noch nicht ab?
Chris: Eigentlich dachten wir, das Kapitel sei bereits abgeschlossen. Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal einfach aus Spaß eine Art Tribute-Band namens THE RKLIENS zusammengestellt, um die alten Songs noch mal zu würdigen. Wir hatten einige Shows, Tourpläne gab es aber nie. In der letzten Phase von Corona kontaktierte aber Tony Foresta von MUNICIPAL WASTE Dave Raun, nachdem wir ein paar Videos hochgeladen hatten, in denen wir zu viert instrumental RKL-Songs spielen. Er sagte Dave, er sei ein riesiger Fan von RKL, und fragte, ob er über diese Tracks seine Vocals setzen dürfe. Das war der Stein, der die Sache ins Rollen gebracht hat. Danach überlegten wir, ob wir das Ganze nicht auch auf der Bühne live präsentieren sollten. Zunächst spielten wir einige Shows in Kalifornien, dann auch auf dem Punkrock Bowling Festival in Las Vegas. Es hat total Spaß gemacht, den alten Songs neues Leben einzuhauchen.
Habt ihr mit Tony noch weitere Songs aufgenommen?
Chris: Richtige Studioaufnahmen haben wir nicht gemacht. Alle Tracks wurden entweder in Daves Proberaum oder bei uns zu Hause aufgenommen. Außerdem haben wir Livestreams von den Shows gemacht und unser Soundmann Shawn hat alle Konzerte mitgeschnitten.
Tony kommt als Sänger nicht mit auf die Europatour 2025. War das von Anfang an so geplant, dass er nur die Shows in den USA spielt?
Chris: Konkret geplant hatten wir gar nichts. Auch die US-Shows sind spontan zustande gekommen. Tony ist sehr eingespannt mit MUNICIPAL WASTE und wir mit LAGWAGON. Wir haben in unseren Terminkalendern einfach kein gemeinsames Zeitfenster gefunden.
Jetzt ist Abe Brennan von den DEAD PIONEERS, CHILTON und WRETCH LIKE ME als Sänger dabei. Wie kam das zustande?
Chris: Mit LAGWAGON haben wir auf Tour mehrere Wochen mit WRETCH LIKE ME zusammengespielt und dabei Abe sehr gut kennengelernt. Wir stehen auf seine Live Performance und seine Art zu singen.
Dave: Eigentlich kennen wir Abe schon seit über 25 Jahren. Wir sind uns im Laufe der Jahre immer mal wieder über den Weg gelaufen. Auf einer Show in Denver mit NOFX bin ich ihm backstage begegnet und er sagte mir, er habe die neuen Videos online gesehen und freue sich darüber, dass RKL wieder aktiv sind und dass er Fan der Band sei. Später kam mir dieses Gespräch wieder in den Sinn, als die Frage nach einer Tour im Raum stand. Ich mochte Abes Fähigkeiten als Frontmann schon immer. Also fragten wir ihn einfach, ob er sich vorstellen könne, bei RKL zu singen, und er war sofort dabei. Wir fingen also an, ein paar alte Songs mit ihm zu proben, und es klappte auf Anhieb hervorragend. Tony Foresta war damit völlig einverstanden. Er ist ein super Typ, wir hatten eine tolle Zeit mit ihm, er ist aber durch seine vielen Projekte sehr busy. Wir sind alle miteinander befreundet und er hat uns sofort seinen Segen erteilt, mit Abe weiterzumachen.
Sind mit dieser neuen Besetzung jetzt auch neue Aufnahmen geplant?
Dave: Zunächst beschränkt sich das auf Konzerte. An dem Punkt, neue Songs zu schreiben, sind wir noch nicht. Ich schließe das aber nicht aus, da sich bislang jeder Schritt spontan entwickelt hat, warum nicht auch dieser?
Euer Uptempo-Sound mit den vielen Breaks wurde Vorlage für das, was später das Etikett Skatepunk bekam. Auch heute werdet ihr häufig als „Skatepunk-Veteranen“ bezeichnet. Könnt ihr mit dem Begriff etwas anfangen?
