
Todschicker Release im Klappcover mit „Panik in New York“ im Warhol-Style-Druck und Tip-On-Sleeve. Normalerweise verabscheue ich diese Tip-On-Dinger, aber hier macht es echt was her. Seit der letzten Platte hat sich bei dem Duo aus Köln einiges getan. Fokussierter, versierter und damit auch spannender wird ihr Post-Rock umgesetzt. Zutaten: Gitarre, Schlagzeug, dazu eines dieser kleinen elektronischen Geräte, die fiepen, pumpen, um die stillen Momente mit elektrischem Sound zu füllen und zu verdichten. AACKR bewegen sich irgendwo im Spannungsfeld zwischen YASS, HILDEGARD VON BINGE DRINKING und GORE, ohne allzu sehr nach einer der drei Eckpfeiler zu klingen. Versiertes Schlagzeugspiel: Check! Kleine und verhaltene Gitarrenmelodien: Check! Riffs: Check! Rhythmus: Check! Nicht nach zwei Stücken das komplette Pulver verschossen: Check! Die Songs sind gut durchdacht, der Aufbau und die Auflösung dabei stets spannend. Für eine reine Instrumentalplatte mit ein paar vereinzelten Samples funktioniert es so gut, dass man bei der Stange bleibt, weil die kleinen und feinen Zutaten in diesem komplexen und brachialen Gefüge einfach hervorragend zusammenspielen. Betrachtet man die Releases aus dem Haus Mörtel, fällt es schwer, sich auf so etwas wie einen „Labelsound“ festzulegen, dafür aber umso leichter darauf, dass die Sachen qualitativ alle sehr hochwertig sind, so breit das Spektrum auch ist.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #159 Dezember 2021 /Januar 2022 2021 und Kalle Stille
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Kalle Stille