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YOUNG MOTHERS

Better If You Let It

Der markige Anspruch an sich selbst (als Künstler:in) oder die Zuschreibung von außen (von Publikum, Presse etc.) wird deutlich häufiger bemüht als eingelöst: „the pushing of sound boundaries“. Als knapper Appetizer gibt das zweiminütige Lied „Jazz oppression“ (von ihrem zweiten Album „Morose“) Aufschluss darüber, warum der (Kontra)Bassist Ingebrigt Håker Flaten eindeutig zu denjenigen gezählt werden muss, die musikalisch Grenzen verschiebend bis einreißend zu Werke gehen. Während der Norweger in Austin, Texas gelebt hat, hatte er fünf Musiker um sich geschart, mit denen er bis heute frei improvisierten Jazz mit Soundinjektionen und Gesangseinschüben zwischen Grindcore und HipHop spielt. „Better If You Let It“ ist nicht besonders filigran, so dass das Ergebnis durch seine erstaunliche Frische und vor allem durch seine (sehr dosiert eingesetzten) Grind-Einlagerungen und (sehr nuancierten) Rap-Ausflüge nichts anderes als anarchisch ist. Das experimentelle Sextett THE YOUNG MOTHERS spielt frenetische und begeisternde Musik. Die Fähigkeit, vollkommen unterschiedliche Musikstile dergestalt aufzuschlüsseln, dass sie organisch aufeinander bezogen werden können und miteinander in Interaktion treten, ist nichts anderes als grenzerweiternd.

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