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DEPP JONES

At 2012 A.D.

Von 1988 bis 1993 existierten DIE ÄRZTE nicht und Bela B vergnügte sich in der Rockmusik. Erst mit S.U.M.P. und dann mit DEPP JONES ging er einen Weg, der dem etwa von JINGO DE LUNCH ähnelte: Berliner Punks fanden Punk und Hardcore gar nicht mehr so geil und machten auf R.O.C.K. – eine der beiden Bela-Bands sah ich damals mal live, wenn ich mich recht erinnere zusammen mit den RESISTORS in irgendeinem Dorf im Allgäu ... Es gab damals viel gute Musik, aber ... auch viel schlechte. Und „At 2012 A.D.“, das dritteAlbum von DEPP JONES, fällt leider in letztere Kategorie. Was Bela B, Rodrigo González (gt), Peter Sonntag (bs) und Olaf M. Kobold (dr) hier abziehen, zieht mir auch über 30 Jahre später noch die Schuhe aus. Ich ertappte mich gerade beim lauthalsen Äußern des Satzes: „Boah, ist das schlecht!“ Dabei war „At 2012 A.D.“ schon das dritte Album nach „¡Return To Caramba!“ (1990) und „Welcome To Hell“ (1991). Man höre sich nur mal „Wear a uniform“ an auf Seite D der Doppel-LP ... hier packt einen das blanke Entsetzen! DEPP JONES waren hier wie manche andere Band auch auf dem Holzweg diverser US-Punkbands, die Ende der 1980er seltsame Hardrock-Irrwege gingen, gerade auch die BAD BRAINS hatten da mit „Quickness“ von 1989 ihren Einfluss. Apropos: fast die beste Nummer hier ist das BAD BRAINS-Cover „I“, das Rod singt. Eine schlimme Platte, die (aus guten Gründen?) lange unwiederveröffentlicht blieb, aber als Rerelease nun ratzfatz ausverkauft war: Nibelungentreue ist eine der Eigenschaften von DÄ-Fans.

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