Chris: Zu Beginn haben wir uns unseren Sound selber in Anlehnung an Vorbilder wie BAD BRAINS und MINOR THREAT zusammengebaut. Wir hatten nicht die bewusste Idee oder den Anspruch, einen neuen Sound zu schaffen. Erfunden haben wir diesen Sound auf keinen Fall. Wenn überhaupt, waren MINOR THREAT die erste Skatepunk-Band. Oder AGRESSION aus Oxnard, die waren Helden für mich, als ich noch zur Schule ging. Viele unserer Freunde gründeten damals Bands, die einen ähnlichen Sound machten – ILL REPUTE und STÄLÄG 13 zum Beispiel. Und geskatet sind wir alle. Punkrock und Skateboarding waren untrennbar. Heute ist Skateboarding eine olympische Disziplin, früher war es Subversion. Skateboarder galten als Kriminelle. Da lag es nahe, als Skater auch Punk zu sein. Durch unseren früheren Schlagzeuger Bomer hatten wir aber schon früh auch Einflüsse des Classic und Hardrock in unserem Sound. Er kam dazu durch seine ältere Schwester, ich hatte junge Eltern und wir alle hörten viel FM Radio, einen Hardrock-Sender aus Los Angeles. So trafen diese Einflüsse auf unsere Vorliebe für Thrash und Punk.
Ihr hattet von Anfang an den Beanie Boy als Logo, was für den Wiedererkennungswert einer Band von Vorteil ist. Eine Corporate Identity sozusagen. War es eigentlich Zufall, dass ihr mit Dan Sites einen talentierten Zeichner im Freundeskreis hattet oder war das Teil eines Plans, um sich von den anderen Bands abzuheben?
Chris: Die erste Version vom Beanie Boy war noch nicht von Dan. Ich lege meine Hand dafür nicht ins Feuer, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass Jason Sears und ich aufgrund unserer Liebe für die Cartoon-Serie „Beany and Cecil“ die Idee zum Beanie Boy hatten. Beany hatte diesen charakteristischen Propeller auf dem Kopf. Jason zeichnete die erste Version des diabolisch grinsenden Jungen als unser Maskottchen und wir verpassten ihm dann einfach noch die Propellermütze aus den Cartoons. Dan Sites gestaltete später Flyer für unsere Shows und das Motiv landete auf der ersten Single und dem ersten Album.
Neben dem technischen Können und dem eigenständigen Sound trägt auch der Lebensstil und tragische Tod von Jason, Derrick und Bomer zur Legendenbildung um RKL bei. Warum, glaubt ihr, faszinieren das Publikum menschliche Tragödien so sehr? Voyeurismus? Rock’n’Roll-Klischees?
Chris: Mir war das lange nicht bewusst, dass die Tode von Jason, Derrick und Bomer die Aufmerksamkeit für RKL gesteigert haben. Wir haben lange gewartet, bevor wir danach wieder mit der Band weitermachten. Ich fände es schade, wenn wir dadurch quasi einen Obskuritätencharakter bekämen. Unsere Musik steht für sich selbst und sie soll immer noch Spaß machen. Sonst würden wir auch aufhören, sie zu spielen. Dass wir die Songs weiter spielen, ist auch eine Hommage an Jason, Derrick und Bomer.
Eure Debüt-EP „It’s A Beautiful Feeling“ und das erste Album „Keep Laughing“ erschienen auf Mystic Records. Eure Geschichte mit dem Betreiber Doug Moodie [dazu auch Ox #92] ist keine positive, es gab von eurer Seite Vorwürfe, dass er euch ausgenutzt und nie an den Plattenverkäufen beteiligt hat. Wie seht ihr das heute mit dem zeitlichem Abstand?
Chris: Auf lange Sicht war es auf keinen Fall ein Nachteil, mit Doug zu arbeiten. Wir waren am Anfang eine Haufen ahnungsloser Kids und kein Label außer Mystic hatte Interesse daran, uns zu veröffentlichen. Mystic hat die frühen Nardcore-Compilations herausgebracht, auf denen junge lokale Bands aus Oxnard zu hören waren, die regelmäßig in einem Café in der Nachbarschaft von Mystic Records aufgetreten sind. Wir haben feuchte Augen bekommen, als Doug anbot, uns zu signen. Ich habe keine Kopie unserer Verträge mit Mystic mehr. Doug sagte in einem Interview, dass in den Verträgen gestanden hätte, alle Mystic-Bands würden in Form von Mystic-Merchandise entlohnt werden. Von daher bin ich mir heute gar nicht mehr sicher, ob er uns wirklich im juristischen Sinne hintergangen hat oder ob wir einfach zu unerfahren waren. Außerdem ist auch Doug Moodie durch RKL nicht reich geworden. Er hat viel für die lokale Szene getan und vielen jungen Bands geholfen, bekannter zu werden. Ohne diesen Bekanntheitsgrad hätten wir es vielleicht 1988 gar nicht auf Alchemy Records und auf Tour bis nach Europa geschafft. In den 40 Jahren unserer Bandgeschichte hat Doug sicherlich nicht mehr als 100.000 Einheiten unserer Platten verkauft. Sicherlich zu wenig, um sich zur Ruhe zu setzen.
