
„Pink Elephant“ ist das siebte Studioalbum der kanadischen Indie-Band ARCADE FIRE. Nimmt man den Albumtitel, ist der rosa Elefant in der Psychologie als Phänomen aus der Prozesstheorie bekannt und verweist dort auf den Umstand, dass die Verdrängung eines Gedankens als Strategie der Selbstkontrolle paradoxe Konsequenzen haben kann und das negierte Thema stattdessen ins Zentrum der Wahrnehmung gestellt wird. Das implizierte Thema sind die Vorwürfe bezüglich sexuellen Fehlverhaltens des Sängers Win Butler. Mit dem Album wird angesprochen, was seit dem Vorgänger „We“ (2022) im Raum steht. Mit „Pink Elephant“ wird es zu einem Diskussionsgegenstand, wird vielleicht sogar verarbeitet, auf jeden Fall nicht verdrängt. Dies ist genau das Vorgehen, das in der Wissenschaft empfohlen wird, um den rosa Elefanten zu minimieren. Und so sind wir beim Album. Zehn Songs, ordentliche Texte, raffinierte Instrumentierung und eine Band, die sich neu aufgestellt hat. Natürlich kann man alle Songs, die Texte, die neue Intimität der Musik und sogar die reduzierte, partielle musikalische Neuorientierung als Schadensbegrenzung interpretieren. Dann ist „Pink Elephant“ nicht für einen geeignet. Sonst schon. Ein ordentliches Album ist es geworden. Schöner Indiepop, lässiger Sound.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #60 Juni/Juli 2005 und Manuel Möglich
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #59 April/Mai 2005 und Manuel Möglich
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Thomas Neumann
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #62 Oktober/November 2005 und Kalle Stille