Foto

ANGRIFF AUFS SCHLARAFFENLAND - Ein Deutschpunk-Mixtape

Jonas Engelmann (Hg.)

Der zweite Streich: Nachdem sich im März 2026 in „Bored Teenagers“ anlässlich des diesjährigen 50. Punk-Geburtstages (wenn man das so festlegen will) über 200 (Semi-)Prominente aus der Musiker:innen- und Autor:innen-Szene ebenso vielen individuell als essenziell empfundenen englischsprachigen, internationalen Punksongs gewidmet haben, geht es in „Angriff aufs Schlaraffenland“ im gleichen Set-up um deutschsprachige Punk-Lieder. Neben dem Verfasser dieser Zeilen, der sich „Zu klein“ von den BOXHAMSTERS vorgenommen hat, sind unter den Beitragenden weitere Ox-Menschen wie Kalle Stille, Triebi Instabil und Andreas Michalke. Es geht jeweils nicht – anders als vor ein paar Jahren in „Damaged Goods“ – um ganze Alben, sondern um einzelne Songs, zu denen diese Menschen autobiografisch geprägt und anekdotisch etwas zu erzählen haben. Benjamin Moldenhauer widmet sich „Verloren“ von EA80. Talky Regente erinnert sich an „Kalte Steine“ von NEUROTIC ARSEHOLES. Minou Zaribaf denkt über „Bullenschweine“ von SLIME nach, Moses Schneider dann über „Polizei SA-SS“, Moritz Reichelt wiederum über FEHLFARBEN. Annette Simons schreibt über HANS-A-PLAST, das tut auch Johnny Bottrop. Julian Knoth? ÄTZER 81. Jan Off? HASS. Hennig Sedlmeier: DIE MIMMI’S. Bernd Begemann: SUPERPUNK. Anna Seidel: STEREO TOTAL. Diana Ringelsiep: DRITTE WAHL. Und so weiter ... Es ist eine riesige Wundertüte an Einsichten und Einblicken, die sich hier auftut. Man versteht, wie anders man beim Blick auf eine geschätzte Band liegen kann, wie groß der Konsens ist. Kein Buch, das am Stück weggelesen werden muss, sondern eines, das zum Herumblättern einlädt – und ganz unbedingt zum Hören dieser Lieder.

Anzeige