Mit „Rock’n Roll Nightmare“ kam, wie du angesprochen hast, euer Wechsel zu Alchemy Records, die als Label musikalisch breiter aufgestellt waren. Im gleichen Jahr, 1987, brachte Alchemy auch „War All The Time“ von POISON IDEA heraus. Wie kam euer Kontakt damals zustande? War da gerade eine Art Umbruchphase bei Alchemy im Gang, mit einer Fokussierung auf Punk?
Chris: Bomer hat diesen Deal mit Victor und Mark von Alchemy eingefädelt. Victors damalige Band spielte eine Show in San Francisco und so lernte Bomer ihn kennen. Irgendwie hat er ihn dazu gebracht, das Album inklusive des aufwändigen Comics herauszubringen, was anderen Labels zu teuer war. Ich habe keine Ahnung, wie er das hinbekommen hat. Die Songs an sich hatten wir schnell produziert. Aber es brauchte viel Mühe, um Dan Sites immer wieder zu motivieren, den Comic zu Ende zu zeichnen – natürlich ohne Bezahlung. Bomer war auch in dieser Hinsicht sehr hartnäckig. Die Mühe hat sich gelohnt. Ich meine, wer außer RKL und KISS hatte bislang eine Platte mit einem kompletten Comic?
Dave: Mit dem Unterschied, dass die rote Farbe in den KISS-Comics angeblich aus ihrem eigenen Blut hergestellt wurde.
„Rock’n Roll Nightmare“ war musikalisch eine deutliche Veränderung. Weg vom reinen Oldschool-Hardcore hin zu Thrash Metal und Progressive Rock. Auf einmal wart ihr wahnsinnig fit an den Instrumenten. Habt ihr euch aus Interesse an komplexerer Rockmusik an den Instrumenten weiterentwickelt? Oder führen erweiterte Skills an den Instrumenten in der Konsequenz dazu, dass man komplexere Musik schreibt?
Chris: Die Liebe zu Classic Rock war schon bei allen vorhanden. Außerdem waren wir enttäuscht von einem Großteil der Thrash-Bands, mit denen wir zusammen gespielt haben, insbesondere auf Tour. Die lokalen Supportbands waren in der Regel die schlechtesten Garagen-Thrash-Bands, die man sich vorstellen konnte. Es gab so großartige Bands wie FEAR, BAD BRAINS, DEAD KENNEDYS, BLACK FLAG und T.S.O.L., bei denen wirklich gute Musiker waren. Aber die Bands, mit denen wir in der Regel auf unseren Touren zu tun hatten, waren schrecklich. Schon allein deshalb waren wir immer bemüht, uns an den Instrumenten zu verbessern. Dazu kam, dass Bomer auf einer Tour Hepatitis bekam und danach mehrere Wochen lang isoliert zu Hause verbringen musste. In dieser Zeit nahm er fast die komplette „Rock’n Roll Nightmare“ auf einem Vierspurgerät alleine mit einem kleinen Übungsverstärker auf und wir mussten anschließend diese verrückten vertrackten Songs lernen. Bomer hatte diese Gabe, ein Instrument anzufassen und es in kürzester Zeit auf einem überdurchschnittlichen Niveau zu beherrschen. Schlagzeug lernte er auf meinem Drumset und war zwei Tage später besser als ich. Gitarrespielen lernte er quasi über Nacht.
1993 erfolgte mit „Reactivate“ ohne Jason Sears euer Wechsel zu Epitaph. Bomer übernahm auch den Gesang. Die Legende besagt, dass Chris, Bomer und Joe dieses Album eigentlich unter dem Namen SLANG veröffentlichen wollten und Brett Gurewitz von Epitaph Records euch dazu überredet hat, es als neues Album von RKL zu vermarkten.
