ALIEN: ROMULUS

Ridley Scotts Science-Fiction-Horrorfilm „ Alien“ aus dem Jahr 1979 ist ein Genre-Klassiker, der die bizarre Kunst des Alien-Schöpfers HR Giger einem breiteren Publikum bekannt machte und Hauptdarstellerin Sigourney Weaver zum Star. Und wenn man sich mit der von J. W. Rinzlers ausführlich dokumentierten schwierige Entstehungsgeschichte des Films auseinandersetzt, die bei Cross Cult als opulenter Bildband erschien, war das für alle Beteiligten eine echte Überraschung. Erstaunlicherweise gelang James Cameron sieben Jahre später das Kunststück, eine ähnlich erfolgreiche Fortsetzung zu drehen, die mehr auf plakative Action setzte. Weniger gelungen sind die danach entstandenen Teile der Filmreihe, aber ein dermaßen erfolgreiches Franchise lässt man natürlich nicht so einfach sterben. Und so durfte jetzt der uruguayische Regisseur Fede Álvarez einen weiteren Teil inszenieren, der zwischen „Alien“ und „Aliens“ angesiedelt sein soll, was aber inhaltlich keine große Rolle spielt. Auch wenn mir Álvarez’ Neuverfilmung von Sam Raimis „Tanz der Teufel“ („Evil Dead“) 2013 nicht sonderlich gefiel, bewies er drei Jahre später mit „Don’t Breathe“, dass er effektive und formal interessante Genrefilme drehen kann. Dieses visuelle Gespür zeichnete schon „Evil Dead“ aus. „Alien: Romulus“, der jetzt auf DVD und Blu-ray (nur hier gibt es Bonusmaterial) erschien, bietet einem in formaler Hinsicht alles, was schon die Vorläufer ausmachte, viel Schleim, schlechte Beleuchtung und einen ästhetisch veredelten Schrottplatz-Look. Aber wie viel Innovation kann man nach sechs Filmen noch aus dieser Filmreihe herauskitzeln? Nicht wirklich viel, aber die eine oder andere nette Idee hat Álvarez durchaus. Dennoch hat man das Gefühl, alles schon mal gesehen zu haben, zumal die austauschbare Teenie-Darstellerriege insgesamt ziemlich farblos agiert.

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