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TOTENMOND

Auf dem Mond ein Feuer

Vinylrepress des Coveralbums von 2001 minus einem Song. Falsch kann man mit diesem Rerelease nichts machen, denn TOTENMOND waren bei dieser Platte in absoluter Topform, haben sich Stücke von RAZZIA, OHL, CHAOS Z, EA80, TON STEINE SCHERBEN, INFERNO, BOSKOPS und ein paar eigene zur Brust genommen, um diese im TOTENMOND-Breitwandsound zu veredeln.

Wer hier an „Undisputed Attitude“ von SLAYER denkt, liegt gar nicht mal so verkehrt, denn die Wucht, mit der einem hier zum Beispiel der Scherben-Klassiker „Keine Macht für niemand“ um die Ohren geprügelt werden, kommt einem Vorschlaghammer gleich.

Ob man „Alles ist grau“ der Löhr-Brüder noch brachialer einspielen konnte, hätte ich damals vehement in Frage gestellt, aber es geht tatsächlich. Dass sich darunter kein einziges Metal-Stück, sondern ausschließlich Punk und Artverwandtes befindet, belegt einmal mehr, dass die Backnanger über all die Jahre oft in den falschen Topf geworfen wurden.

Den fehlenden Song von SLIME (Pozzelei-ARD-ZDF) kann man verschmerzen, denn als Vinyl war die 500er-Massacre-Pressung schneller vergriffen als die erste Fuhre Beyond-Meat-Burger bei Lidl.

Wer deswegen rumjammert, ist ein Idiot. Schöne Reproduktion mit wunderbarem Coverartwork aus der Fotosession von Thelonious Monks „Underground“, das die antifaschistische Haltung der Band gekonnt unterstreicht.

Besser waren TOTENMOND selten, denn hier spürt man bei jedem Ton die schiere Lust, jeden einzelnen Song zu veredeln, statt einfach nur zu covern, weil einem sonst nichts anderes einfiel.