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V-MANN JOE

Berlin, Anfang der 90er

In den Jahren 1991 und 93 fabrizierten vier Herren aus der Berliner Hausbesetzerszene (Joe, Andi, Wolfgang und Micha) zwei natürlich heute längst vergriffene Platten: „Freundschaft, Feindschaft, Liebe, Hass und Streit“ sowie, nur auf CD, „Verrat! Verrat“, auf der sogar Andy Laaf drei Stücke eintrommelte. Nun machen Sterbt alle zusammen mit Lion Crew die besten zwölf Songs dieser Scheiben endlich wieder verfügbar. Es gibt sie in den Farben Rot (150 Stück bei Lion Crew), Blau (250, Sterbt alle) sowie in Gelb (100 bei Britische Platten). Sie kommt im schicken Gatefold-Cover mit allen Texten und einem Interview. Der Rahmen ist also absolut stimmig. Und die Musik? Unglaublich erfrischend. Zwar nachbearbeitet, aber auch sonst. Da hören wir „Ewigkeit“ mit gut getimeter Flöte, „Der Strandmeister“, wo sie, garniert durch eine weibliche Stimme, die Ironie der TERRORGRUPPE im Blut zu haben scheinen, ehe der schnelle Gesang im hinteren Teil des Stückes kolossal an Micro von ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN erinnert. Harte E-Gitarre konnten sie auch („Killerinstinkt“) und „Mr. Staatsfeind Nr. 1“ zeugt inhaltlich auch von Klasse: „Hallo Mr. Staatsfeind Nr. 1 / Sind wir Baader-Meinhof oder nur Karl-Heinz / Hallo [...] Hafen bleibt und Mainz bleibt meins“. Womit wir dann in der Ost-Berliner Mainzer Straße wären. Natürlich. Starke Sache, echt!

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