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DIE WAHRHEIT ÜBER KID P. - Wie ein Hamburger Punk den deutschen Pop-Journalismus erfand

Andreas Banaski

Erika Thomalla ist Professorin für Buchwissenschaft/Digitale Buchkultur in München und forscht zur Geschichte von Pop- und Szene-Zeitschriften. Sie steht als Herausgeberin hinter dem Buch „Die Wahrheit über Kid P.“ mit ausgewählten Texten des Musikjournalisten Andreas Banaski alias Kid P. Seit 1979 lebte Banaski, Jahrgang 1957, in Hamburg, drehte Super-8-Filme, brachte Fanzines heraus und schrieb seit Anfang der 1980er Jahre für Zeitschriften wie Sounds, Spex, Elaste, Tango, Tempo, Rolling Stone und TV Spielfilm. Am 23. Juni 2021 starb er nach langer Krankheit. Es waren seine Leserbriefe an das Musikmagazin Sounds, die den Redakteur Diedrich Diederichsen dazu brachten, Banaski als Autor zu engagieren. Fortan spaltete und unterhielt er als Kid P. (Kid Punk) die Leserschaft. Bei seinen Sounds-Beiträgen war mir damals nicht immer klar, ob und was Kid P. ernst meint und was nicht. Die polemischen Texte über Pop- und Subkultur waren ein Balanceakt zwischen Metaebene und Boulevard. Andreas Banaski verstand es wie kein Zweiter, exzellentes Fachwissen (Musik, Film, Fernsehen, Fußball) mit Klatsch zu kombinieren und dies alles analytisch in einer wahlweise scharfen, witzigen, provokativen, empathischen und/oder romantischen Form zu präsentieren. Was sich so herrlich leichtfüßig liest, ist das Ergebnis harter Arbeit. Stellvertretend ein Zitat von der Buchrückseite: „Es war immer etwas unangenehm, wenn man für die Zeitschrift Tempo schrieb und einen Text beim Archivar Andreas Banaski zum Gegenlesen abgab. Man wusste ja, dass er den im Zweifelsfall besser geschrieben hätte.“ (Andreas Kreye, Süddeutsche Zeitung).

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