
Das fünfte Album der Schweizer ABRAHAM markiert den dritten und zugleich finalen Teil einer Konzeptreihe über den Niedergang der Menschheit. Dass es dahin im Grunde nicht mehr weit ist, lässt sich schließlich tagtäglich anhand apokalyptischer News in sämtlichen Medien erkennen. Kriege, Pandemien, politischer Rechtsruck in vielen Ländern, „demokratisch“ gewählte Diktatoren, verurteilte Verbrecher im Präsidentenamt ... die Liste lässt sich immer weiter fortsetzen. Da liegt es auf der Hand, dass ein dazu passender Soundtrack nicht gerade fröhlicher Natur sein kann. Und so vereint auch „Idsungwüssä“ finstere Ambientsounds mit mächtigen Drones und Wände einreißenden Gitarrenwalzen. Melancholie wechselt sich mit unbändiger Wut ab, das perfekte Fundament für die mal verzweifelt leidend, mal wütend klingende Stimme von Drummer und Sänger Dave Schlagmeister. Einige Piano- und Moog-Passagen wurden von Kevin Galland beigesteuert, der sich durch sein Schaffen mit COILGUNS bestens mit apokalyptischer Klangästhetik auskennt. „Idsungwüssä“ ist ein aufwühlendes und forderndes Album, das ABRAHAM letztlich zu den wichtigsten Vertretern des heutigen Post-Metal aufschließen lässt, so dass sie fortan in einem Atemzug mit AMENRA, CULT OF LUNA und NEUROSIS genannt werden können.
© by Fuze - Ausgabe #93 April/Mai 2022 und Rodney Fuchs
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