Foto

FLESIA

Achterbahnekstase

Bis vor ein paar Stunden sagte mir der Name FLESIA gar nichts. Jetzt läuft deren zweites Album „Achterbahnekstase“ zum wiederholten Male und lässt mich ein ums andere Mal mit offenem Mund zurück. Das quietschbunte Cover lässt auf biederen Thrash Metal oder Goregrind schließen, lockt den Uneingeweihten aber in eine Falle. Denn erstens spielt das Leipziger Trio sehr speziellen Black Metal und zweitens sind FLESIA dabei schlicht erbarmungslos. Sehr speziell deshalb, weil auf Gitarren verzichtet wird und es sich um ein Bass & Drums-Duo mit Sänger handelt. Der Bass ist aber nun so verzerrt, dass er zusammen mit den Highspeed-Drums eine extrem dichte monotone Soundwand bildet, die in den drei jeweils über zehnminütigen Kompositionen nur kurz zusammenbricht, bevor das viehische Gedresche wieder losgeht. Dazu der kreischende Sänger mit seinen deutschen Satzfragmenten, die einem den Rest geben. FLESIA ziehen ihr Ding konsequent durch und sind dabei völlig eigenständig und nichts ansatzweise mit herkömmlichen Kapellen vergleichbar. Allein dafür würde ihnen maximaler Respekt gebühren. Aber wenn dann auch noch so eine Abrissbirne entsteht, ist es grandios.

Anzeige