Chris: Ich weiß nicht, ob die Idee ursprünglich von Brett oder Bomer kam, die beiden haben das zusammen beschlossen. Das war ein Fehler, den ich im Nachhinein bereue. Meiner Meinung nach sind die Songs schrecklich.
Nach Bomers Weggang, Jasons Rückkehr und Daves Einstieg kam ein Jahr später mit „Riches To Rags“ wieder ein klassisches RKL-Album raus. Hat sich das für euch wie ein Revival angefühlt oder hattet ihr als Band trotz der Pausen ein Gefühl von Kontinuität?
Chris: Es war die erste Veröffentlichung, die nicht die Handschrift von Bomer trug. Die Messlatte für uns lag daher hoch, weil wir wieder an die Qualität der Songs auf „Rock’n Roll Nightmare“ anknüpfen und die Fans den Tiefpunkt „Reactivate“ vergessen lassen wollten. Das Album sollte Substanz haben und unseren früheren Ansprüchen an uns gerecht werden.
Dave: „Riches To Rags“ sollte wirklich eine Wiedergutmachung für „Reactivate“ werden. Alles kam in Bewegung. Durch den Deal mit Epitaph veränderten sich die Produktionsbedingungen komplett. Zudem sollte „Rock’n Roll Nightmare“ von Epitaph neu aufgelegt werden. Jason, Barry, Chris, Joe und ich funktionierten gut miteinander. Ohne diese Konstellation könnte auch heute die Reunion nicht stattfinden. Abe fügt sich da wunderbar ein. Auf unseren neuen Demoaufnahmen klingt er stimmlich und von der Attitüde sehr ähnlich wie Jason. Es ist verrückt! Manchmal frage ich mich, ob das wirklich die neuen und nicht doch alte Aufnahmen sind.
Nach dem Ende von RKL entstand 1997 ein zu Unrecht völlig untergegangenes Seitenprojekt von Chris, Bomer und Boz Rivera namens THE OTHER, die eine Platte auf dem Fat Wreck-Unterlabel Honest Don’s Records rausbrachten. Hätte dieses Material nicht auch das Potenzial für ein neues RKL-Album gehabt?
Chris: Anfangs waren das Chris, Bomer und Rich. Ich bin erst später dazu gestoßen, als Rich ausstieg und Bomer mich fragte, ob ich ihn ersetzen könne. Zu dieser Zeit hatte ich gerade gar keine Band. Dave war bei LAGWAGON eingestiegen und Jason war von der Bildfläche verschwunden. Wir spielten ein paar Shows in Kalifornien und Mike von NOFX bot uns an, ein Album auf Honest Don’s zu machen, seinem kleinen Label, auf dem er Sachen veröffentlichte, die vom Sound her nicht ins Fat Wreck-Programm passten. Die Platte ist wirklich leider untergegangen. Ich bin heute noch sehr stolz auf sie. Kaum jemand hat sie gehört, ich werde nicht oft darauf angesprochen.
Ich liebe dieses Album und empfehle es bei jeder Gelegenheit. Allerdings bekommt man es fast nur noch als Download. Und es gab nur eine CD-Version, kein Vinyl, richtig? Findet sich niemand, der eine Wiederveröffentlichung machen will?
Chris: Bislang nicht. Und jetzt gibt es auch noch eine recht bekannte deutsche Horrorpunk/Goth/Metal-Band, die sich auch THE OTHER nennt. Das macht es nicht einfacher.
Dave: The other THE OTHER. Wenn es zwei andere Andere gibt, wird es unübersichtlich.
Pläne zu machen ist nicht so euer Ding. Gibt es vielleicht lose Ideen, wie es jetzt mit RKL weitergeht? Auch in Anbetracht eurer anderen Bands?
Chris: Wir machen kleine Trippelschritte vorwärts. Schau, wir haben mit dem aktuellen Line-up noch keine einzige Probe mit allen Beteiligten in einem Raum gehabt. Damit fangen wir im Januar an. Dann machen wir fünf Shows in Kalifornien. Danach kommen wir nach Europa. Die Schritte werden also größer. Nach Kanada möchten wir 2025 auch noch. Wir nehmen es, wie es kommt.
