
Okay, ich verstehe das mit Corona, aber wieso eine Platte, die zwischen 2017 und 2019 aufgenommen wurde, noch mal fünf Jahre brauchen kann, um endlich zu erscheinen, erschließt sich mir nicht. Es erklärt aber, warum eine Band, die seit mittlerweile 30 Jahren existiert, nur auf sieben Longplayer kommen kann. Shoegaze trifft auf Krautrock, garniert das Ganze ab und an mit Elektronik, schlendert aber fast ausschließlich durch die komplette LP, während man selber wenigstens die eine oder andere Eruption herbeisehnt, die angedeutet wird, aber dann doch nicht final eingelöst wird, wie zum Beispiel bei „Hierher“. Nein, da explodiert es am Ende nur ein wenig, auch wenn der Schwung für den großen Knall da wäre. Der Gesang flüstert und haucht sich zumeist gemächlich durch die acht Songs, und wenn man selbst auch keine Lust auf Hektik oder Eile hat, wird man damit am Ende ziemlich glücklich werden. Die Zutaten würden es allesamt hergeben, nur passiert mir trotz der erlesenen Ingredienzen ein bisschen zu wenig. So plagt mich immer die Frage, wann die denn endlich loslassen und kräftig aufs Gaspedal drücken werden, wenn sie der ganze Mist eigentlich so dermaßen annervt. Musikalisch von höchster Güte, klanglich top, aber irgendwie fehlen mir hier Biss und Kante.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #98 Oktober/November 2011 und Bianca Hartmann
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Kalle Stille
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #51 Juni/Juli/August 2003 und Alex von Streit
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #34 I 1999 und Thomas Kerpen