BOY KILLS WORLD

Im Mainstream-Kino der letzten Jahre fällt es immer schwerer, manche Formen von extrem action- und gewalthaltigen Filmen wie die hohle „John Wick“-Reihe oder „Bullet Train“ (eigenartigerweise eine Romanverfilmung) von Videospielen zu unterscheiden. Im schlimmsten Fall liegt sogar ein Videospiel zugrunde, was schon 2005 bei „Doom“ zu der Einsicht führte, dass „sich die Abbildung der Ego-Shooter-Spielidee nicht allzu gut mit den Erfordernissen des Erzählmediums Film verträgt“ (Zitat: TV Spielfilm). Dennoch erfreut sich diese eigenartige Form von Gewaltästhetisierung - und banalisierung weiterhin großer Beliebtheit, wie man auch aktuell am ermüdenden „Deadpool & Wolverine“ sehen kann, der sogar nur eine FSK-Freigabe „ab 16“ besitzt. „Boy Kills World“, das Spielfilmdebüt des deutschen Regisseurs Moritz Mohr, kann zumindest mit dem roten Prüfsiegel der FSK aufwarten, und wird von ihm als eine Mischung aus „John Wick“, „Deadpool“ und „Kill Bill“ beschrieben, inspiriert von Videospielen wie „Mortal Kombat“ und klassischen Eastern. Dabei kam eine leidlich originelle Rachegeschichte mit dystopischem Anstrich heraus, in der ein gehörloser Waisenjunge von einem Schamanen zur unkaputtbaren Kampfmaschine ausbildet wird, damit er sich an den Mördern seiner Familie rächen kann, vor allem an der eisigen Diktatorin Hilda van der Koy (Famke Janssen). Dass der von Sam Raimi produzierte Film trotz inhaltlicher Substanzlosigkeit dennoch erstaunlich gut funktioniert, liegt sicherlich neben seinen kreativen Actionszenen am bizarren Humor des blutig-bunten Spektakels. Zudem können Jessica Rothe („Happy Deathday“) und vor allem Pennywise-Darsteller Bill Skarsgård, der mir auch gerade in der „The Crow“-Neuverfilmung sehr gut gefiel, ihre eindimensionalen Rollen wirklich mit Leben füllen.

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