
Weg vom hektischen Sixties-Garage-Rausch, hin zu einer gedrosselten, schweren Klangästhetik, die Blues, Psychedelia und düsteren Minimalismus miteinander verschränkt – Dominik Wolf (voc, gt) Martin Fehling (bs) gemeinsam mit Schlagzeuger Florian Strober verlagern den Fokus radikal. Statt Tempo dominiert Gewicht. Die Stücke wirken wie in Teer getaucht, jedes Riff schleppt sich mit fast ritueller Beharrlichkeit vorwärts. Zentral ist dabei die konsequente Reduktion. Songs kreisen um stoische, kaum variierte Gitarrenfiguren, die sich hypnotisch wiederholen. Diese Strategie erinnert an den Hill-Country-Blues eines Junior Kimbrough, bei dem Repetition nicht als Mangel, sondern als tranceartige Struktur fungiert. DEAD WOLF nutzen dieses Prinzip, um eine düstere Sogwirkung zu erzeugen: monotone Riffs, trockene Drums und ein basslastiges Fundament formen eine klaustrophobische Atmosphäre, die eher beschwört als unterhält. Gleichzeitig öffnet sich der Sound in Richtung Neo-Psych und Drone-Blues. Wolfs Gitarrenspiel arbeitet stark mit Sustain, Feedback und Textur – eine Ästhetik, die unweigerlich an SPACEMEN 3 und Jason Pierces Spiritualisierung des Blues denken lässt. Das traditionelle Bluesgerüst wird aufs Skelett reduziert und anschließend durch Verzerrung, Wiederholung und Lautstärke in eine rauhe Klangmeditation überführt. Das Album positioniert sich damit als bemerkenswerte Verschiebung, die in eine dunklere, archaischere Richtung weiterdenkt. DEAD WOLF transformieren Garage-Rock in eine schwere, tranceartige Blues-Liturgie.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Gereon Helmer
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #175 August/September 2024 und Gereon Helmer