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BEVIS FROND

Horrorful Heights

Auf dem THE BEVIS FROND-Album „Sprawl“ von 1994 gibt es einen Song namens „41 years“ mit der Textzeile „never get old, just older“, was immer noch das Motto des inzwischen 73-jährigen Nick Saloman zu sein scheint. Eigentlich hatte Saloman bereits vor zwei Jahren erklärt, als sein Album „Focus On Nature“ herausgekommen war, dass er in Zukunft nicht mehr auf ausgedehnte Konzertreisen im Ausland gehen wolle. Anlässlich seines neuen Albums „Horrorful Heights“ stand er nun doch wieder auf einer deutschen Bühne, im Musiktheater Piano in Lütgendortmund, und ich war froh, den 1953 geborenen Saloman noch mal live erleben zu dürfen. Ein leicht untersetzter, schrulliger Engländer, dessen immer noch schulterlanges Haar inzwischen natürlich etwas lichter geworden und ergraut ist. Der hatte immer noch viel Spaß mit seinen Songs und machte nicht den Anschein, als wolle er demnächst in Rente gehen, was er mit seinem mitreißenden Gitarrenspiel unterstrich. Eigentlich würden Saloman und J Mascis von DINOSAUR JR. zusammen schon rein optisch ein gutes Paar abgeben, aber ihre Wege hatten sich eigenartigerweise noch nie gekreuzt. Dafür war Saloman auf dem letztjährigen LEMONHEADS-Album „Love Chant“ als Gitarrist beim Stück „Roky“ zu hören, einer Huldigung von Roky Erickson, dessen Schaffen wohl auch der THE BEVIS FROND-Frontmann viel abgewinnen kann. Ansonsten hat Saloman aber mehr mit Mascis als mit Evan Dando gemein, die ungefähr zeitgleich ihre Bands starteten, beide geprägt von epischen Gitarrensoli, bei denen man auch viel Neil Young heraushören konnte. Auch wenn THE BEVIS FROND in dieser Hinsicht immer deutlich psychedelischer geprägt waren als die im Punk und Hardcore verwurzelten DINOSAUR JR., werden beide charakterisiert durch eine perfekte Mischung aus Lärm und Melodien mit hohem Wiedererkennungswert. So ein Trademark-Sound ist natürlich Fluch und Segen zugleich, denn man könnte Saloman, der seit 1987 knapp 30 THE BEVIS FROND-Alben veröffentlicht hat, durchaus vorwerfen, auf gewisse Weise immer wieder leicht variiert dieselbe Platte aufzunehmen. Aber wie ich schon in der Besprechung des letzten Albums „Focus On Nature“ schrieb, macht THE BEVIS FROND nicht unbedingt künstlerische Innovation aus, sondern es sind die vertrauten ausufernden Gitarrensoli und wunderschönen Melodien, die Saloman immer noch mit Leichtigkeit aus dem Ärmel zu schütteln scheint. Und so zeigen die 20 neuen Songs auch keinerlei Abnutzungserscheinungen. Eigentlich hat man sogar das Gefühl, dass sich Salomans Songwriting in den letzten Jahren immer mehr verfeinert hat. „Horrorful Heights“ wurde wie bereits „Focus On Nature“, „Little Eden“ und „We’re Your Friends, Man“ von Fire Records veröffentlicht, zuvor waren die meisten Platten auf Salomans eigenem Label Woronzow erschienen.

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