
Seitdem Anton Newcombe das Label 2008 gegründet hat, erscheint praktisch alles, bei dem er seine Finger im Spiel hatte, über A Recordings, allen voran die Veröffentlichungen von THE BRIAN JONESTOWN MASSACRE. Die erlangten Bekanntheit durch einnehmenden 1960s-Retro-Psych, von dem sich Newcombe auch in seinen Kooperationen nie gänzlich lossagte. Es gibt wohl keine Musik aus der Feder von Newcombe, die keine Inspiration aus dem Schaffen von THE VELVET UNDERGROUND zieht. Dieser Einfluss prägt die beiden Alben mit Tess Parks und er haftet auch an der Zusammenarbeit mit Dot Allison. Ihr Gesang auf „Parallel“ ist über den Dingen schwebend und euphorisch. Es ist verblüffend, wie viele Assoziationen sich ergeben, denn auf den ersten Blick wirkt die Musik recht einfach und mit Blick aufs Instrumentarium nicht besonders experimentierfreudig. Das Album enthält trotz seiner vordergründigen Schlichtheit wundersam rätselhafte Musik, hypnotisch und verwunschen, und ist offenbar allem voran: vielschichtig. Sie ist tendenziell akustisch gewandet, aber stellenweise in ihrer lähmenden Wirkung PORTISHEAD nicht unähnlich. ALL SEEING DOLLS ähneln in ihrer psychedelischen und somnambulen Klangfärbung TAMARYN oder BEACH HOUSE. Auch MAZZY STAR sind sicher nicht weit weg.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Henrik Beeke