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BORGIA 1-4

Alejandro Jodorowsky, Milo Manara

Mein zweites Comic-Highlight des Jahres kommt ebenfalls vom Splitter Verlag und präsentiert in vier Bänden den Aufstieg und Fall des Hauses Borgia. Historisch vielleicht nicht ganz korrekt, aber dafür packend und – nun ja – „kurzweilig“ erzählt. Es geht um Macht, Intrigen, die Gier nach dem höchsten Amt, das damals das des Papstes war, Bestechung, Mord, Totschlag, Verrat, Inzest, Häresie, Kriege, eben alles, was des päpstlichen Amtes seinerzeit würdig oder unwürdig war. Der erste Band führt die Borgia-Familie mitsamt den Mätressen und ihrer verdorbenen Brut bis ins Herz des Vatikans, wo der neue Papst zunächst von den Bürgern Roms verachtet wird, bis er sich durch den Mord an der einzigen von allen geschätzten Familie und ein falsches Geständnis ihre Zuneigung erkauft. Was auch immer nötig ist, um die Macht zu erlangen, sie zu festigen und zu erhalten, wird ohne Zögern getan. Papst Alexander VI. geht in einem der finstersten Kapitel der katholischen Kirche wortwörtlich über Leichenberge. Die Exzesse werden ohne Zurückhaltung dargestellt, es gibt keine Gefangenen, kein Mitleid und keine Glorifizierung, lediglich Elend und Niederungen. „Die 120 Tage von Sodom“ sind eine Gutenachtgeschichte im Vergleich zu dieser Story, die von Milo Manara so detailliert und üppig in Szene gesetzt wurde, dass man das Opus Magnum erkennt, denn besser war Manara wahrscheinlich nie und wird es auch nicht wieder sein. Wer zartbesaitet ist oder mit historisch belegten Vorfällen Probleme hat: es gibt Alternativen. Wer hohe Comickunst schätzt und mit ein bisschen (oder mehr) Totschlag kein Problem hat, bekommt hier seine Geschichtslektionen serviert. Dazu gibt es in jedem Band auch noch einen DIN-A4-Kunstdruck.

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