
Bands wie WOLVES IN THE THRONE ROOM oder LITURGY werden von manchen Metal-Puristen als wenig authentische Hipster mit fragwürdigen Modernisierungstendenzen angesehen, vor allem zweitere. WITTR nahmen dann 2014 mit „Celestite“ ein mit analogen Synthesizern eingespieltes Album auf, komplett entkoppelt von ihren Black-Metal-Einflüssen. Mit „Timewave Zero“ eiferten BLOOD INCANTATION aus Denver, Colorado 2022 WITTR quasi nach, wobei sie zuvor mit „Hidden History Of The Human Race“ 2019 noch ein recht „normales“ Death-Metal-Album eingespielt hatten. Denn „Timewave Zero“ war mit seinen instrumentalen Ambient-Drone-Soundscapes Berliner Schule pur und eine deutliche Hommage an TANGERINE DREAM und ASH RA TEMPEL und wurde ihrem Motto „Cosmic Music for Cosmic People since 2011“ mehr als gerecht. Inzwischen haben BLOOD INCANTATION mit „Absolute Elsewhere“ ein neues Album veröffentlicht, das in den Hansa Tonstudios aufgenommen wurde, wo auch David Bowies Berlin-Trilogie entstand, ebenso wie der TANGERINE DREAM-Klassiker „Force Majeure“. Zudem war Thorsten Quaeschning, der TANGERINE DREAM-Kopf Edgar Froese von 2005 bis zu seinem Tod im Jahr 2015 begleitete, an einem Stück beteiligt. Gerade im Black Metal-Bereich findet man oft Bands mit Hang zu ruhig-atmosphärischen Parts, die Kombination von Death Metal und Berliner Schule ist dennoch gewagt, erzeugt aber unter dem Strich ein erstaunlich homogenes und vielschichtiges Gesamtwerk, thematisch und beim Artwork angereichert mit SciFi-Motiven, das letztendlich nur aus zwei langen Stücken namens „The stargate“ und „The message“ besteht. Extrem-Metal mal ganz anders und vielleicht das Originellste, was 2024 in diesem Bereich erschienen ist.
© by Fuze - Ausgabe #108 Oktober/November 2024 und Manuel Stein
© by Fuze - Ausgabe #108 Oktober/November 2024 und Manuel Stein
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Thomas Kerpen