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30 JAHRE S.U.F.F. - Mit der Spaßguerilla durch Ostdeutschland

Abo Alsleben

Abo Alsleben hat schon einige Bücher geschrieben. Jetzt hat er sich der 30-jährigen Geschichte seiner Band S.U.F.F. angenommen. Vor der Lektüre kannte ich die Band aus Leipzig-Connewitz überhaupt nicht, trotz zweier Einträge ins „Guinness-Buch der Rekorde“. Liegt das jetzt an mir oder daran, dass S.U.F.F. vor allem um Leipzig herum aktiv sind? Die Anarcho Punk-Bigband stand teilweise mit 15 Menschen auf der Bühne, immer mit dem Gespür für krude Ideen und Outfits und immer dem Hedonismus auf der Spur. Doch Spaß als Lebenszweck war auch nicht immer, viel zu oft spielten S.U.F.F. Soligigs für von Neonazis ermordete oder schwer verletzte Menschen. Das Buch besticht nicht nur durch Abos Erzählweise, sondern auch durch die vielen Interviews mit den Beteiligten und zahlreichen Fotos. Das literarische Denkmal, das S.U.F.F. hier gesetzt wird, dürfte seinesgleichen suchen. Teilweise bin ich aus dem Schmunzeln nicht rausgekommen, an anderen Stellen habe ich mir aufgrund der so genannten Gesetzeshüter und ihres Wütens in Connewitz nur noch an den Kopf gepackt. Die Geschichte der Band S.U.F.F., die aus guten Gründen eigentlich auch K.I.F.F. hätte heißen können, wirkt auf den ersten Blick vielleicht surreal, eben eher wie eine fiktive Story, bei der mensch dem Autor eine zu sehr blühende Fantasie unterstellt hätte. Aber nein, das sind wahre Lach- und Sachgeschichten, die es – und da sind wir ehrlich – nur im Punkrock geben kann! Davon zeugen nicht nur acht Tonträger und zwei Filme der Punkrock-Hooligans, sondern auch die Videos auf YouTube, die ich euch parallel zur Lektüre wärmstens empfehlen kann. „Alte Bäume“ ist wahrhaftig ein Ohrwurm!

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