SPITE HOUSE

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Zerbrochen und neu aufgebaut

Im September erscheint „Desertion“, das neue Album der Kanadier SPITE HOUSE. Im Gespräch mit Sänger Max Lajoie wird deutlich, wie persönlich dieses Album ist. Für ihn ist es weit mehr als nur emotionale Musik – sie ist ein Ventil, um persönliche Erfahrungen und den Schmerz zu verarbeiten, den er erlebt hat, als zehn Jahre nach dem Suizid seines Vaters auch seine Mutter verstarb.

Hier geht es für ihn nicht um eine geschönte mainstreamtaugliche Darstellung von Gefühlen, sondern um kompromisslose Ehrlichkeit. „Wenn man so tief in schmerzhafte Themen eintaucht, gibt es keinen Platz für Beschönigungen“, sagt Lajoie. Mit „Desertion“ habe er sich bewusst auf diesen schmalen Grat begeben – zwischen kompromissloser Intensität und schonungsloser Selbstkonfrontation. „Ich wollte nicht, dass irgendetwas harmloser klingt, als es ist. Jeder Ton sollte die Härte der Erfahrungen spiegeln.“ Die Tatsache, dass er dabei nicht nur Musiker, sondern auch selbst Produzent und Tontechniker ist, war für ihn Fluch und Segen zugleich: „Es ist befreiend, völlige Kontrolle zu haben – und gleichzeitig eine Herausforderung, weil man sich im Zweifel auch in seinen eigenen Ansprüchen verlieren kann.“

Was ist die Geschichte hinter dem Albumcover und wie spiegelt es die Themen der Musik wider?
Es gibt viele Möglichkeiten, das Artwork zu interpretieren. Es wurde aus Rohmaterialien geschaffen, die auch zum Bau eines Hauses hätten verwendet werden können, zusammengesetzt, zerbrochen, übermalt und neu aufgebaut. Dieser Prozess zeichnet nach wider, wie Zyklen der Trauer während entscheidender prägender Jahre sowohl ein Selbstbild aufbauen als auch zerstören können. Das Werk ist nicht dazu gedacht, schön zu sein, aber seine Präsentation in einem Galeriekontext deutet darauf hin, dass Erneuerung durch Kunst Perspektiven eröffnen kann, genau darum geht es auch in dem Album. Geschaffen wurde das Werk von Dominic St-Aubin, ein befreundeter zeitgenössischer Künstler, den ich sehr bewundere.

Wenn du eine Botschaft mit euren Zuhörern teilen könntest, die vielleicht gerade mit etwas zu kämpfen haben – was würdest du ihnen mit diesem Album mitgeben wollen?
Das Album ist für mich sehr persönlich. Ich habe es für mich selbst gemacht, aus einem egoistischen Bedürfnis heraus, das Erlebte zu verarbeiten und daran zu wachsen. In diesem Prozess habe ich erkannt, dass Identität nicht unbedingt festgelegt ist, sie kann zerbrechen, neu geformt und wieder aufgebaut werden. Wenn es eine Botschaft für alle gibt, die kämpfen, dann diese: Der Schmerz verschwindet nicht, aber man kann in der Musik einen Ort finden, ihn zu halten, ihm zu begegnen und zu akzeptieren, dass er Teil der eigenen Geschichte ist – und trotzdem weiterzugehen.

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