Dave: Live zu spielen ist sowieso das Hauptziel. Wir haben bei den Shows mit Tony schon gemerkt, dass die Leute wirklich Lust auf die Band haben. Alle Shows waren gut besucht und die Leute haben alles gegeben. Glückliche Gesichter vor und auf der Bühne. Kommt vorbei, Leute. Wir sind bereit, wenn ihr es seid!
---
RICH KIDS ON LSD
... alias RKL wurden 1982 in Montecito, Kalifornien gegründet. Anfangs Teil der Nardcore-Szene aus dem nahegelegenen Oxnard, entwickelte sich ihr Sound über die Jahre vom Oldschool-Hardcore zu einer Mischung aus Punk, Rock und Metal. Diese Kombination, gepaart mit ausgiebigen Touren, bescherte ihnen in den 1980er und 1990er Jahren eine große Fanbase, insbesondere unter europäischen Skatern. Gitarrist Chris Rest blieb über die Jahre das einzige konstante Mitglied von RKL. Die Geschichte der Band ist durchzogen von Schicksalsschlägen. 2005 nahm sich der ehemalige Schlagzeuger Derrick Plourde das Leben. Im selben Jahr starb Bomer Manzullo an Herzversagen nach einem jahrelangen Kampf gegen seine Drogensucht. 2006 verstarb Jason Sears an den Folgen einer Entgiftungskur in Mexiko. Trotz dieser Verluste bleibt der Einfluss von RKL in der Punk-Szene ungebrochen. Bands wie NOFX, RATOS DE PORAO, DWARVES und LAGWAGON geben sie als maßgeblichen Einfluss an, was ihnen den Ruf der „Lieblingsband deiner Lieblingsbands“ beschert. Nach dem Ende von RKL spielten ehemalige Mitglieder in anderen Bands wie LAGWAGON, ME FIRST AND THE GIMME GIMMES und THE REAL McKENZIES. Fun Fact: Jedes aktuelle Mitglied von LAGWAGON war zu irgendeinem Zeitpunkt schon mal Teil von RKL. Einen lohnenswerten Überblick zur Geschichte von RKL findet man auch in den Ausgaben 127 (2007) und 128 (2008) des Trust-Fanzines. Die deutsche Fanpage unter rkl-band.de bietet außerdem ein PDF der vergriffenen Comicbeilage des „Rock’n Roll Nightmare“-Albums.
---
Nardcore
Nardcore entstand Anfang der 1980er Jahre in Silver Strand Beach, Oxnard und Port Hueneme und war eine Mischung aus Hardcore-Punk und der Skateboard-Kultur Südkaliforniens. Der Begriff setzt sich aus Hardcore und Oxnard zusammen und wird auf eine Idee von Ishmael Hernandez (DR. KNOW, FALSE CONFESSION) zurückgeführt. Die Bedeutung von Mystic Records, geleitet von Doug Moody und Mark Wilkins, war entscheidend für die Verbreitung von Nardcore. Das Label veranstaltete Shows in ganz Kalifornien und veröffentlichte Platten von zahlreichen Bands aus der Szene. Zu den bekanntesten und prägendsten Nardcore-Bands gehören ILL REPUTE, DR. KNOW, FALSE CONFESSION, AGRESSION, RAT PACK, STÄLÄG 13 und RKL. Eine zentrale Rolle spielten auch die legendären Nardcore-Sampler von Mystic Records, die von Tony Cortez (ILL REPUTE) ins Leben gerufen wurden. Sie haben einen vergleichbaren Stellenwert wie die Compilations „This Is Boston Not L.A.“ und „Flex Your Head“.
---
Diskografie
„It’s A Beautiful Feeling!“ (7“, Mystic, 1984) • „Keep Laughing“ (LP, Mystic, 1985) • „Rock’n Roll Nightmare“ (LP, Alchemy 1987) • „Greatest Hits Double Live In Berlin“ (LP, Destiny, 1989) • „Reactivate“ (LP/CD, Epitaph, 1993) • „Riches To Rags“ (LP/CD, Epitaph, 1994) • „Live In A Dive“ (LP/CD, Fat Wreck, 2022)
© by - Ausgabe # und 18. März 2025
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Daniel Schubert
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #47 Juni/Juli/August 2002 und Tim Tilgner
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #79 August/September 2008 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #164 Oktober/November 2022 und Norbert Johannknecht