SLIME: Alex Schwers

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Die Orga macht der Trommler

Alex Schwers ist nicht nur der Mann hinter dem Ruhrpott Rodeo Festival, sondern seit dem Neustart der aktuellen SLIME-Version auch der hinter dem Schlagzeug der Band.

Alex, du bist nicht nur auf der Bühne der Mann im Hintergrund, sondern auch was das „Drumherum“ der Band betrifft. Was ist deine „Jobbeschreibung“?

Es hat sich in den letzten Jahren so entwickelt, dass ich mich bei SLIME um das ganze Organisatorische kümmere. Das ist, seit Tex in der Band ist, noch mal mehr geworden. Durch die Festivals und die anderen Bands, in denen ich spiele, kenne ich viele Leute aus der Musikwelt, und mittlerweile ist es so, dass fast unsere komplette Crew, von Tontechnikern, Merchandisern, Lichttechnikern bis zu Jörg, unserem Produzenten, Leute sind, die ich irgendwann in die Band gebracht habe. SLIME sind jetzt viel fokussierter als noch vor ein paar Jahren. Ich glaube, die Band ist allen in letzter Zeit wichtiger geworden.

SLIME sind sehr DIY aufgestellt. Im Grunde macht ihr alles selbst: Booking, Label, Management ... Wie schafft man das, warum macht man das selbst?
Wir haben in der Vergangenheit mit mehreren Booking-Agenturen zusammengearbeitet und hatten auch mal ein Management, aber seit ungefähr 2019 mache ich das. Irgendwie fahren wir damit ganz gut. Ich glaube, es sind auch alle glücklich damit. Die Kommunikationswege sind einfach auch schön kurz. Konzertanfragen zum Beispiel besprechen wir direkt zu fünft im Chat und müssen da nicht erst bei ’nem Management, oder so nachfragen.

Worin liegt für dich der Reiz des Selbermachens, natürlich in Zusammenarbeit mit den anderen aus der Band?
Es gibt viele Wege, um als Band glücklich zu werden, aber für uns ist das der beste. Es passt aber auch ganz gut, weil ich ja sowieso viel für meine Festivals viel rumorganisiere und dadurch ein ganz gutes Netzwerk habe.

Du kümmerst dich auch um die grafischen Aspekte, das Coverartwork. Was sind da deine Inspirationen, was ist die Idee hinter dem neuen Plattencover?
Die letzten vier Cover kamen von mir, das stimmt. Es fing an mit der „Hier und Jetzt“. Ich hatte schon länger diese Idee, so alte Ölgemälde mit Fotos zu modifizieren Und das habe ich dann mit dem Panzer und dem Hubschrauber und so weiter bei dem Cover gemacht. Das Cover zu „Wem gehört die Angst“ hat meine Tochter Heidi gemalt, als sie gerade mal 14 war. Wir hatten kein Cover für die Platte, und ich habe sie gefragt, ob sie eine Idee hat. Sie ist dann in ihr Zimmer gegangen und kam eine Stunde später mit dem fertigen Bild zurück. Das fanden dann auch alle in der Band sofort total geil. Heidi wohnt mittlerweile in Amsterdam und studiert Design ... Und das Cover zu „Zwei“ habe ich mit ’ner Sprühschablone an die Trümmer der Bank, wo das Gladbecker Geiseldrama angefangen hat, gesprüht. Mittlerweile steht da ein neues Hochhaus.

Und so generell, was war für dich die konzeptionelle Idee für das neue Album, gerade auch musikalisch?
Für das Cover zur neuen Platte wollten wir was total Schlichtes und Knalliges, etwas, das man sofort wiedererkennt. Mir kam dann die Idee mit der Formel. Da ich jetzt nicht gerade der große Mathematiker bin, habe ich in einem Mathematikforum gefragt welche Formeln die Zahl 13 ergeben und dutzende Antworten bekommen. Die abstraktesten Dinge ... Die Formel, die es letztendlich aufs Cover geschafft hat, sah einfach am besten aus und war die griffigste. Die kompletten Cover baut seit Jahren unser Grafiker Chris zusammen, mit dem ich auch für die Festivals sehr eng zusammenarbeite.

Ihr habt die Leute via Social Media hier und da teilhaben lassen an den Aufnahmen zum Album im Münsterland. Wie und wo und mit wem habt ihr da gearbeitet, wie waren die „Vibes“?
Wir haben die neue Platte zusammen mit Jörg Umbreit in den Principal Studios bei Münster aufgenommen. Das war das erste Mal, dass wir alle von Anfang bis Ende bei der Entstehung einer Platte dabei waren. Sonst war es meist so, dass jeder seinen Part fertiggemacht hat und dann abgehauen ist. Einige der Songs auf der neuen Platte sind auch erst vor Ort im Studio entstanden. Ich kannte Jörg schon von anderen Projekten und war mir irgendwie sicher, dass er der Richtige für uns ist. Sein Einfluss auf die neue Platte ist riesig. Unsere letzte Platte „Zwei“ hat Jörg ja auch schon gemischt, aber es ist was anderes, wenn jemand als Produzent bei der kompletten Entstehung dabei ist. Das Tolle an dem Studio in Münster ist: Es gibt kaum Ablenkung. Wir hocken da wirklich tagelang zusammen auf dem Bauernhof rum und fokussieren uns auf die Platte. Das hat uns als Band total gutgetan, und ich glaube, es ist die Platte, in sich alle in der Band am meisten wiederfinden können. Es gab in der Vergangenheit immer Songs, die ich nicht so pralle fand, und die wir, wenn es nach mir gegangen wäre, nicht veröffentlicht hätten. Auf der neuen Platte ist das nicht so.

Apropos Schlagzeug: Zusammen mit Vom bist du der Drummer, der gefühlt bei jeder zweiten Band „plötzlich“ am Schlagzeug sitzt. Welche Bands hast du aktuell, bei was für Projekten bist du involviert? Du warst auch in den USA, um mit Sonny Vincent aufzunehmen.
Haha, ich hab Vom letztes Wochenende noch getroffen, und wir haben da ein paar Späße drüber gemacht. Es war ein paar mal so, dass zuerst Vom von einer Band gefragt wurde und dann ich, und am Ende haben wir beide abgesagt ... Von daher bin ich wohl meist zweite Wahl, haha. Ich sage jetzt aber nicht, welche Bands das waren. Im Oktober spiele ich ein paar Konzerte mit MALE aus Düsseldorf ... Da hat Vom vor ein paar Jahren auch schon mal gespielt. In den USA war ich in den letzten Monaten öfter – genauer gesagt in Clearwater, und habe eine Platte mit Sonny, Bobby Liebling – der Typ mit den weit aufgerissenen Augen, der zum Meme geworden ist – und Steve Stevens von Billy Idol aufgenommen. Die Platte kommt bald raus und ist ein Meisterwerk geworden. Ich hoffe, wir gehen damit nächstes Jahr auf Tour! Von UNIVERSUM 25, wo ja auch Gunnar von DRITTE WAHL spielt, gibt es auch bald eine neue Platte und eine Tour. Ich habe zufällig heute die ersten Mixe dazu gehört und bin geflasht. Und mit VERSTÖRTE BECKER planen wir ja im November 2025 noch die große Abschiedsgala mit vielen prominenten Gästen ... Ich glaube, das wird verstörend! Irgendwie finde ich mit Bands durch die Gegend fahren und trommeln immer noch geil. Keine Ahnung, wat soll ich sonst machen?? In den letzten Jahren habe ich mich aber auch mehr ins Songwriting eingeklinkt, was ein totaler Kick ist.

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