
Andrej Dietrich ist ein Teufelskerl und er scheint mit seiner Hauptband DŸSE nicht ausgelastet zu sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass er einfach so nebenbei ein Solo-Album schreiben kann? Es steckte offensichtlich noch sehr viel kreativer Output in ihm drin, der abseits des DŸSE-Universums das Licht der Welt erblicken wollte. Zunächst höre ich „Spaniens Gitarren erklingen“ und muss an den gleichnamigen Schlager aus den 1970ern denken, aber für diesen Gedanken werde ich sofort bestraft, denn AKA RINDE springt in seinen Songs wild zwischen Singer/Songwriter, Jazz, Punk, Flamenco und allen möglichen Spielrichtungen von Weltmusik hin und her. Die akustische Gitarre schleicht sich leise an, um dann in einem Feuerwerk zu explodieren, während Andrej flüstert und schreit, dass es eine wahre Freude ist. Trotz der kuriosen Fusion vieler musikalischer Einflüsse wirkt „Kids“ nie konstruiert, sondern wie aus einem Guss und kommt sogar erstaunlich tanzbar daher. Manu Chao und Eugene Hütz wären von diesem Album begeistert und ich wünschte, sie würden es zu hören bekommen. Der überraschende Höhepunkt des Albums ist „Es ist wie es ist – Welt verändern“, bei dem Sebastian Krumbiegel als Gast seinen Text zu südamerikanischen Rhythmen rappt. Wenn trotz des ernsten Inhalts das Tanzbein unweigerlich anfängt zu zucken, wird spätestens hier klar, dass der wilde Stilmix auf Andrej Dietrichs Solo-Album absolut gelungen ist.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Christoph Lampert