WE CAME AS ROMANS

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20 Jahre

Die Karriere der Metalcore-Band aus Michigan geht nun schon ins 20. Jahr und trotz einiger Rückschläge sind sie immer noch da. Wir sprechen mit Sänger Dave über seinen Weg zum Metalcore und warum das neue Album „All Is Beautiful“ so viel schwerer zu schreiben war als alle bisherigen.

Dave, WE CAME AS ROMANS feiern dieses Jahr Jubiläum ...

Ich glaube, wir haben die Band am 19. Juli 2005 gegründet.

Oh, das ist ja schon in ein paar Tagen. Wow.
Ich weiß. Ziemlich verrückt. Ich meine, das ist etwas, das ich mit meinen Freunden angefangen habe. Ich gründete diese Band, und sie begann tatsächlich erfolgreich zu werden. Ich sagte meinen Eltern, ich war damals 19, dass ich ein Jahr Pause machen wollte, also nicht zur Universität gehen würde, und wenn wir keinen Plattenvertrag bekämen, würde ich weitermachen. Sie sagten: „Okay, cool, wir unterstützen dich, mach dein Ding.“ Innerhalb eines Jahres bekamen wir einen Plattenvertrag, dann waren wir auf Tour, und ich dachte, ich würde das ein paar Jahre lang machen, hätte aber nie gedacht, dass ich das 20 Jahre lang machen würde. Absolut verrückt.

Wenn man auf all die Zeit zurückblickt, ist so viel passiert. Erinnerst du dich noch daran, wie du zur Szene oder zu dieser Musik gekommen bist?
Ich war noch auf der Highschool, ich glaube, ich war 13 oder so, und ich gründete eine Band, mit der wir bei einer Talentshow auftraten. Und dann war da dieses Adrenalin, das man beim Auftreten bekommt. Ich wurde total süchtig danach. Ich wollte nichts anderes mehr tun als Musik machen. Was mich dann zum Metal und zu härterer Musik gebracht hat, war, dass ich mir THE USED in Detroit angesehen habe, als ich 14 oder 15 war, glaube ich. Und eine Band namens THE BLED war die Vorgruppe. Und die waren so ziemlich das Heftigste, das ich bis dahin in meinem Leben gehört hatte. Ich stand vorne, um THE USED zu sehen, und dann begann dieser Moshpit. Ich war noch nie in einem solchen Moshpit gewesen. Und ich habe ordentlich eins auf den Deckel bekommen. Aber ich hatte die Zeit meines Lebens. Ich glaube, meine Nase blutete, ich hatte eine aufgeplatzte Lippe. Aber ich war jetzt einfach süchtig danach und ich glaube, innerhalb weniger Wochen habe ich eine neue Band gegründet, um auch diese Art von Musik zu machen.

Ich frage mich, ob du jemals einen Moment hattest, in dem du gedacht hast, dass es irgendwie seinen Zauber verloren hat, in einer Band zu sein?
Ja, es gab ein paar Momente, in denen der Zauber für mich verschwunden war, wirklich schwere Momente, nachdem unser Sänger Kyle gestorben war. Das war einer der Momente, in denen ich dachte, es wäre vielleicht einfacher aufzuhören, als weiterzumachen und alles zu verarbeiten. Aber ich bin froh, dass wir beschlossen haben weiterzumachen. Und wir wussten, dass wir zumindest noch ein Album aufnehmen mussten, um auf seinen Tod und unsere Gefühle zu reagieren. Wir dachten, es wäre gut, unsere Gefühle so zu verarbeiten. Und ich bin wirklich froh, dass wir das getan haben, denn als wir zusammen im Studio waren, fühlte es sich richtig an. Und wir haben uns wieder in alles verliebt und gemeinsam viele Traumata überwunden. Es war einfach so, dass wir trauerten und es so schwer war, weil wir „Dark Bloom“ aufgenommen hatten und wir so viel zu schreiben hatten. Es war nicht einfach, aber kreativ gesehen war es einfacher. Bei dem neuen Album befanden wir uns emotional offensichtlich in einem besseren Zustand. Am Anfang fiel es uns schwer herauszufinden, worüber wir schreiben sollten. Eine Zeit lang warfen wir einfach Ideen in den Raum, und schauten, was hängenbleiben würde. Eine Zeit lang blieb nichts hängen, und es gab ein paar Monate voller großer, großer Frustration. Wir haben einfach was geschrieben, aber nichts ist passiert, wir haben uns nur im Kreis gedreht. Ich erinnere mich, dass ich in diesen Monaten dachte, dass wir vielleicht einfach keine neue Musik schreiben können. Ich war so frustriert. Ich wollte einfach nicht mehr ins Studio gehen. Und dann haben wir endlich einen Weg und eine klare Richtung gefunden, worum es auf dem Album gehen sollte. Wir hatten den Titel und begannen, alles rund um den Titel „All Is Beautiful“ zu schreiben, und dann fügte sich plötzlich alles zusammen und funktionierte, und wir hatten wieder Spaß. Und ich sage dir, diese Master abzugeben, war eine der erfüllendsten Erfahrungen meines Lebens. Es war so schwer, es zu machen, und es hat so lange gedauert, und jeder Schritt war ein Kampf. Als wir es endlich abgegeben hatten, war das ein unglaubliches Gefühl. Eine große Last fiel von unseren Schultern. Und ich denke, all das, all diese Schwierigkeiten und wie schwer es war, kommt wirklich rüber, denn ich glaube, die Leute werden dieses Album wirklich mögen. Wir haben viel, viel Zeit und Mühe, Blut, Schweiß und Tränen investiert.

Ich kann mir vorstellen, dass es schwieriger war, dieses Album zu schreiben als das letzte, weil ihr euch in einer völlig anderen mentalen Verfassung befunden habt. Es ist schwer, einen neuen Ansatz, einen neuen Blickwinkel für seine Band zu finden.
Das ist es. Wir machen das schon so lange. Aber es ist so, als könnten wir nicht einfach wieder das gleiche Album schreiben. Wir können nicht, weißt du, nach „Dark Bloom“ ein weiteres Album schreiben, das traurig und schwermütig ist und die gleichen inhaltlichen Konzepte verfolgt. Wir können nicht wieder die gleiche Musik machen. Wir haben schon so viel gemacht. Manchmal ist es schwer, eine neue Richtung zu finden. Wenn wir nicht davon begeistert sind und es uns nicht die Haare zu Berge stehen lässt, wenn wir dieses wirklich bewegende Gefühl nicht haben, dann werden unsere Fans es auch nicht haben. Und deshalb sagen wir: Okay, fangen wir noch einmal von vorne an. Und wir haben eine Menge Songs für dieses Album geschrieben. Ich weiß nicht einmal, wie viele, wahrscheinlich um die 30. Und es ist einfach besser, sich Zeit zu nehmen und etwas Besonderes zu haben, als einfach etwas Mittelmäßiges zu veröffentlichen. Ich meine, wenn ich an unser zweites Album zurückdenke, mussten wir das ganze Album unterwegs schreiben, weil wir ständig auf Tour waren. Und es musste so schnell wie möglich erscheinen. Und dann hatten wir etwa 20 Tage Zeit, um das Ganze aufzunehmen. Es war so hektisch. Ich habe mir das Album neulich noch einmal angehört und wünschte, wir hätten nach unserem Debütalbum mehr Zeit gehabt hätten, um einen Nachfolger rauszubringen. Es ist schön, dass wir uns diesen Luxus jetzt leisten konnten.

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