
Bei den insgesamt acht Songs der mexikanischen Band fiel mir zunächst zweierlei auf: Einerseits haben sie Feuer im Hintern und zweitens benützen sie zahlreiche bekannte Standards des Psychobilly. Was bleibt ihnen anderes übrig, könnte gemein gewertet werden, aber das wichtigste bei einer Bandgründung ist zunächst, seine rasch im Kopf entstandenen Ideen ins Studio und auf Tonträger zu bringen. Jeder Musiker, Maler oder Autor weiß natürlich, dass er zunächst vom eigenen Resultat hellauf begeistert ist, dies aber in der Rückschau Jahre später oft ganz anders aussieht. Will ich hier jetzt eine Band schon musikhistorisch bewerten oder sogar abwerten? Keineswegs, denn je häufiger ich die Scheibe durchlaufen lasse, desto besser gefällt sie mir. Erinnern sich noch die Psychobillys an den Aufprall der damals jungen SIR PSYKO & HIS MONSTERS, die das ganze Genre fast erneuerten, mit brachialem Sound, Frische und doch guten Songstrukturen? MIGHTY DEAD RABBITS sind ein gutes Trostpflaster für die nun aufgelöste österreichische Truppe. Die Mexikaner sind das neue Baby in der Psychobilly-Krippe, und ich kann nur hoffen, dass es kräftig wächst.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Markus Franz